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Besuch in Kandy im Hochland von Sri Lanka
Vom feuchtheissen Sigiriya fuhren wir nach Kandy, einer Stadt im Hochland. Viel kühler war es allerdings auch hier nicht. Der Himmel dafür wunderschön blau, ganz nach unserem Geschmack.
Kandy ist berühmt für den Tempel, der einen Backenzahn von Buddha enthalten soll. Der Zahn soll aus der Asche nach der Kremation gerettet worden sein und über viele Umwege sein Ziel hier erreicht haben. Allerdings gibt es unterschiedliche Angaben zum Wahrheitsgehalt der Legende. Jedenfalls ist der Tempel für die Buddhisten sehr wichtig und eines der hauptsächlichen Pilgerziele in Sri Lanka.

Auf dem Weg ins Hochland fuhren wir an einem recht neuen Hindutempel vorbei. Wir nutzten die Gelegenheit, die Beine zu vertreten und einige farbige Bilder zu schiessen. Der Sri Muthumari Amman Kovil lag in der kleinen Ortschaft Matale.

Aus der Nähe betrachtet wirken die Figuren sehr speziell. Deren Bedeutung erschloss sich mir nicht. Da müsste man vermutlich in diesem Kulturkreis aufgewachsen sein. Oder KI zu Hilfe rufen, was ich dann auch tat, Hier die Eklärung:
1. Die zentrale Figur: Der Gana
Die große, blauhäutige Figur in der Mitte ist ein Gana. Ganas sind mythologische Wesen und Diener des Gottes Shiva.
Erscheinung: Sie werden oft untersetzt oder "rundlich" dargestellt, was Wohlstand und Lebenskraft symbolisiert.
Das Schneckenhorn: Er bläst in ein Shankha (Schneckenhorn). Im Hinduismus kündigt dieser Ton spirituelle Ereignisse an und soll negative Energien vertreiben. Es ist der Ruf zum Gebet oder zur Ehrerbietung gegenüber der Gottheit.
2. Die heiligen Kühe (Nandi)
Die beiden weißen Rinder links und rechts vom Gana stellen Nandi dar, den heiligen Stier und das Reittier (Vahana) von Lord Shiva.
Bedeutung: Nandi steht für Hingabe, Kraft und Ruhe. Dass sie friedlich liegend dargestellt werden, symbolisiert die Beherrschung der Sinne und vollkommenen Frieden in der Nähe des Göttlichen.
3. Der architektonische Kontext
Der Tempel ist der Göttin Mariamman gewidmet (einer Form von Parvati/Durga), die besonders für Heilung und Regen verehrt wird.
Farbenpracht: Die leuchtenden Farben sind typisch für die dravidische Architektur Südindiens und Sri Lankas. Jede Figur erzählt eine Geschichte aus den Puranas (heiligen Schriften).
Handwerkskunst: Diese Statuen bestehen oft aus einer Mischung aus Stuck und Ziegeln und werden alle paar Jahre in aufwendigen Zeremonien (Kumbhabhishekam) neu bemalt, um ihre spirituelle Energie zu erneuern.
Ein kleiner Tipp für dein Foto: Wenn du genau hinsiehst, erkennst du rechts im Hintergrund weitere Figuren – eine davon hat mehrere Köpfe. Das ist wahrscheinlich Lord Brahma oder eine Form von Murugan. Der Detailreichtum an diesem speziellen Tempel in Matale ist weltberühmt!

Mich faszinierten die sehr farbenfrohen Darstellungen der Personen und Gottheiten.

Der hohe Turm war ebenfalls sehr farbig mit tausenden von kleinen Figuren.

In Kandy buchte ich uns zwei Nächte im Queens Hotel, einem älteren Bau direkt am Kandy Lake und damit zentral zu den meisten Sehenswürdigkeiten gelegen.

