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- Kategorie: Mexico 10 / 11
Heute hing alles an einem dünnen Fädeli …
... aber zum Glück nicht so, wie der Titel vermuten lässt! Der Faden war auch nicht aus Seide.
Weite Teile der Küste am Golf von Mexico sind von Mangroven überwachsen. Diese sind sehr wertvoll für die Natur, einerseits schützen sie die Küste vor der Erosion durch den Wellengang. Dies auch zu normalen Zeiten, viel wichtiger werden die Mangroven aber zur Zeit der alljährlichen Hurricanes. Ähnlich unseren Lawinenverbauungen schützen sie das Kulturland vor den Naturgewalten.
Zudem dienen diese Wälder sowohl der Reinigung des Wasser als auch als Brutstädte für allerlei Fische, Crevetten und Krabben. Ohne Mangrovenwälder könnten sie sich nicht vermehren. Die Laguna Sontecomapan ist eine solche Mangroven-Landschaft, welche von Catemago aus sehr gut besucht werden kann. Lokale Fischer bieten Ausflüge mit ihren Booten in die Lagune an.

Daneben ergeben sich in diesen Gebieten auch immer gute Gelegenheiten für stimmungsvolle Bilder.

Ein Snowy Egret spiegelt sich im Wasser, in welchem er voll konzentriert nach Beute Ausschau hält.

Der Namensvetter der American Jacana ist uns von unseren Ost-Afrika-Reisen sehr vertraut. Die hiesige Variante ist etwas kleiner, aber nicht minder aufgeregt, wenn sich eine Störung nähert. Nach lautem Schimpfen fliegt sie einige Meter ausgerechnet in Fahrtrichtung des Bootes weiter, nur in bereits nach kurzer Zeit schon wieder gestört zu werden.

Selbstverständlich genau am entferntesten Punkt unseres Ausfluges aufs Wasser machte unser Motor schlapp. Der Kapitän konnte das Problem nicht beheben, offensichtlich war der Vergaser völlig abgesoffen.

Glücklicherweise tauchte bereits nach wenigen Minuten Unterstützung auf, ein Kollege unseres Kapitäns war ebenfalls mit Touristen auf derselben Route unterwegs. Gemeinsam versuchten sie, dem Problem auf den Grund zu kommen.

Leider erfolglos, also blieb nur noch: Abschleppen! Selbstverständlich fehlte sowohl auf unserem SchiffHier als auch auf dem Kollegen-Boot ein richtiges Abschleppseil, Nur ein sehr dünnes Kunststoff-Seil von etwa 2 mm Durchmesser war auffindbar. Erstaunlicherweise vermochte das Fädeli uns zu völlig problemlos ziehen.

Auch auf dem offenen Wasser hielt der Faden, zum Schwimmen wäre es ohnehin zu weit. Beim Einlaufen in den kleinen Hafen musste unser Kapitän einige Lacher von Kollegen erdulden, von denen jeder froh war, nicht im selben Boot zu sitzen! Trotz allem Spott gelang es uns aber, sicher anzulegen.

Juanita leistete ganze Arbeit und wusch unsere Wäsche zu unserer vollen Zufriedenheit. Im Hotel kostet die Wäsche eines Pyjamas 18 Pesos, Juanita erledigt für 14 Pesos ein ganzes Kilo schmutziger Wäsche …

… und faltet sie erst noch fein säuberlich! Zudem verdient auf diese Weise noch jemand aus der Bevölkerung am Tourismus, nicht nur die Hotelbesitzer.
