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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Dritte Etappe - Florida
Von Miami nach Naples mit vielen Alligatoren
Am 30. Dezember nahm ich den zweiten Teil der diesjährigen Winterreise in Angrif. Diesmal begleitet mich auf dem ersten Teil Ruth, später treffen wir Brigitta und Kurt aus Wien für zwei Wochen in Costa Rica. Ruth sowie die Österreicher kehren dann nach Hause zurück. Nach einer Zwischenetappe in Colobmia begleiten mich dann meine Freunde Bruno und Otto in Yucatan.
Nach dem langen Flug von Zürich über London erreichten wir Miami problemlos. Uns erwarteten angenehme 25 Grad und dies noch um 21 Uhr abends. Ein Bier sowie ein Salat halfen uns über den Hunger vor der ersten Nacht auf dem neuen Kontinent. Am nächsten Morgen holten wir unser Mietauto ab und fuhren dann los in Richtung Naples.

Die kürzeste Verbindung von Miami nach Naples ist die US 41, welche zwar schneller ist, jedoch viel uninteressanter. Ich fahre jeweils die sogenannte Loop Road, welche durch einen Zypressenwald führt und immer wieder für Überraschnungen gut ist. Ruth sah noch nie Alligatoren in der Wildnis, ein wichtiger Grund mehr, diesen "Umweg" zu fahren. Kaum waren wir weg von der Hauptstrasse, lagen die ersten Alligatoren im Gras. Teilweise beachtliche Brocken von gut 2.5 m Länge. Diese Zeitgenossen sind angenehmer, wenn eine schützende Scheibe zwischen mir und den kleinen Monstern ist.

Die Big Cypress National Preserve ist ein riesiges Schutzgebiet für die Zypressen, welche weite Teile des Südens von Florida bedecken. Zur Zeit steht das Wasser ziemlich hoch, weshalb hier viele Alligatoren in den Wasserläufen zu sehen sind.

Neben Zypressen gibt es hier auch eine Vielzahl von Tilandsien und auch Bromelien, welche wie diese hier zur Zeit gerade am Blühen sind.

Einer meiner Lieblingsvögel in den Sümpfen ist der Green Heron, ein hübscher Reiher, der hier auf Beute wartet. Immer steht er auf einem Ast oder sonstigen Holzstück, von dem aus er einen guten Überblick über das Nahrungsangebot hat. Sobald seine Leibspeise vorbei kommt, stösst er blitzschnell mit seinem Schnabel ins Wasser und holt sich seinen Leckerbissen. Nasse Füsse hasst er offensichtlich!

An vielen Orten ist der Zypressenwald undurchdringlich. die Bäume stehen dicht an dicht und die Bromelien füllen den Rest der Zwischenräume. Im Wasser warten Alligatoren auf den unvorsichtigen Fussgänger.

Eine Anhinga trocknet ihre Flügel, bevor sie wieder ins Wasser sticht, um ihren nächsten Snack zu suchen. Anhingas haben anscheinend keine bei sonstigen Wasservögeln übliche Fettdrüse, mit welcher sie ihre Flügel imprägnieren können. Wenn sie diese nicht trocknen würden, könnten sie nicht so elegeant und lange tauchen.

Immer mal wieder entdeckten wir einzelne Alligatoren, welche sich zwischen den Bäumen sonnten. Wenn sie genügend weit weg ware,n liessen sie sich problemlos fotografieren, alle die näher waren, verzogen sich blitzschnell in tieferes Wasser, wo sie sich sicher fühlten.

Ein kleinerer Alligator musste nicht fliehen, er lag inmitten eines grösseren Tümpels auf einem abgestorbenen Baumstamm und genoss die Sonne. Mir gefiel sein Spiegelbild. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er würde mich auslachen: Ätsch, du kannst mich sicher nicht stören ...

Nach all den Alligatoren auf der Nebenstrasse waren unsere Augen so auf diese Formen trainiert, dass wir sogar in dieser Wolke ein weiteres Exemplar entdeckten. Vorne links das Maul und dann die Stilaugen. Zeit für einen Szeneriewechsel, den wir in Naples dann auch fanden.
