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- Kategorie: Mexico 10 / 11
Nochmals Mayas, diesmal in Tulum
Die Maya-Stätte Tulum liegt oberhalb des weissen Karibik-Strandes mit direkter Meersicht. Schon die Mayas wussten, worauf es bei Immoblilien ankommt!

Während in vielen anderen archäologischen Stätten zur Zeit die Touristen sehr rar sind, bewegen sich hier richtige Horden in der Anlage. Reisebusse entleeren ihre Ladungen direkt vor dem Visitor Center. Wie in allen anderen Gebieten, in welchen wir schon reisten, bewegen sich Japaner auch hier fast ausschliesslich in grossen Gruppen, bestens eingemummt und abgeschattet.

Von den Massen liessen wir uns nicht abhalten und machten uns schon früh auf den Weg der Besichtigung. Wir wollten den Horden aus Cancun und Playa del Carmen zuvorkommen, die gegen Mittag hier eintreffen. Es lohnte sich, die ganze Anlage ist sehr gepflegt und obwohl schon hunderte von Jahren alt, noch immer bildhübsch.

Viele der Gebäude in Tulum sind auf etwa halber Höhe eingeschnürt, was ihnen eine seltsam ungewohnte Form verleiht.

Auf vielen Gebäuden und Mauern liegt mindestens ein grosser Leguan an der Sonne. Dank der vielen Touristen verloren sie die natürliche Scheu vor dem Menschen und lassen sich ungestört von nahe fotografieren. Dieser Kerl sieht gefährlich aus, ist aber mit seinem guten Meter Körperlänge absolut harmlos, er ist ein reiner Vegetarier und frisst neben Gras viele Blätter und reife Früchte. Schwitzende und stinkende Menschen zählen nicht zu seiner bevorzugten Nahrung.

Den Nachmittag verbrachten wir im angrenzenden Biosphären-Reservat, wo es neben viel Natur auch einige Vögel zu beobachten gab - neben schönsten weissen Sandständen und viel türkisblauem Meer. Ein Royal Tern ruhte sich auf einem Pfosten bei einer Brücke aus und freute sich über die Gelegenheit, auf einem Bild zu posieren. Mit seiner windschlüpfrigen Frisur sieht er ganz witzig aus.

Ein brauner Pelikan setzte sich auf ein etwa 2 cm dünnes Brett, damit auch er auf eines meiner Bilder kam. Das Gleichgewicht hielt er mühelos und liess sich auch durch mich nicht verscheuchen.

Der Tio rico ist die spanische Variante des reichen Onkels, der dir gerne Geld leiht. Ein Pfandhaus (Casa de Empeño) nimmt allerlei Gegenstände als Pfand und gewährt einen Sofortkredit. Die Konditionen sind gar nicht so schlecht. Zumindest auf den ersten Blick sehen 2.5% ganz vernünftig aus, erst beim genaueren Hinsehen fällt das kleine Wörtchen semanal auf, was wöchentlich bedeutet! 130% Jahreszins und dies bei einem hinterlegten Pfand! In meinem Vokabular steht bei dieser Art Kreditvergabe nicht wohl meinender Onkel sondern Wucherer. Aber andere Länder, andere Sitten.
