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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 3: Coral Bay to Sydney
Von Perth in Richtung Osten
Nun ist unsere Zeit am Indischen Ozean abgelaufen, wir machten uns heute auf den Weg in Richtung Osten, nach Sydney. Noch liegen aber einige Kilometer vor uns, wir haben aber auch noch zwei Wochen Zeit, bevor wir den Camper in Sydney abgeben müssen.

Fremantle ist ein Aussenquartier von Perth, die Stadt liegt am Indischen Ozean. Fremantle ist auch der wichtigste Hafen hier im Süden des Bundesstaates. Viele Italiener leben hier und wir wollten davon profitieren und noch einen guten Kaffee geniessen. Die Stadt verfügt noch über viele alten Gebäude aus den Anfängen des letzten Jahrtausends. Die Innenstadt ist sehr gut erhalten, auch wenn viele der alten Gebäude heute den üblichen Touristenkram beherbergen: Boutiquen, Schuhläden, billige Restaurants daneben aber auch einige gute Kaffeebars. Der Kaffee war denn auch den Stopp mehr als wert.

Vom John Forrest Nationalpark aus sieht die Stadt Perth sehr klein aus. Einige wenige Hochhäuser im Zentrum, dann die Aussenquartiere mit viel Grün. Ein Flugzeug hob gerade vom internationalen Airport ab und war gerade über dem Stadtzentrum, als Brigitte den Auslöser drückte.

Im Nationalpark bietet eine alte Taverne Getränke und einfache Malzeiten an, Gäste, die sich nicht gut aufführen, können in diesem Gerät ihren Mut auskühlen. Wir sollten in der Schweiz auch über solche Geräte verfügen, um zum Beispiel Raser und andere Spinner zur Vernunft zu bringen.

Von Perth bis nach Kalgoorlie reisen nicht nur wir, auch viele Goldsucher waren in den 1890-er Jahren hier unterwegs. In Kalgoorlie, 560 km östlich von Perth wurde damals Gold entdeckt und selbstverständlich zog dieses viele Leute auf der Suche nach schnellem Geld an. Die Goldgräber sowie die Landwirtschaft im trockenen Land waren auf Wasser angewiesen und so plante ein gewisser CY O’Connor eine Pipeline, welche Wasser über diese gewaltige Distanz leitete. Das System wurde 1903 fertiggestellt und ist heute noch im Gebrauch, die Leitung schlängelt sich wie ein grosser silberner Wurm durch die Landschaft.

Einige Pumpstationen sind für den Weitertransport des Wassers zuständig, einige der ursprünglichen Stationen sind heute zu Museen umgebaut und durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt. 400 m Höhenunterschied sind auf dem Weg zu überwinden, was nur mit starken Pumpen möglich ist.

Eine kleine Ortschaft am Weg - Meckering - wurde am 14. Oktober 1968 von einem 6.9 Stärke Erdbeben erschüttert. Das stärkste Erdbeben in der australischen Geschichte, oder doch mindestens dem europäischen Teil der Geschichte, richtete grosse Schäden an. Glücklicherweise wurde niemand getötet. Die Pipeline wurde teleskopartig auf einer Länge von 1.5 m zusammengeschoben. Die Wasserversorgung entlang der Pipeline brach natürlich unmittelbar zusammen, doch dank der Zusammenarbeit aller Betroffenen konnte der Schaden innerhalb weniger Tage behoben werden. Der gelb eingefärbte Teil der Pipeline schob sich damals über den schwarzen Teil, worauf das Wasser mit grosser Stärke ausbrach.

In diesem Teil der Welt ist der Sommer langsam vorbei, die Felder sind bereits abgeerntet und nun stehen nur noch einige Stoppeln des Getreides. In dieser Gegend wachsen rund um unseren heutigen Standort 40 % der Getreideernte von Western Australia. In Merredin steht der grösste Getreidespeicher in diesem Teil Australiens, hier werden bis zu 460‘000 Tonnen Weizen gelagert. Eine unvorstellbare Menge, damit lassen sich sicher viele Kilometer Spaghetti herstellen!

Die Eukalypten in dieser Gegend haben rötliche Stämme und die Blätter sind in einzelnen Etagen angeordnet. Ein schönes Bild!
