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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Dritte Etappe - Florida
Zuerst etwas Havanna, dann tropische Gärten - alles in Miami

Der neue Tag erwartete uns heute in Miami mit nahezu wolkenlosem Himmel und einem angenehmen Windchen. Gerade richtig für den ersten Tag von Brigitta und Kurt in der für sie neuen Gegend.
Vor dem obligaten Frühstück im News Cafe an der Ocean Avenue besuchten wir noch den berühmten Strand von Miami Beach, Brigitta und Kurt liessen sich von mir auf dem Lebensretter-Häuschen fotografieren. Am früheren Morgen war dieses noch nicht besetzt.
Die Calle Ocho in Miami ist das Zentrum der kubanischen Exilgemeinde Floridas. Dort erinnert vieles an Cuba, mindestens in der Erinnerung der Emigranten. Für Touristen ist dies ein willkommener Stop auf der Erkundung der Stadt. An allen Ecken werden kubanische Zigarren verkauft, welche allerdings nicht von der Insel stammen, da die Importe aus Cuba trotz der leichten Verbesserung der Beziehungen der beiden Länder immer noch nicht erlaubt sind.
Ein Denkmal erinnert an die „Helden der Schweinebucht“, welche beim gescheiterten Invasionsversuch 1961 gescheitert sind. Bei den Ex-Cubanern geniessen diese Gefallenen immer noch einen wichtigen Status. Vor einem Jahr sah ich ähnliche Denkmale mit umgekehrten Vorzeichen in Cuba. Dort werden die Verteidiger als Helden gefeiert. Das Resultat war auf beiden Seiten dasselbe: Alle sind heute tot und Cuba ist immer noch in den Händer der Castro-Brüder.
Direkt gegenüber wirbt ein grosses Glacé für kubanisches Eis. Heute war der Laden allerdings geschlossen. Kubaner sind sehr stolz auf ihr Glacé auf der Insel gibt es in jeder grösseren Ortschaft ein solches Angebot.
Ebenfalls von der Insel nahmen die älteren Herren ihre Gewohnheit des Domino-Spieles mit. Im zentralen Domino Park sitzen jeweils viele Spieler und frönen ihrem Hobby.
Sogar die so typisch amerikanische Institution McDonald’s hat sich leicht kubanisch eingefärbt. Dominosteine sind auch hier präsent. Im Innern finden sich aber keine älteren spielenden Männer, diese ziehen das Spiel im natürlichen Schatten der Bäume vor. Klimaanlagen sind sie von ihrer Insel nicht gewohnt.
Kurt zog am Nachmittag einen Spaziergang im Financial District von Miami vor, ich begab mich mit meinen beiden Begleiterinnen in die Tropen. Etwas südlich von unserem Hotel liegen die Fairchild Botanical Gardens, welche Pflanzen aus aller Welt, mindestens aus deren tropischen Teilen auf einer grossen Fläche ausstellen. Immer wieder ergaben sich auch schöne Blicke über die künstlich angelegten Wasserflächen, in welchen sich im warmen Nachmittagslicht die Bäume schön spiegelten.
Meine beiden Begleiterinnen fotografierten so konzentriert, dass sie mich nicht bemerkten, als ich meinerseits eine Aufnahme schoss. Vermutlich werde ich für die Veröffentlichung dieses Bildes bestraft.
Ein Strauch war gerade in schöner Blüte, er stammt aus der Familie der Cumbretum, welche ich aus Afrika und auch Mexico kenne. Die genaue Unterart kenne ich nicht, die Pflanze war auch nicht angeschrieben. Ich bezeichne diese Sträucher als Zahnbürsteli-Sträucher. Sicher kein botanisch richtiger Name.
