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Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
28. Oktober 2015

Die Wiege der Menschheit - Sterkfontein Caves

Nördlich von Johannesburg liegen die Sterkfontein-Caves, eine Ausgrabungsstätte, welche gemeinhin als Wiege der Menscheit bezeichnet wird. Hier fanden Paläoanthropologen mehrere Skelette von Frühmenschen, Australopithecus africanus, welche auf zwischen 2 und 2.8 Mio. Jahren Alter geschätzt werden. Paul und ich statteten dieser Höhle heute einen Besuch ab. Von unserem Hotel aus waren wir knappe 90 Minuten mit dem Auto unterwegs. Ausserhalb von Johannesburg nahm der Verkehr sehr schnell ab und wir kamen zügig voran. Für Paul war es ein erster Ausflug in die afrikanische Landschaft.

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Der Fundort wurde von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Diese Stele markiert den Eingang zum Park.

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Das Visitor-Center liegt einige km von der Höhle entfernt, die Bauform soll an einen Grabhügel erinnern. Gerade schön ist das Gebäude nicht, der Inhalt des Museums entschädigt aber für die äussere Erscheinung.

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Wir hatten für die Höhle einen Führer, welcher uns kompetent über die Sehenswürdigkeiten informierte. Diese Platte zeigt ein Abbild des Schädels eines Frühmenschen, welcher Mrs. Ples genannt wird. Neuere Forschungen weisen allerdings darauf hin, dass es sich beim Schädel um jenen eines Jünglinges handelt. Ganz genau weiss dies allerdings niemand, ist das Fossil doch schon etwa 2.5 bis 2.8 Mio. Jahre alt.

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Auf schmalen Wegen geht es in die Tiefe, 120 Stufentritte hinunter und auf der anderen Seite der Höhle 200 Tritte nach oben. Auf dem Hinunterweg ist es relativ mühelos, der Aufstieg führt teilweise durch enge Couloirs und durch ca. 1 m hohe Löcher im Fels. Dort ist dann Kriechen angesagt.

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Die Wiege der Menschheit liegt in einer Karstlandschaft, viele Tropfsteinhöhlen liegen unter der Oberfläche. In diese Höhlen fielen die Frühmenschen und wurden hier fossiliert. Nun dienen die Skelette der Wissenschaft zur Bestimmung der Herkunft der Menschheit. In den Tropfsteinhöhlen bildeten sich im Laufe der Zeit auf viele Stalagmiten und Stalaktiten.

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Der Weg in die Tiefe wird meist mit Geländern markiert - gut für mich, sonst wäre der Zugang für mich nicht möglich gewesen. Einige Lichter wiesen zudem den Weg. Dank eines Helmes war der Kopf geschützt, ich schlug ihn einige Male an, da ich mich vor allem auf den Weg konzentrieren musste! An einigen Stellen diente mir Paul als Gehstock, da ich meinen im Hotel vergass.

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Das Tageslicht fiel durch einen Spalt in die Höhle ein und markierte so den Ausstieg an die Wärme. Im Innern der Höhle betrug die Temperatur etwa 16 Grad, draussen lag sie eher bei 28 Grad. Nach einer 3/4-stündigen Tour im Innern der Erde waren das Aussenlicht und die Wärme sehr willkommen. Die Frühmenschen, welche hier kläglich verendeten, müssten allerlei Qualen erlitten haben!

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Was wäre Afrika ohne Wildtiere: Vom Visitor-Center aus sahen wir die ersten Gnus, welche hier Wildebeest genannt werden. Zu deutsch sind es Streifengnus. Diese leben hier wild und grasen auch ausserhalb der Nationalparks auf den Feldern der Bauern. In einigen Tagen werden wir im Krüger-Nationalpark hoffentlich noch mehr dieser Tiere sehen, doch als erste Botschafter ihrer Gattung taugten sie allemal!

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Eine Gruppe von Schülern besuchte heute ebenfalls die Höhle und das Museum. Alle waren sie in orangene Leibchen gekleidet, auch Hosen und Schuhe gehören zu ihren Uniformen. Die meisten Schulkinder in Südafrika tragen Uniformen, welche so die leidigen Wettstreite und die schönsten - und teuersten - Kleider im Keime ersticken.

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Der Schädel der Mrs. Plies ist als Replika beim Weg zum Museum ausgestellt. Das Original befindet sich in einem Museum in der Hauptstadt, wo wir ihm morgen einen Besuch abstatten werden.

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Eine Schautafel im Museum hat meine Aufmerksamkeit besonders erregt: Die Entwicklung der unterschiedlichen Organe des Menschen wurde hier herausgestrichen. Ich enthalte mich jeglichen Kommentares, die Bilder sprechen für sich selber!

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Bei der Rückfahrt nach Johannesburg ergab sich ein schöner Anblick der Stadt. Johannesburg liegt auf etwas mehr als 1'600 m.ü.M. und geniesst ein gutes Klima. Warme bis heisse Sommer und ein angenehmer Winter mit Tagestemperaturen von zwischen 15 und 20 Grad. Während der Nacht kann es ab und zu leichte Fröste geben, allerdings eher selten. Nun beginnt der Sommer!

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