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- Kategorie: Panama 21 / 22
Zuerst Frust, dann die Belohnung und zum Schluss noch ein Chrampf
Das Hauptziel unseres Besuchs in der Gamboa Rainforest Lodge war die Sesselbahn, welche durch den Regenwald führt. Auf der Fahrt sollen viele Bewohner des Waldes zu sehen sein. Heute war jedoch keine Fahrt möglich, am Montag wird offenbar die Anlage unterhalten. Gestern noch hiess es, wir könnten heute ab 09:00 eine Fahrt reservieren. Heute dann aber nichts, nada.

Am frühen Morgen noch kurz vor Sonnenaufgang stieg etwas Nebel aus dem Regenwald auf und sorgte für eine mystische Stimmung.

Anstelle der Fahrt mit der Seilbahn machten wir eine Bootstour in den Panama-Kanal und den Gatun-See. Heute war auf der Wasserstrasse einiges los. Grosse Container-Schiffe und auch Flüssiggas-Transporter wechselten sich im Kanal ab. Am Nachmittag läuft der Verkehr der Schleusen von der Karibik in Richtung Pazifik, am Morgen umgekehrt.
Sobald unser kleines Boot die Hauptfahrrinne des Kanals verliess, sahen wir einige der lokalen Tiere. Der Gatun-See ist ein Stausee, der mit dem Bau des Kanals entstand. Die Schleusen auf beiden Seiten des Kanals dienen als Staumauern. Die grossen Schiffe fahren ausschliesslich in einer grossen Rinne, welche immer auf die notwendige Tiefe ausgebaggert wird. Kleinere Boote können auch in die Randgebiete des Sees fahren und dort um die vielen kleinen Inseln herum cruisen.

Dieser Howler-Monkey oder Brüll-Affe war nicht sehr erfreut, als er uns unter seinem Baum entdeckte. Seinem Unmut liess er freien Lauf. Den Ton konnte ich leider nicht aufnehmen.

Auf der Unterseite eines Baumastes entdeckten wir kleine Fledermäuse, welche sich hier an der Rinde festhalten. Jedes der Tiere misst vielleicht 2.5 cm.

Flusslandschaften sind für mich immer faszinierend, zumal dann, wenn sich der Wald im glatten Wasser als Spiegelbild abzeichnet.

Noch ein söttiges.

Eine Libelle ruht sich auf einem vertrockneten Ast aus. Leider waren unsere Mitfahrenden auf dem Boot sehr laut, so dass wir kaum viele Tiere zu sehen bekamen.
Im Anschluss an die Bootsfahrt wollten wir noch etwas zu Fuss die Gegend erkunden. Auf der Karte sah ich einen Rund-Weg, der von der Lodge weg in knapp 2 km wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrte. Wir machten uns auf den Weg und als wir einige 100 m von der Lodge entfernt waren, holte uns ein Fahrer der Lodge ein und meinte, wir sollten noch die Bootsfahrt bezahlen, da die Dame am Empfang gerne ihre Tageseinnahmen abschliessen wollte. Er fahre uns zurück zur Lodge und als ich bezahlen wollte, funktionierte das Kreditkarten-Terminal nicht. Wir entschieden uns, unsere Schulden morgen zu begleichen, wie es ursprünglich auch ausgemacht war.
Der Ort, wo wir bezahlen sollten, war nahe beim Schlusspunkt unserer geplanten Wanderung und so entschlossen wir uns, den Weg in umgekehrter Richtung zu gehen. Dieser Entscheid sollte sich lohnen!

Kaum waren wir vom Hauptweg auf dem Wanderweg, sahen wir ein Faultier den Weg überqueren. Da dies ein sehr langsamer Vorgang ist, musste ich mich mit Fotografieren nicht beeilen. Beim genaueren Hinsehen sah ich, dass dieses Muttertier noch seinen Sprössling am Bauch trug.

Auf diesem Bild ist das Jungtier hinter der Mutter zu sehen. Neugierig schaute es hervor, so als wolle es sich die Attraktion des Tages nicht entgehen lassen.
Mit dem iPhone filmte ich das Tier noch: Achtung nicht einschlafen, die Bewegungen sind sehr langsam!
Auf dem weiteren Weg sahen wir viele Blattschneiderameisen, welche ihre Ernte ins Nest transportierten. Auch hier ein kurzer Film der emsigen Tierchen.

Unser Wanderweg führte vom Flussufer auf 26 m.ü.M. bis auf knapp 300 m durch den Regenwald. Steil bergauf in der feucht-heissen Luft trieb die Schweissdrüsen zur Höchstleistung.
Die Treppe, welche auf meiner Karte am Ende des Weges eingezeichnet war, entpuppte sich bei unserer Ankunft als Treppen-Ruine mit Stufen, welche weitgehend kaputt waren. Dazu war sie sehr steil, für mich fast nicht zu begehen. Mit Unterstützung von Ruth und einem grösseren Ast gelang es uns schliesslich, wieder auf die Strasse zurück zu kommen. Grössere Stufen überwand ich ab und zu auf dem Hosenboden.

Bevor wir dann wieder festen und vor allem flachen Boden unter den Füssen hatten, galt es noch einen Sumpf zu durchqueren. Die Füsse versanken in Morast, doch an einen Rückweg war nicht zu denken. Eine bessere Kennzeichnung des Weges von Seiten der Lodge hätten wir uns schon gewünscht!
