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- Kategorie: Mexico 08/09
Acapulco, heute leider von der wirklich hässlichen Seite
Am Morgen fuhren wir dem Meer entlang in den Quebrada-Stadtteil, wo die berühmten Klippenspringer ihre Kunststücke vorführen. Aus 40m Höhe springen sie ins Meer, wobei sie die richtige Welle abpassen müssen, um nicht an den Klippen zu zerschellen. Ihre Kunststücke vollführen sie allerdings erst am Nachmittag und Abend, so lange wollten wir aber nicht warten, sondern sahen uns andere Stadtteile an.
Unterwegs sahen wir diesen Ficus, der sich überhaupt nicht von einer Mauer beeindrucken lässt und ganz einfach über die Einengung hinüber wächst. Ganz schön beeindruckend, die Kraft der Natur! Leider auch ein Sinnbild für die immer stärker werdende Korruption in Mexiko, wovon wir nach den heutigen Erfahrungen auch unser Lied singen können.

Kaum waren wir wieder auf der Strasse, welche die Bucht umfährt, der Costera Miguel Aleman, hielt uns ein Verkehrspolizist an. Er meinte, wir hätten ein Rotlicht überfahren und die Busse dafür seien 2'150 mexikanische Pesos, ca 200 CHF. In weiterer Umgebung war jedoch kein solches zu sehen und wir waren im Verkehrsfluss unterwegs – dummerweise auf der rechten Fahrspur. Er beschlagnahmte sofort den Fahrausweis und sagte, diesen würden wir morgen wieder erhalten, wenn wir die Busse auf dem Polizeiposten bezahlten. Nach einigem Hin und Her sagte er aber, wenn wir 500 Pesos (ca. 50 CHF) sofort bezahlen würden, erhielten wir den Ausweis unmittelbar wieder. Gesagt getan. Ich verlangte dann eine Quittung, was er aber natürlich ablehnte. Ganz offensichtlich hat er das Geld einfach so eingesteckt.
Nach etwa 300 m hielten wir am Strassenrand, um ein Bild der Skyline zu schiessen. Sofort tauchte ein weiterer Polizist auf und sagte, wir hätten eine Regel verletzt und die Strafe dafür seien 2'500 Pesos. Wiederum die Beschlagnahme des Ausweises und die schon üblichen Verhandlungen über den Preis. Nach 200 Pesos erhielten wir den Ausweis zurück und konnten weiterfahren. Nach wiederum einigen hundert Metern ertönte eine Pfeife eines anderen Polizisten, der uns an den Strassenrand dirigieren wollte. Wir nahmen jedoch keine Notiz und fuhren einfach weiter, was uns auch ohne Problem gelang.
Wenn ich eine Busse für ein Vergehen bezahlen muss, ärgert mich das natürlich, vor allem aber ärgere ich mich über mich selber, dass ich die beanstandete Verletzung der Verkehrsregeln begangen habe. In diesen Fällen aber ist das reine Abzocken von zufällig uniformierten Idioten, die nur auf ihren eigenen Profit schauen. Dass dabei die ganze Touristen-Region in Verruf gerät, ist ihnen völlig egal, sie haben ihren Profit ja eingefahren. Ich werde mich auf jeden Fall in den entsprechenden Touristen-Foren mit Kommentaren zu Acapulco nicht zurückhalten. Bei der Touristeninformation der Stadt Acapulco werde ich mich ebenfalls melden, diese Unsitte muss aufhören und zwar möglichst schnell. Leider habe ich es versäumt, von diesen beiden Arschlöchern ein Bild zu machen, sonst hätten diese identifiziert werden können.
Dass uns nach diesen Erfahrungen die weitere Lust auf die Stadt verging, versteht sich von selber, wir kehrten in unser Hotel zurück und verbrachten den Nachmittag am Pool, bevor wir zum Nachtessen ins hoteleigene Restaurant aufbrachen.
Die Coquilles St-Jaques waren trotz der seltsamen Farben sehr schmackhaft und beschlossen diesen aufregenden und leicht enttäuschenden Tag.