Auch der Lift im Hotel stammte wohl noch aus der Zeit des Baus des Hotels. Insgesamt hätte das Hotel einige Aufmerksamkeit verdient. Die meisten Installationen sind älter und teilweise etwas abgelebt. Die Zimmer selber sind schön und ruhig gelegen. Und insgesamt ist das Flair des kolonialen Erbes ganz angenehm.

Dieses Gebäude im künstlichen See war zur Zeit des letzten Königs das Badehaus der Royals. Aktuell ist hier ein archäologisches Museum untergebracht. Die darin gezeigten Ausstellungsstücke sind allerdings eher bescheiden.

Am folgenden Morgen besuchten wir den Sri Dalada Maligawa, den Tempel, in welchem ein Eckzahn Buddhas aufbewahrt wird. Wir besuchten den Tempel an einem Mittwochmorgen, dann findet um 09:30 eine grössere, heilige Zeremonie statt. Entsprechend viele Einheimische waren im Tempel.

Im Innern dieses Gehäuses soll der Zahn aufbewahrt werden. Weder Gläubige noch Besucher dürfen näher an die Türe.

Vor dem Raum stand ein grosser Tisch, auf welchem die Gläubigen ihre Blumen und auch einige Esswaren hinlegten. Auf der Hinterseite waren rote Kübel, in welche die Personen hinter dem Tisch die Blumen gerade wieder entsorgten.

In einem Nebenraum gab es noch weitere Buddha-Figuren und wieder viel Elfenbein.

Als wir den Tempel verliessen, war es Zeit für einen Kaffee. Von weitem sah ich ein Illy-Schild, welches wir ansteuerten. Auf dem Weg dorthin sah ich diese Anzeige eines Anwalts. So gut können dessen Geschäfte wohl nicht laufen.

Noch seltsamer war dieses Papier, welches an einer Türe einer Wohnung hing: Die Mutter war genau an diesem Tag „expired“, abgelaufen. Ein eher seltsamer Ausdruck für einen Todesfall. Mich erinnert dies an eine Todesanzeige in Alba im Piemont, wo ich vor etlichen Jahren eine Todesanzeige sah. Dort hiess es, dass der Trauerzug beim Haus "della estinta" beginne, beim Haus der Erloschenen. In Italiensisch bedeutet das Wort estinto nicht nur ausgelöscht, sondern auch gestorben.

Am Nachmittag machten wir mit einem TukTuk eine kleine Tour durch die Stadt. Von einem Aussichtspunkt aus lag der See mit unserem Hotel am linken Rand genau zu unseren Füssen. Die weisse Buddha Statue am rechten Bildrand war unser nächster Halt.

Hier ein Bild des Zahntempels von Kandy, er liegt hinter dem Bauhaus der Königsfamilie. Unter dem goldenen Dach wird der Zahn aufbewahrt.

Kurz nach dem Besuch des Aussichtspunkts waren wir beim Buddha auf dem Hügel oberhalb der Stadt.

Hinter der Figur gab es eine Treppe, welche bis hinauf zum Kopf führte. Von hinten sind die langen Ohrläppli und die spezielle Frisur gut zu sehen. Der Blitzableiter dient dazu, dass die Statue nicht vom Blitz getroffen wird und in tausend Stücke zerfällt. Den göttlichen Ratschlag braucht Buddha nicht.

Unterhalb der Statue gab es eine Dagoba, die man betreten konnte. Schöne Wand- und Deckenmalereien kleideten sie aus. Im Innern der Kuppel gab es noch eine weitere, kleinere Dagoba.

Eine der Türen zum Innenraum musste ich auch noch fotografieren. Geschnitztes Holz mit Messing-Beschlägen sieht einfach schön aus.
Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Hotel von einem vorbestellten Fahrzeug abgeholt. Wir fuhren nach Nuwara Eliya, dem Kurort auf knapp 2000 m ü.M. Die Engländer fühlten sich dort sehr wohl, da das Klima mit demjenigen ihrer Heimat vergleichbar war. Wir sind mal gespannt, wie sich das für uns anfühlen wird.