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- Kategorie: Vietnam 25
Zwei Tage in Hue, dann reichte es
Von Da Nang fuhren wir mit einem Bus in etwas mehr als zwei Stunden nach Hue, wo wir zuerst einmal in unser Hotel eincheckten und uns gerade wieder auf den Weg in die Stadt machten.

Mit einem GRAB besuchten wir die Thanh Toan Bridge, die in einem Aussenbezirk der Stadt liegt und als eine der ältesten Brücken Vietnams gilt. Unser Fahrer hatte eine lustige Sammlung von Buddha- und Mönchsfiguren auf seinem Armaturenbrett. Beim dichten Verkehr kann man jedes Bisschen Karma brauchen!

Die Brücke wurde 1776 erbaut und hat als Spezialität ein mit Keramik-Ziegeln bedecktes Dach. Von Kriegen, Feuern und Hochwasser wurde die Brücke immer wieder stark beschädigt oder gar zerstört. Die aktuelle Brücke ist die 5. Generation und wurde 1971 wieder eröffnet.

Die interessanten Innenkonstruktion des Gebäude zeigt die grossen handwerklichen Fertigkeiten, welche die Erbauer hatten.

In Hue steht ein wichtiges Spital für die ganze Provinz. Am Spital angebaut ist ein Motorrad-Parkhaus mit 3 Geschossen, in welchen unzählige Töffs abgestellt sind. Die Porsches und Mercedes der Chefärzte waren hier nicht zu sehen.

Auch beim grossen Stadt-Markt werden viele Motorräder in einem naheliegenden Parkhaus abgestellt. Die umliegenden Strassen und Trottoirs sind aber auch so noch „vollgetöfft“.
Für den zweiten Tag unseres Besuchs in Hue buchten wir uns eine organisierte Stadttour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Es regnete fast den ganzen Tag und wir wollten nicht auf eigene Faust im Regen von Ort zu Ort gehen.

Die Tour begann mit dem Besuch der Zitadelle, welche eigentlich der Kaiserpalast ist. Das eine Eingangstor, welches einst ausschliesslich für den Kaiser da war, diente heute als Kulisse für viele einheimische Damen, welche in traditioneller Tracht für Aufnahmen posierten.

Ein Detail eines Teils des Daches verrät viel über die Handwerkskunst der Erbauer. Keramik-Ziegel decken die Dächer und viele mythischen Figuren verzieren die Ecken des obersten Dachs.

Im Innern der Zitadelle gibt es eine Vielzahl von einzelnen Gebäuden, viele weitere überlebten offenbar den Krieg der Amerikaner nicht und wurden noch nicht wieder aufgebaut. Die Amerikner bombardierten einfach alles, was ihnen unter die Flieger kam. Kulturgut hin oder her, Nixon wollte die Vietnamesen in die Steinzeit zurück bombardieren. In diesem Gebäude sind Gedenktafeln für einige der vielen vientamesischen Kaiser aufgestellt. Fotografieren ist im Gebäude nicht erlaubt.

Dieses Gebäude wurde wieder hergestellt. Im Vordergrund liegen unter dem dichten Gras noch Grundmauern weiterer Gebäude.

Vor drei Jahren wurde dieses Gebäude wieder eröffnet, nachdem es im Krieg nahezu ausradiert wurde. Der letzte Kaiser Vietnams war ein grosser Fan Frankreichs und besuchte damals auch Paris. Dieses Wohnhaus liess er nach einem Vorbild in Frankreich bauen. Auch hier liessen sich einige Damen in der traditionellen Tracht ablichten.

Ein weiterer Besuch galt der höchsten Pagode Vietnams. Diese liegt am Parfum-Fluss, der heute nicht sehr einladend wirkte. Eine braune Brühe floss im Nebel und Regen in Richtung Meer.

Die Thien Mu Pagoda wurde 1601 erbaut und immer wieder erneuert und erweitert. Die schönen Farben der Gebäude kamen heute nicht zur Geltung, das Licht war viel zu grau.

Diese ältere Dame musste ihr Fahrrad bergauf stossen, der Poncho sowie der landestypische, konische Hut schützten sie vor dem Regen. Immerhin bringt sie etwas Farbe in die triste Landschaft.

Bergab ging es für diese Dame leichter, doch auch sie ist dick eingepackt. Der Regen liess die knapp 20° kühler wirken und zusammen mit dem Fahrtwind war es sicher noch unangenehmer.

Viele Touristen waren heute wie Arbeiter in einem von einer Tierseuche heimgesuchten Bauernhof eingekleidet. Der leichte Regen sickerte aber auch so in Kleider und Schuhe.
Die Wetteraussichten für die ganze nächste Woche sind für Mittel-Vietnam lausig mit maximal 20° sowie jeden Tag Regen. Wir beschlossen deshalb, unser nächstes Ziel Hoi An zu streichen und fliegen morgen nach Ho Chi Minh City (Saigon), wo es endlich wieder sonnig und wärmer sein soll.
