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- Kategorie: Fast ein Tagebuch
Besuch in Bellinzona
Schon seit ich 2015 die Wohnung in Ascona kaufte, wollte ich einmal die naheliegende Stadt Bellinzona genauer ansehen. Insbesondere die drei Burgen seien sehenswert, meint die Tessiner-Tourismus-Behörde.
Heute war es soweit und nach dem Frühstück brachte uns der Tesla in die Stadt.

Die erste besuchte Burg war die höchstgelegene, die Burg Sasso Corbaro. 1479 wurde sie auf einem dunklen Felsen 230 m über Bellinzona erbaut. Daher auch der Name: der schwarze Rabe heisst auf im Tessiner Dialekt Corbatt und die Farbe des Steins erinnert an jenes Gefieder. Die Anfahrt zur Burg ist abenteuerlich, ein enges, kurviges Strässlein endet an einem Parkplatz, von wo es noch wenige Meter zu Fuss sind.

Grauer Granit wurde auch für den Bau verwendet. Die Anlage ist sehr gut im Schuss, sie wurde im Laufe der Zeit immer wieder renoviert und diente einigen Familien aus Bellinzona als Residenz.

Auch die Dächer sind aus Steinplatten und die kleinen Fenster sollten wohl die kostbare Wärme im Innern zurück gehalten haben, zumal zur Zeit der Erbauung keine Glasfenster eingebaut wurden.

Der Blick von der Burg hinunter nach Bellinzona zeigt die beiden anderen Burgen, die Burg Montebello sowie etwas weiter entfernt das Castelgrande.

Der Blick in Richtung Norden zeigt unterhalb des Bergs den Bahnhof von Bellinzona, welche wohl die meisten Schweizer kennen. Hier wird oft umgestiegen, wenn man in die Bergtäler des Tessin reisen will. Auch der Zug nach Locarno fährt von hier ab. Das Tal teilt sich etwas nördlich der Stadt, links führt die Strasse zum Gotthard, rechts fährt man über den San Bernardino in die Deutschschweiz.

In Richtung Süd-West ist auf der linken Seite der Monte Ceneri zu erkennen und im Tal drin ganz schwach der Lago Maggiore.

Die Burg Montebello, unser nächster Halt wurde bereits um 1313 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1903 ist sie im Besitz des Kantons Tessin. Wie bei einer Burg zu erwarten ist, gibt es einen Burggraben, welcher mit einer Holzbrücke überquert wird.

Hier gibt es sogar zwei Burggraben, einen äusseren und dann diesen inneren. Dieser sichert die eigentliche Burg noch zusätzlich.

Die meisten der Befestigungsmauern können begangen werden, lediglich an einigen Stellen gibt es keine Durchlass, so dass man nicht die ganze Anlage umrunden kann.

Das Schloss Castelgrande war die letzte Burg unseres Besuchs. Sie liegt nur noch 90 m über der Stadt Bellinzona. Diese Aufnahme entstand von einem der Türme der Burg Montebello. Der Aufstieg von der Stadt zum Eingang ist aber trotzdem recht schweisstreibend, aber lohnend.

Im Innenhof des Castelgrande gibt es öfter Anlässe, welche vom hauseigenen Restaurant kulinarisch begleitet werden. Wir besuchten heute den grossen Turm, der im Innern über neu eingebaute Treppen bestiegen werden kann.

An einigen Stellen gibt es schöne Sichten auf Bellinzonas Altstadt mit der Kathedrale San Lorenzo im Vordergrund und dann den beiden Burgen Montebello und Sasso Corbaro.

Vom Turm aus liegt der Innenhof zu Füssen des Betrachters. Die weissen Tischchen wurden heute für einen Aperitif eines grösseren Anlasses gebraucht. Im länglichen Gebäude auf der rechten Seite fand das Essen statt, wir hörten lediglich die vielen Stimmen, es war ein geschlossener Anlass. Ein Schulklasse auf Klassenreise lauschte andächtig der Lehrerin, welche offenbar interessante Informationen lieferte.

Der Blick in Richtung Lago Maggiore zeigt einen Teil der Stadtmauer, sowie den anderen Turm. Auf dem dünnen Weglein auf der Burgmauer gehen die Besucher vom einen Turm zum anderen.

Zum Schluss besuchten wir noch kurz die Kathedrale San Lorenzo, welche für eine so kleine Stadt erstaunlich protzig aussieht. Ausser uns gab es keine Leute im Gebäude.
Ein durchaus lohnender Ausflug in die mir unbekannte Stadt, auch die Altstadt selber macht Lust auf mehr! Das aber bei einem anderen Besuch, das viele Treppensteigen hinterliess seine Spuren in den Beinen.
