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- Kategorie: Canarias 21
Eine Rundfahrt im Norden von Fuerteventura

Etwas südlich unseres Standortes im Norden der Insel liegt ein grosses Dünengebiet mit schönen, feinsandigen Stränden. Der Posten des Lebensretters war heute aber nicht besetzt, die gelbe Flagge warnt vor dem Baden im Meer. Ein kühler Wind blies aus Osten und sorgte für hohe Wellen. Es waren nur einige Sonnenanbeter am Strand.
Unser erstes Ziel war die kleine Ortschaft La Oliva, die selber zwar nur knapp 1’500 Einwohner zählt, aber als eine der nur 6 Gemeinden auf Fuerteventura ein grosses Umland hat. Unter anderem gehört auch die Ortschaft Corralejo, wo wir wohnen, zum Verwaltungsgebiet.

Schon früher war La Oliva eine wichtige Stadt, in der Casa de los Coroneles aus dem 18. Jhdt. wohnten die Gouverneure der Insel. Diese waren wegen ihrer Habgier und Brutalität gefürchtet, als die Beschwerden der lokalen Bevölkerung zu gross wurden, schaffte Madrid die Ämter schliesslich ab. Heute dient das Haus als Ausstellungsraum für lokale Künstler und steht den Touristen für einen Besuch zur Verfügung. Die 3€ Eintrittsgeld pro Person wurden uns als Pensionierte geschenkt. Soll ich mich freuen oder nicht?

Eine Ausstellung handelte von einer Frau, welche vor vielen Jahren in der Gegend ermordet wurde. Einige ihrer Sachen waren Teil der Ausstellung, so auch diese Puppe, welche offenbar mit Kleidern der damaligen Epoche ausstaffiert war. Ruth freute sich vor allem über den Namen.

Vom Dach des Hauses aus gibt es schöne Blicke über die Landschaft, so auch hin zu diesem geradezu typischen Vulkan. Es wimmelt auf Fuerteventura von Vulkanen, genauso wie auf den anderen Inseln des Archipels.

Im Innenhof des Palastes wachsen zwei Palmen, sonst ist der Hof aber weitgehend leer. Auch die meisten der Zimmer im Haus sind leer, nur im Erdgeschoss findet zur Zeit die Kunstausstellung statt.

Die Zugangstüre zum Haus rahmt einen weiteren Vulkan ein.

Beim Parkplatz wartete ein Erdhörnchen auf uns und hätte vermutlich gerne ein paar Nüsse erhalten. Wir hatten leider nichts dabei, so konnte ich mich fürs geduldige Posieren nicht mal bedanken.

Im Zentrum von La Oliva steht die dreischiffige Kirche mit dem markanten Turm. Dieser kontrastiert zum makellosen Weiss des übrigen Gebäudes.

Im Innern bemerkte ich diese interessante Konstruktion: Die grosse seiten-Türe wird vom Querbalken verrammelt, dieser ist auf der linken Seite in ein Loch eingelassen und auf der rechten Seite gibt es eine in die Mauer eingelassene Führungsschiene, in welcher der Balken von der Türe wegbewegt werden kann. Die beiden Türflügel können dann geöffnet werden. Low Tech und erst noch kostengünstig.

Unsere nächste Station war eine kleine Ortschaft am Meer. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch eine sehr karge Landschaft. Kaum vorstellbar, wie hier die Bauern in früheren Zeiten überlebt haben. Viel gab der Boden sicher nicht her. Und vom Wenigen wollte der Gutsherr dann noch seine Hälfte!

Das Dorf El Cotillo ist stolz auf seinen Namen. Hier steigen viele Surfer ab, da die Wellen hier im Westen der Insel gross sind und das Surfen entsprechend spannend.

Im Vordergrund gibt es zwei alte Brennöfen, wo einst Keramik gebrannt wurde. Heute sind beide nicht mehr in Betrieb. Im Hintergrund liegt ein Wehrturm welcher gegen die Piraten gebaut wurde. Auch dieser ist heute nicht mehr in Betrieb, die modernen Piraten lassen sich mit solchen Türmen nicht abhalten.

Das Castillo El Tostón wurde um 1700 erbaut. Im Innern soll es eine interessante Ausstellung über die Piraten-Aktivitäten an der Küste geben und von oben soll es eine schöne Rundsicht über die Küste geben. Aber eben …

Auch hier soll ein Walskelett an die bedrohten Meeressäuger erinnern. Dieses erwachsene Weibchen wurde offenbar zusammen mit vielen anderen nach einem Militärmanöver auf hoher See tit an Land geschwemmt. Viele Wale sterben in Folge der Explosionen von Granaten anlässlich der Seemanöver. Ob die Ausstellung wohl etwas nützt? Zu hoffen wäre es auf jeden Fall.

Den Schlusspunkt setzt heute der Faro del Tostón, der Leuchtturm etwas nördlich von El Cortillo. Er markiert den westlichen Punkt der Meerenge zwischen Fuerteventura und Lanzarote. Der etwa 30 m hohe Turm kann leider nicht besichtigt werden und das angeschlossene Museum der Traditionellen Fischerei war heute wegen der C.-Sch. ebenfalls geschlossen.
