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Anreise nach Genua mit dem Zug und Einschiffen
Um 06:00 rief mich der Wecker zum Aufstehen. Eine Dusche, ein Kaffee, noch fertig packen und dann fuhr mich Ruth nach Birmensdorf zum Bahnhof. In Zürich traf ich Marco und zusammen fuhren wir über Chiasso nach Milano.

Der Bahnhof Milano war sehr gut besucht, viele Reisende waren unterwegs und viele Passagiere wechselten hier ihre Züge, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Wir mussten nur wenige Meter gehen, um zu unserem Zug zu gelangen. Dieser war sehr gut besetzt und fuhr pünktlich ab. Marco hat die Sitzplätze im Voraus reserviert, sonst hätten wir wohl stehen müssen.

Mit zwei Minuten Verspätung kamen wir schliesslich in Genua an und …

… genossen zuerst einmal einen guten Espresso an der südlichen Sonne.

Das Cruise-Terminal ist nur einige 100 m vom Bahnhof entfernt und so machten wir uns zu Fuss auf den Weg zum Check-In. Bald schon sahen wir unser Schiff im Hafen stehen. Von unserem Standort aus wirkte es noch eher klein.

Je näher wir kamen, desto grösser erschien das Böötli. Die MSC Divina bietet 3’502 Passagieren Platz und hat 1’388 Crew-Mitglieder. Eine kleine Stadt, die über den Ozean fährt.

Unser Einschiffungstermin war um 14 Uhr und auf die Minute genau waren wir Schweizer vor Ort. Das Schiff startete die Route schon in Neapel und deshalb stiegen in Genua nur wenige Passagiere zu. Das Check-In verlief deshalb sehr schnell und problemlos. Zu Beginn einer längeren Cruise sind die Schlangen am Check-In oftmals sehr lang und das Boarding dauert entsprechend lang.

Bald schon konnten wir an Bord und unsere Kabine beziehen.

Vom obersten Deck aus hatten wir eine schöne Sicht auf die Stadt Genua, die sich unter dem tiefblauen Himmel makellos präsentierte.

Kurz nach 18 hiess es ‚Leinen los!‘ und wir entfernten uns von Italien auf dem Weg zur ersten Destination Tarragona südlich von Barcelona. Am morgigen Sonntag sind wir den ganzen Tag auf See, genügend Zeit, um das Schiff zu erkunden.
Wiedermal eine Cruise, diesmal nach Brasilien
Am 31. Oktober 26 geht es für meinen Neffen Marco und mich los. Wir fahren von Zürich mit dem Zug nach Genua und besteigen dort die MSC Divina für eine 15-tägige Cruise nach Brasilien.

Über Tarragona und Teneriffa geht es zuerst nach Salvador de Bahia und dann weiter nach Rio de Janeiro, wo wir am 15. November 26 ausschiffen. Für mich eine von vielen Kreuzfahrten, für Marco die erste.
Marco plante schon lange eine längere Reise in Südamerika und ich schlug ihm vor, dass wir gemeinsam über den Atlantik schippern. Anschliessend wollen wir noch einige Wochen Brasilien erkunden. Die Route in Brasilien steht noch nicht fest.
Kurzreise nach Bordeaux mit Freunden
Am 19. September 26 flogen Ruth und ich von Mailand nach Bordeaux und trafen dort auf unsere Freunde Brigitta und Kurt aus Wien. Wir planten schon länger eine gemeinsame Reise durch die Landes, zusammen mit einem Besuch in der Provinz-Hauptstadt. Für mich war es eine Rückkehr nach vielen Jahren. Zuletzt besuchte ich die Gegend etwa 1986.
Die Stadt erwartete uns mit schönstem Wetter. Tiefblauer Himmel und angenehme Temperaturen liessen schon Vorfreude auf eine schöne Reise aufkommen. Unser Hotel lag etwas ausserhalb des Zentrums und wir fuhren zuerst mit dem Auto in die Stadt, um ein zentral gelegenes Restaurant zu suchen. Eine doofe Idee: Parkplätze gibt es nur sehr wenige und der dichte Verkehr belehrte uns bald eines Besseren. Wir stellten das Auto zurück zum Hotel und fuhren mit einem Uber in die Stadt.

Der Glockenturm der Basilique Saint-Michel aus dem Jahr 1473 steht abgetrennt vom Hauptgebäude und wacht so über den Platz, der heute vielen Restaurants als Aussensitzplatz dient. Der Glockenturm wurde so gebaut, um die Erschütterungen durch die lauten Glocken vom Hauptgebäude abzuschirmen. Man befürchtete, dass diese die Kirche zum Einsturz bringen könnten. Der Boden der Innenstadt war früher offenbar ein Sumpf.

Das Hôtel de Ville, das Rathaus im Zentrum, hatte bei unserem Besuch die Türen für alle Besucher geöffnet; die lange Schlange vor dem Eingang hielt uns aber davon ab. So blieb es beim Bild von aussen.

In der Altstadt sind die meisten Häuser hervorragend in Schuss und die Strassen sind blitzblank.

Auch die Cathédrale Saint-André liegt im Stadtzentrum. Sie ist die wichtigste der Kirchen der ganzen Region Aquitanien. Auch ihr Turm steht etwas abseits. Das Geläute der Glocken konnte ich aufnehmen; in diesem Film auf YouTube ist es zu hören.

Eine der breiteren Strassen im Zentrum, am Sonntag mit wenig Verkehr.

