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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Fünfte Etappe - Colombia
Santa Marta, eine Stadt im Umbruch

Santa Marta war eine der ersten Städte, welche die Spanier auf dem amerikanischen Kontinent gründeten. Bereits 1525 kam Rodrigo de Bastidas hier an und legte den Grundstein zur Siedlung. Die Statue beim Malecon erinnert noch heute an ihn. Er steht mit dem Rücken zum Meer und blickt erwartungsvoll ins unbekannte Land.
Die Altstadt wurde in den letzten Jahren renoviert, viele Gebäude wurden schon erneuert, vieles liegt aber noch im Argen. Im Gegensatz zu Cartagena gibt es kaum richtig schöne Kolonialgebäude. Überall sind aber Hämmer und Schaufeln am Arbeiten, die halbe Altstadt ist eine Baustelle. In einigen Jahren wird die Veränderung zu sehen sein.
Die Catedral de Santa Marta steht an einem grossen Platz, der heute fast menschenleer war. Da hier keine Bäume stehen, ist der Aufenthalt dort ziemlich unangenehm, da die Sonne sehr intensiv ist. Sobald etwas Bäume Schatten spenden wird es angenehm, ohne hingegen fast nicht auszuhalten. Auch die Kirche selber ist geschlossen, sie kann lediglich von aussen besichtigt werden.
Lesebrillen werden häufig von ambulanten Händlern verkauft. Die meisten bieten dasselbe Sortiment an und unterscheiden sich vermutlich nur im Preis. Wobei auch der beim dichten Angebot ziemlich einheitlich sein dürfte. Da ich keine solche Lesehilfe brauche, habe ich den Markt auch nicht ausgetestet. Bei uns liegt beim Optiker ein kleines Blatt mit Schriften in unterschiedlicher Grösse zum Testen bereit, hier ist es oft eine Bibel, welche diesem Zweck dient. Interessant.
Ein schön verziertes und bereits vollständig restauriertes Gebäude ist der Sitz des Bürgermeisters. Das intensive Gelb kontrastiert mit dem tiefen Blau des Nachmittagshimmels. Die Regierung muss ja repräsentieren, das ist sicher wichtiger!
Ich sah hier in Kolumbien bisher wenige Strassenkaffees, wo das Getränk angeboten wird. Findige Händlerinnen und Händler haben sich dies zunutze gemacht und bieten Kaffee in der Strasse an. Diese mobilen Cafeterias finden regen Zuspruch von Kolumbianern, schliesslich ist ihr Land ja einer der wichtigsten Kaffee-Produzenten.
Auch dieser Mann darf hier natürlich nicht fehlen. Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar Palacios y Blanco, besser bekannt als Simón Bolívar verstarb 1830 hier, kurz bevor er nach Europa reisen wollte. Seine Statue im zentralen Park erinnert an dieses Ereignis.
Neben der touristischen Aktivitäten in der Region ist Santa Marta auch ein wichtiger Hafen. Hier wird die Kohle verschifft, welche in der Sierra Nevada gefördert wird. Daneben werden auch Stückgut und Container umgeladen. Ab und zu legt zudem ein grosses Kreuzfahrtschiff an, welches auf der Karibik-Kreuzfahrt hier Station macht. Südlich und nördlich von Santa Marta liegen zwei Badestrände, welche vor allem von Einheimischen besucht werden.
