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- Kategorie: USA 07/08: Teil II - Florida - US 10 - California
The Mighty River
Misisipi, Missisippi, Misisippi, Mississipi oder doch Missisippi?
So viele Varianten und doch sind alle falsch! Die richtige Schreibweise ist Mississippi. Heute auf jeden Fall war der Mighty River für und der unbestrittene Mittelpunkt des Tages.
Am Morgen war es höchstens 8 Grad "warm" und bedeckt mit leichtem Regen. Wir entschieden uns deshalb, den Spaziergang von Marcel und Heinz im berühmten French Quarter auf morgen Sonntag zu verschieben, in diesem Wetter schickt man nicht einmal einen Hund vor die Türe!

Stattdessen fuhren wir entlang dem Fluss gegen Süden in Richtung der Mündung und haben ihn nach einer guten Stunde Fahrt mit einer Fähre überquert, um auf der anderen Seite wieder nach New Orleans zurück zu fahren.
Die beiden Flussseiten sind sehr unterschiedlich. Auf der rechten Seite sind grössere Veihherden zu sehen, die in der beinahe leergeräumten Landschaft weiden. Die wenigen Häuser sind meist einfache aber saubere Gebäude. Am linken Ufer sind hingegen sehr bescheidene Behausungen zu finden, oft durch Katrina zerstört und nicht wieder aufgebaut. Stattdessen sind noch viele FEMA Wohncontainer (FEMA ist die Katastrophen Management Organisation, welche diese Container als temporäre Wohngelegenheiten zur Verfügung gestellt hat) zu sehen, die immer noch bewohnt sind. Viel Abfall und Schutt liegen überall herum.
Insgesamt eine sehr bedrückende Szene. Ich musste mir immer wieder sagen, dass ich nicht in einem 3. Weltland reise, sondern mich im reichsten Land der Erde befinde.
Eingangs New Orleans dann der Lower 9th Ward, das Quartier, welches von Katrina und dem gebrochenen Damm am stärksten betroffen ist. Wie nach einem Krieg sieht es hier aus, ganze Strassenzüge sind unbewohnt und auch unbewohnbar, die Infrastruktur ist nicht mehr existent. Geschäfte, Gemeindeeinrichtungen und Häuser sind defekt und können eigentlich nur durch einen radikalen Neubau saniert werden. Dazu fehlt leider das Geld, dieses wir unter anderem im Irak dringender gebraucht. Hier lebten ja eh nur Schwarze und schliesslich muss die Regierung Bush Prioritäten setzen!

Am Nachmittag haben wir uns dann auf einer Schifffahrt auf dem Mississippi eine andere Perspektive des Flusses angesehen. Ein Dampfschiff - die Natchez - hat uns einen grossen Teil des Hafens von New Orleans gezeigt. Der Fluss zeigte sich einmal mehr in seiner ganzen Breite und Macht. Tom Sawyer und Huckleberry Finn haben wir aber trotz angestrengter Suche nicht getroffen.