Wir machten einen Ausflug mit einem Touristenboot auf der Garonne, dem Fluss, an dem die Stadt liegt. Dabei unterfuhren wir auch die moderne Hubbrücke, welche für die Durchfahrt der grossen Fracht- und Kreuzfahrtschiffe jeweils angehoben werden kann. Ein eindrückliches und elegantes Bauwerk!

Bordeaux ist weltweit wegen seines Weins berühmt, und das Bordeaux-Weinmuseum zollt ihm den verdienten Tribut. Das Gebäude soll an den Wein erinnern, wenn er in das Degustierglas einläuft. Mit viel gutem Willen kann ich mir das vorstellen.

Ein weiterer der grossen Plätze in der Altstadt. Der Vorteil der Länder, die eine Monarchie hatten: Der König befahl einfach, dass gebaut wurde. Widerspruch gab es nicht.

Einst das wichtigste Stadttor, die Porte Cailhau, aus dem Jahr 1495 von der Innenstadt in Richtung Garonne fotografiert. Heute ein Museum ohne militärische Bedeutung. Auch auf diesem Platz gab es viele Restaurants und Bars, welche draussen servierten.

Der nächste Halt führte uns an die Mündung der Gironde in den Atlantik, für uns der nördlichste Punkt der Reise. Zu den verschiedenen Flüssen in der Gegend: Die Garonne fliesst durch Bordeaux, bevor sie sich etwa 20 km westlich von Bordeaux mit der Dordogne trifft und ihren Namen in Gironde ändert. Die verbleibenden 75 km bis zur Mündung legt sie unter ihrem neuen Namen zurück.

Unser nächster Halt war dann Lacanau-Océan, eine kleine Stadt am langen Sandstrand der Landes. Für uns ein guter Ort, um von hier aus die Gegend zu erkunden. Die Sandstrände waren noch gut besucht, von uns Vieren hatte jedoch niemand Lust auf ein Bad im doch kühlen Atlantik. Meine Füsse hatten immerhin einen kurzen Wasserkontakt.

Surfer lieben die Küste für ihren Sport, und auch bei unserem Besuch waren einige harte Jungs und Mädels am Trainieren. Richtig gross wie bei dieser Plastik waren die Wellen allerdings nicht.

An einem weiteren Tag besuchten wir den Strand von Le Porge, eines meiner Ziele dieser Reise. Hier verbrachten meine erste Frau Brigitte und ich während unserer Aufenthalte in der Gegend viele Tage und ich wollte nachsehen, wie es heute aussieht. Damals war es hier noch viel einsamer und die Dünen waren noch nicht abgesperrt. Jetzt gibt es überall Holzwege, auf denen man gehen muss, damit die fragile Vegetation der Dünen nicht beeinträchtigt wird.

Vor 40 Jahren verbrachten wir einige Sommer in den Landes, zuerst mit dem Zelt und später auch mit unserem Camper. Dieser Campingplatz ist mir in besonderer Erinnerung. Um das Jahr 1980 rauchte ich hier meine allerletzte Zigarette, nachdem ich zuvor viele Male erfolglos versucht hatte, dieses Laster aufzugeben. Auch dies eine gute Erinnerung.

Kein Besuch der Landes ist vollständig ohne die Dune du Pilat. Heute gibt es eine Treppe, über welche die 100 m hohe Düne bestiegen wird. In der Erinnerung war das anders: drei Schritte vor, zwei zurück. Sehr schweisstreibend. Ohne diese Treppe wäre es für mich nun unmöglich gewesen, hier hochzusteigen.

Die Anstrengung lohnte sich aber auf jeden Fall. Die Düne ist etwas mehr als 100 m hoch, 2,9 km lang und bis zu 600 m breit. Insgesamt soll sie aus etwa 55 Mio. m³ Sand bestehen. Der tiefblaue Ozean passt wunderbar zum ebensolchen Himmel.

Zurück geht es über einen Weg in der Düne, der problemlos zu begehen ist. Der grosse Pinienwald auf der Rückseite der Düne wurde von den grossen Waldbränden dieses Sommers verschont. Auf dem Weg von Lacanau hierhin fuhren wir durch viele Gebiete, wo die Brände gewütet haben. Ich habe das nicht fotografiert.

Den letzten Abend verbrachten wir in Biscarrosse-Plage, einem weiteren Badeort an der Küste. Die Sonne, die sich in den Atlantik zur Ruhe setzte, setzte einen würdigen Schlusspunkt unter diese schöne Kurzreise – auch durch meine Erinnerungen.

Auf dem Rückflug von Bordeaux nach Mailand überflogen wir den Zusammenfluss von Garonne (links) und Dordogne (rechts), von wo aus die beiden Flüsse nun als Gironde in Richtung Meer weiterfliessen.

Als wir vor der Landung in Mailand am Südrand der Alpen vorbeiflogen, sahen wir, dass der Schnee auf den hohen Bergen weitgehend fehlt. Ein katastrophal heisser Sommer liess ihn schmelzen. Ob das wohl gut kommt?
Dune du Pilat, Landes, France

Auch die Dune du Pilat hat sich seit meinem letzten Besuch hier nicht gross verändert. Der Aufstieg ist heute viel einfacher, auf der vom Meer abgewandten Seite gibt es eine Treppe mit einem Seil. So ist der Aufstieg viel einfacher.
Die Düne ist etwas mehr als 100 m hoch, 2.9 km lang und bis zu 600 m breit. Insgesamt soll sie aus etwa 55 Mio m3 Sand bestehen.
