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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Vierte Etappe - Costa Rica
Tortuguero Nationalpark - Tag 1
Von San Jose sind es 140 km bis zum Eingang des Tortuguero Nationalparks. Die ersten 120 davon sind geteert und am heutigen Sonntag war nicht allzu viel Verkehr. Wir kamen deshalb zügig voran und erreichten das Ende der Teerstrasse bereits nach knapp zwei Stunden. Dann aber änderte das Bild: Die Schlaglöcher zwangen Kurt zum ständigen Bremsen und Ausweichen, so dass die Fahrt zum Erlebnis im Schüttelbecher wurde. Der Park selber ist nur auf einem Boot zu erreichen, das Auto mussten wir bei einem bewachten Parkplatz stehen lassen. Zu viert nahmen wir nicht das öffentliche Boot, sondern leisteten uns ein kleines, privates, welches uns ohne Umsteigen zu unserer Unterkunft brachte. Wenig Geld für viel Komfort.
Der Nationalpark wird auf seiner östlichen Seite vom karibischen Meer begrenzt, einem grossen Strand, an dem heute ziemlich starker Wellengang herrschte. Etwas weiter unten an diesem Strand legen Meeresschildkröten ihre Eier ab. Diese sollen zur Zeit gerade schlüpfen. Wir werden uns morgen informieren, ob und wo wir dies beobachten können.
Der Tortuguero wird am Besten per Boot erkundet, was wir heute Nachmittag nach unserer Ankunft auch taten. Auf Kanälen fährt man durch den Regenwald. Die meisten Boote der grösseren Lodges sind mit lärmigen Aussenbord-Motoren ausgestattet und vollführen einen Riesenlärm. Unser Boot war hingegen mit einem Elektro-Motor ausgestattet, welcher ein geräuschloses Gleiten ermöglichte. Zudem durften wir in die kleinen Kanäle vordringen, welche den Lärmern verboten waren. Eine sehr gute Entscheidung.
Eine Anhinga, mit ihrem weissen Hals für den Fachmann als Weibchen zu erkennen, erwartete uns am Eingang eines kleinen Kanals. Sie freute sich offensichtlich über unsere Ankunft.
Vier Schildkröten wärmen sich auf einem abgestorbenen Baumstamm auf. Sonnenhungrig strecken sie ihre Köpfe dem wärmenden Licht entgegen.
Ein kleiner Blue Heron hat sich ein Holzstück ausgesucht, von welchem er sein Revier nach Essbarem überwachen kann.
Der Jesus Christ Lizard, so genannt weil er so schnell über das Wasser rennt, dass er nicht einsinkt, ruht sich hier aus und zeigt keine Anzeichen einer Bewegung. Sein offizieller Name ist Emerald Basilisk.
Auch Alligatoren, hier Caimanes genannt, bevölkern die Wasserläufe. Auf der Hinfahrt zur Lodge sahen wir ein grosses Krokodil, welches sich jedoch gerade ins Wasser verzog, als wir uns näherten. Zu spät für ein Bild. Zudem wäre meine Kamera auch noch nicht richtig ausgerüstet gewesen.
Ein anderer Baumstamm diente diesen drei Schildkröten als Sonnenliege. Es sind nur drei, jene, die unten am Baumstamm hängen sind Spiegelbilder.
Endlich wieder einmal ein Tucan! Dieser sass zusammen mit seinem Partner oder seiner Partnerin (wer kann aus der Distanz schon den Unterschied erkennen?) hoch in einem Baum und liess sich daher nicht stören. Ziemlich weit weg, aber dank meiner langen Linse doch noch gut zu fotografieren.
Einmal gelang mir sogar noch ein Bild mit beiden Vögeln, als der eine in der Nähe des anderen landete. Der roten Fleck am Schwanz ist nur schwach zu erkennen. Dieser Tucan ist einer von drei Arten, welche es in Costa Rica gibt. Alle drei sind sie recht selten und im dichten Wald meist nicht zu sehen. Für mich war die Sichtung eines Tucans einer der geplanten Höhepunkte dieser Reise.
Wir sahen heute auch alle drei Arten von Affen, welche in Costa Rica vorkommen. Brüllaffen waren ab und zu gut zu hören, wie ihr Name schon andeutet. Fotografieren konnte ich sie nicht, da sie meist zu weit weg waren, oder dann voll im Gegenlicht. Eine weitere Art sind die Cappucine Monkeys, für welche dasselbe galt. Diese sind die kleinste Art und deshalb noch viel schwieriger vor die Linse zu kriegen.
Ein mehr oder weniger gutes Bild gelang mir von diesem Spider-Monkey, welcher gerade schön von der tief stehenden Sonne beschienen wurde. Die Spider Monkeys haben neben ihren vier Beinen noch einen langen und sehr agilen Schwanz, mit welchem sie sich zusätzlich festhalten können. Das macht sie sehr wendig und lässt sie noch die weitest entfernten Früchte und Blätter erreichen.
Ebenfalls von den letzten Sonnenstrahlen liess sich dieser männliche Leguan bescheinen. Er fand seinen Sonnenplatz zuoberst auf einem grossen Busch. Trotz seines furchterregenden Aussehens ist er für uns absolut harmlos. Weniger jedoch für die Bäume, deren frische Blätter er leidenschaftlich gerne frisst. Die Männchen nehmen zur Paarungszeit diese schrille orange Färbung an, während die Weibchen ganzjährig ein mattes Grau tragen.
