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- Kategorie: Fast ein Tagebuch
Reisnudeln, hergestellt in Can Tho, Vietnam
Bei einem Aufenthalt im Mekong Delta hatte ich Gelegenheit, die Herstellung von Reisnudeln zu beobachten. Diese finden in vielen Gerichten der vietnamesischen Küche Verwendung, aber natürlich auch in anderen asiatischen Küchen. Reis ist im Mekong Delta sehr wichtig: Hier können pro Jahr 3 Ernten eingefahren werden!

Der Reis wird in einer grossen Mühle an einem anderen Ort zu einem feinen Mehl gemahlen und dann in 50-kg Säcken bei der Nudelfabrikation angeliefert. In diesem Stahl-Behälter wird das feine Mehl mit Wasser vermischt.

Die Masse wird auf ein gespanntes Tuch aufgetragen, welches von unten erhitzt wird. Für den Kochprozess wird ein Deckel über das Tuch gestülpt. Nach etwas mehr als einer Minute ist der Koch-Prozess beendet.

Zum erhitzen der Masse auf dem Tuch werden Reisspelzen verwendet, welche ebenfalls in grossen Säcken angeliefert werden. Offenbar enthalten diese noch genügend Energie für ein kleines Feuer. Der Besen, welcher rechts im Bild zu sehen ist, wird aus Reisstroh hergestellt. Die Pflanze wird bis zur letzten Faser verwendet.

Hier werden die Spelzen in den Ofen eingelassen, unten fällt die ausgebrannte Asche heraus.

Mit einer Rolle aus Bambus und Reisstroh wird das fertige Reispapier von der Kochfläche genommen. Sehr vorsichtig, denn das Papier ist noch sehr weich und kann leicht reissen.

Anschliessend kommen die einzelnen Papiere auf Bambus-Tragen, auch dies sehr vorsichtig, was vermutlich einiges an Übung braucht.

Die einzelnen Bambus-Tragen kommen anschliessend ins Freie, wo sie auf einem grossen Gestell zum Trocknen an die Sonne gelegt werden.

Gerade als ich fotografierte, kam ein leichter Nieselregen auf, natürlich nicht optimal für den Trocknungsprozess. Flugs mussten die Tragen zusammengestellt und dann abgedeckt werden.

Die getrockneten Papiere werden nun noch geschnitten und in Plastiksäcken verkaufsfertig gemacht. En Guete!
