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- Kategorie: Cruise Barcelona - Buenos Aires 24
Ein schwitziger Tag in Rio de Janeiro

Um 05:26 ging die Sonne über Rio de Janeiro auf, gerade als wir uns der Stadt näherten. Im Vordergrund rechts ist der Pão de Açúcar (Zuckerhut) zu sehen, ganz links der berühmte Copacabana-Strand und im Hintergrund der ebenso bekannte Corcovado mit der Christusstatue.

Als wir der Stadt näher kamen wurden auch die Details klarer. Die Sesselbahn auf den Pão de Açúcar war schon in Betrieb, viele Touristen wollen von diesem Punkt aus den Sonnenaufgang ansehen. Auch die Christusstatue ist von hier aus zu erraten.
Wir entschieden uns einmal mehr, den Ausflug in die Stadt selber zu organisieren. Alle Sehenswürdigkeiten sind per UBER gut erreichbar und auf die Erklärungen der Reiseführer auf den vom Schiff organisierten und überteuerten Ausflügen kann ich gut verzichten.

Der erste Halt auf unserer Stadterkundung galt der Copacabana, dem wohl berühmtesten Strand von Rio. Am Morgen waren noch kaum Leute unterwegs, so dass wir den weissen Sand ganz für uns hatten. Die Füsse tauchten wir kurz ins Wasser, der Südatlantik war aber eher kühl, ich hätte hier nicht ins Wasser gehen wollen.

Leider vergass ich ein Bild vom Strand mit dem Meer zu machen, Paul stellte mir eines zur Verfügung. Vielen Dank!

Bei meinem letzten Besuch in Rio vor etwa 30 Jahren buchte ich uns ein Zimmer im Copacabana- Palace, dem besten Hotel in Rio. Dieses Bild soll Ruth davon überzeugen, mal wieder mit nach Südamerika zu reisen. Mal sehen.

Der nächste Stopp galt dem Corcovado mit der Christusstatue. Per Taxi kann man den Berg nicht befahren, eine schon 1884 errichtete Zahnradbahn führt auf den Gipfel. Die aktuellen Züge wurden 2019 von Stadler-Rail aus der Schweiz geliefert. Heute waren vier Züge gleichzeitig unterwegs. Diese kreuzten sich an zwei verschiedenen Orten auf dem Weg zum und vom Gipfel.

1931 wurde die 30 m hohe Statue fertiggestellt grüsst seither vom 710 m hohen Corcovado aus die Menschen in der Stadt. Die Arme sind 28 m breit!

Von diesem privilegierten Aussichtspunkt aus hat die Statue eine wunderbare Sicht auf Teile der Stadt. Prominent ist der Pāo zu sehen und der weisse Botafogo-Strand liegt direkt zu Füssen. Die Copacabana wäre weiter rechts zu sehen.

Wieder liessen wir uns von einem UBER zu unserem nächsten Ziel, der Escadaria Selarón, chauffieren. Als uns unser Fahrer aussteigen liess, fiel mir dieses Schild auf: Behinderte werden hIer nicht als „Menosvalidos“ wie in Spanien bezeichnet, sondern als Personen mit Defiziten. Etwas netter immerhin.

Die Escadaria Selarón wurde vom chilenischen Künstler Selarón als Geschenk an das brasilianische Volk gestaltet. Sämtliche 215 Treppenstufen sind mit Keramikplatten verziert, welche er auf seinen Reisen sammelte oder welche ihm von Bekannten geschenkt wurden. Wegen der vielen Touristen und dem Gedränge verzichteten wir auf den Aufstieg.

Die vielen Touris ziehen selbstverständlich auch unzählige Händler an. Die Christusstatue in allen Formen war eines der beliebtesten Motive.

Wir leisteten uns stattdessen einen kleinen Lunch, einige feine Empanadas mit Rindfleisch gaben einen Vorgeschmack auf die kommenden Tage in Buenos Aires.

Auf unserer weiteren Stadtwanderung sahen wir leider auch viele Gebäude, welche in einem jämmerlichen Zustand waren. Schön renovierte Gegenden wechselten sich mit heruntergekommen Nachbarschaften ab.

Der Carioca-Äquadukt wurde 1750 eröffnet, um Frischwasser in die Stadt zu bringen. Seit 1896 dient er nur noch als Brücke für eine kleine Stadtbahn.

Die elektrische, auf beiden Seiten geöffnete Stadtbahn verbindet zwei Stadtteile auf 6 km Schiene miteinander. Wir wollten diese selbstverständlich auch noch benutzen. Zuerst aber gab es noch einige andere Ziele.

1979 wurde die städtische Kathedrale von Rio eröffnet. Mich erinnert sie an einen AKW- Kühlturm und einen solchen brauche ich nicht zu besichtigen.

Die Presbyterianische Kathedrale war heute geschlossen, da sie gerade renoviert wird. Langsam fällt mir auf, dass auf vielen Reisen mit Paul die lokalen Sehenswürdigkeiten gerade wegen Renovation geschlossen sind. Woran liegt das wohl? Andererseits hat Paul ab und zu ein Bild, das ich vergessen habe und gerne nehme!

Das moderne Rio sieht mitunter auch so aus: Im Zentrum gibt es viele Glas- und Stahlhochhäuser sowie grosse Plätze. Der Largo de Carioca ist einer davon.

Als ich mich umdrehte, lag die Igreja das Terceira Ordem de São Francisco da Penitência auf einem Hügel hinter mir. 1726 eröffnet ist sie eine der wichtigsten Kirchen der Stadt.

Da darf auch ein Bild des Innenraums nicht fehlen, auch hier viel Gold.

Zum Abschluss der Stadtwanderung wollten wir noch mit der kleinen Bahn fahren. In der Nähe des Largo de Carioca lag die eine Endstation. Ein Wägelchen wartete schon auf uns und wir konnten einsteigen.

Auf nahezu der ganzen Strecke hinauf zur Wohngegend Santa Teresa teilte sich die Strassenbahn den Weg mit Autos und Lastwagen. Dementsprechend langsam ging es teilweise voran. Neben wenigen Einheimischen waren heute vor allem Touristen mit der Bahn unterwegs. Da das Wägelchen keine Fenster an den Seiten aufwies, wehte immer ein angenehmer Wind, der uns die bis zu 38° gut aushalten liess.

An vielen Hängen der Stadt wohnen nicht die Reichen. Obwohl die 'Häuser' oft über schöne Aussichten verfügen sind die Favelas die berüchtigten Elendsviertel der Stadt. Einige davon lassen sich mit geführten Touren besuchen, etwas, was ich prinzipiell nicht mache. Diese Art der Gafferei widert mich an.

Heute mussten wir um 16:30 zurück im Schiff sein, da wir um 17:00 ablegen wollten. Wir erreichten unser Ziel knapp, sowohl, was die Zeit, als auch was die Batterie-Ladung des iPhones betraf. Wir waren aber nicht die letzten.
Der heiss-feuchte Tag forderte beim Nachtessen seinen Tribut: Ich brauchte ein grosses Bier, auf das ich mich schon den ganzen Nachmittag gefreut hatte.