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Wasservögel brauchen offenbar Wasser
Heute verliessen wir unser Hotel am Meer und fuhren weiter in den Westen, nach Chitré, wo wir in einem Feuchtgebiet Vögel beobachten wollten. Entlang der Strasse lagen zwei Orte mit interessanten Sehenswürdigkeiten.
In Natá steht die angebliche älteste Kirche Amerikas, welche immer noch in Gebrauch ist. Die Basilica Menor Santiago Apostol wurde 1522 erbaut, gerade mal 30 Jahre, nachdem Kolumbus zum ersten Mal zu den neuen Ufern lossegelte.

Die Kirche wurde erst kürzlich restauriert und erstrahlt nun in schönstem Weiss. Am heutigen Sonntag nahmen etliche Einheimische an einer Messe teil. Gerade als wir ankamen, war diese zu Ende und die meisten Personen strömten aus dem Gebäude.

Das Innere ist angesichts des kleinen Dorfes sehr gross, offenbar lebten früher viel mehr Leute in der Gegend, die sehr fruchtbar ist. Oder zumindest gingen früher viel mehr Leute in die Kirche.

2021 wurde in Panama der 200. Geburtstag des Sieges über die Spanier gefeiert. Für das Land ist dies ein sehr wichtiges Ereignis, an welches vielerorts mit grossen Gemälden gedacht wird. Auch in Natá ist das Gemeindehaus damit verziert.

Unser nächster Stopp galt der kleinen Ortschaft Parita, welche schon auf der Azuero-Halbinsel liegt. Hier sind grosse Teile der Dorfzentrums gut erhalten und zeigen noch den Baustil der Gründerzeit. Die Kirche wurde erst im 18. Jhdt. erbaut und war heute leider geschlossen.

Einstöckige Häuser mit einer Veranda zur Strasse hin machen den Hauptteil der Wohnhäuser aus. Bei einigen stehen Schaukelstühle auf der Veranda, welche teilweise auch in Gebrauch waren. Hier gerade nicht.

Allerhand fotografische Produkte und Dienstleistungen werden hier angeboten: Bedruckte Tassen, Kleber, Fotokopien, Plastifizieren von Bildern, Ausdrucken von Bildern und viele weitere Gadgets können hier zu den Öffnungszeiten bezogen werden. Heute war jedoch geschlossen.

Auch hier stehen die Schaukelstühle bereit, jedoch fehlen aktuell die Bewohner. Mich erinnert dieses Städtchen an Ortschaften in Kuba. Auch dort gibt es diese Veranden und Schaukelstühle gehören ebenfalls zum Dorfbild. Im Unterschied zu Panama sind auf Kuba die meisten Häuser jedoch in einem sehr schlechten Zustand, während hier vieles neu renoviert ist.

Ein ganzer Block bei welchem jedes Haus über eine grosse Veranda verfügt.

Ein Herr nutzte den Sonntag, vor seinem Haus mit einem Besen zu kehren. Interessant fand ich, dass nahezu jedes Haus über eine andere Farbe verfügt.

Schliesslich wollten wir uns an einem Strand die angepriesenen Wasservögel ansehen. Leider waren die Mudflats (Schlammebenen) gerade ausgetrocknet, weshalb es keine Vögel zu sehen gab. Und Wasservögel brauchen offenbar Wasser, who knew? Als ich das Auto wendete, bemerkte ich dieses Schild. Offenbar gab es in der Vergangenheit an dieser Stelle allerlei unsittliche Aktivitäten!
Am heutigen 9. Januar wird in Panama den Ereignissen vom 9. Januar 1964 gedacht. Damals kam es rund um den Kanal zu Protesten, während derer nach verschiedenen Quellen bis zu 28 Panameños durch US-Amerikanische Sicherheitskräfte erschossen wurden. Der Tag heisst deshalb Dia de los Martires, Tag der Märtyrer. Zum Gedenken an die Ereignisse ist es am 9. Januar in ganz Panama nicht erlaubt, Alkohol zu verkaufen oder auszuschenken. Unser gewohntes Bier musste heute leider entfallen.
