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Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 3: Coral Bay to Sydney
02. März 2012

Vom langen Zaun zur grossen Klappe beim noch grösseren Loch

1859 importierte ein gewisser Thomas Austin 24 Kaninchen aus England, um sein Jagdvergnügen zu steigern. Bald schon hauten jedoch einige Kaninchen ab und vermehrten sich in freier Wildbahn wie die sprichwörtlichen Karnickel. Die Bundesstaaten Victoria, New South Wales und Queensland sowie South Australia wurden ihre neue Heimat. Die Kaninchen frassen den Bauern die Ernten weg und beschädigten die Felder durch ihre Bauten. Western Australia war von der Plage noch ausgenommen und so beschloss die Regierung, zur Abschottung ihrer Gebiete einen riesigen Zaun zu ziehen. Heute fuhren wir auf dem Weg nach Kalgoorlie an einigen Resten des "Rabbit proof Fence" vorbei.

Auf dieser Karte sind die Ausmasse des Zaunes zu erkennen: Insgesamt 3‘256 km wurden zwischen 1901 und 1907 gebaut, von Esperance im Süden bis nach Port Hedland im Norden des Kontinentes lief der Hauptzaun, zwei kleinere Zäune schotteten andere Gebiete ab. Die Kosten beliefen sich damals auf 250$ pro Kilometer. Alleine schon der Transport des benötigten Materiales war eine Herkulesaufgabe, die mit Pferden, Ochsenkarren und Kamelen bewältigt wurde.

Heute sind noch Teile des Zaunes in Gebrauch, zwar nicht mehr gegen Kaninchen, sondern gegen wandernde Emu-Herden. Emus werden während längeren Trockenperioden zur Plage, sie fallen dann über die Felder der Bauern her; 40‘000 hungrige Emus können grosse Schäden anrichten. Der Zaun soll diese im Zaum halten.

Eine kleine Ortschaft auf dem Weg nach Kalgoorlie heisst Southern Cross. Hier wurde 1887 von einem Prospector mit dem Namen Glass Gold gefunden. Dieser Entdeckung wird mit diesem Denkmal gedacht. Dadurch wurde ein riesiger Gold-Boom ausgelöst und sobald sich die Kunde über die Funde ausbreitete kamen Schatzsucher aus allen Regionen Australiens in diese Gegend,. Die Minen bei Southern Cross sind heute weitgehend erschöpft, nur noch wenig Bergbau wird betrieben. Die grossen Minen sind heute in Kalgoorlie.

Etwa eine Fahrstunde vor Kalgoorlie warnte uns ein normales Auto mit einem Schild „Wide Load ahead“, dass etwas Grösseres daher komme. Das Minenfahrzeug lässt den transportierenden Sattelschlepper klein erscheinen, der Road Train, welcher gerade vor uns fuhr, wich jedenfalls ehrfürchtig von der Strasse. Ich tat es ihm sofort nach.

In Kalgoorlie endet schliesslich die grosse Pipeline, welche Wasser aus der Nähe von Perth in diese trockene Gegend transportiert. Hier sind die letzten Meter, bevor die Pipeline dann in einem grossen Reservoir bei Kalgoorlie endet.

Symbolisch steht beim Reservoir ein Teil des Pipeline aufrecht, aufsprudelndes Wasser läuft über den Rand hinaus und zeigt so symbolisch das Ende an.

Im Zentrum von Kalgoorlie zeugen noch viele Häuser von der Vergangenheit der Boomstadt. Der Wohlstand ist auch heute noch zu sehen, 30‘000 Einwohner leben hier gut von den Gold-Minen.

Ein Blick in das gigantische Loch der Open-Pit Mine gibt einen Eindruck von der Arbeit, die hinter der Gewinnung von Gold steht. Das Gestein wird mit Sprengungen gelockert und anschliessend. führen riesige Lastwagen das Geröll aus der Grube zur weiteren Verarbeitung. Diesen Prozess werden wir uns morgen anlässlich einer Führung ansehen und dann hoffentlich mehr über den Prozess lernen. Im Factory Outlet hoffen wir auf das eine oder andere Schnäppchen. Goldbarren zum reduzierten Preis würden wir kaufen, auch wenn wir dafür Übergewichtszuschlag auf den Flügen bezahlen müssen.

Dieses Detailbild aus dem gigantischen Loch zeigt einen Personenwagen in der Kurve. Dieses Autöli ist auf dem Weg hinunter in die Mine.

Schliesslich war ich froh, endlich mal eine noch grössere Klappe gefunden zu haben. Ich schätze diese Schaufel auf etwa 4x5 m, da kann ich nicht mithalten!

Im Zentrum ist ein Geschäfts-Haus zu vermieten, ob ich allerdings mit diesem Herrn verhandeln würde, bezweifle ich stark. In der lokalen Sprache bedeutet der Name sicher nicht dasselbe wie im Schweizer Dialekt: Laferi oder zu Deutsch dummer Schwätzer.

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