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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Fünfte Etappe - Colombia
Alle Karten und Navis sind (noch) falsch - zum Glück!
Ich wollte mich heute von Mompox aus in Richtung Cartagena auf den Weg machen und mir unterwegs ein Hotel suchen. Gestern fragte ich bei einem Bier zwei ältere Einheimische, einen Arzt sowie einen Lehrer, nach einer möglichen Route, ohne einen riesigen Umweg machen zu müssen. Beide meinten, es gäbe eine Fähre, deren Anlegeplatz etwa 30 km von Mompox entfernt sei, doch angesichts des tiefen Wasserstandes sei es unsicher, ob diese auch tatsächlich fahre. Der Umweg, den mir mein Navi anzeigte, hätte etwa 150 km bedeutet und dies auf schlechten Strassen. Statt 5 Stunden wären es dann gut 7 bis 8 Stunden geworden. Zuviel für einen Tag. Da ich zudem nicht wusste, wo ich am Abend landen würde, konnte ich kein Hotel buchen.
Ich konnte weder in meinem Garmin noch in meinem iPhone Navi eine vernünftige Route finden. Auch Apple-Maps und Google-Maps wussten nichts besseres und auch im Internet wurde ich nicht fündig. Schliesslich fragte ich meine Gastgeberinnen im Hotel. Zuerst einmal meinten sie, es gäbe zwischen Mompox und Cartagena kaum ansprechende Hotels, nur Lastwagen-Fahrer-Unterkünfte und diese seien … Hingegen gäbe es eine neue Brück über den Fluss und diese sei erst noch kurz vor der Fähren-Anlegestelle. Sollte ich dies einfach glauben?
Ich machte mich mit einem leichten Zweifel auf den Weg und genoss zuerst einmal die Fahrt durch die Landschaft. Bühende Bäume in unterschiedlichen Farben, hier pink-blühende Bäume. Daneben auch wieder viel Viehzucht und ab und zu kleine schwarze Schweine, welche frei auf dem Feld herumliefen.
Je näher ich der genannten Stelle kam, desto nervöser wurde ich und tatsächlich tauchte bald eine grössere Betonstruktur aus den Bäumen auf. Eine erst kürzlich neu geteerte Strasse lies mich wie auf einem gerade frisch gewaschenen Teller fahren. Und mit dem Teer stieg auch meine Zuversicht.
Elegant schwang sich die Brücke über den Fluss. Die Brücke war so neu, dass noch nicht einmal die Bezahlhäuschen in Betrieb waren. Das störte mich nicht, ich hätte fast jeden Betrag bezahlt!
Einmal mehr musste ich unterwegs anhalten und eine kleine Schildkröte von der Fahrbahn entfernen. Als ich sie auf der anderen Strassenseite wieder absetzte, dauerte es eine gewisse Zeit, bis sie sich wieder aus ihm Panzer traute.
Kurz nacheinander, im Abstand von etwa einem Kilometer traf ich auf zwei Verkehrsschilder. Zuerst dieses hier, offensichtlich ein Wegweiser zu einem bestimmten Ort.
Kurz nachher dieses Schild. Ich kann mir auf die Abfolge keinen Reim machen!
Gegen Abend kam ich in Cartagena an und musste mir zuerst einmal ein Hotel suchen. Ich entschloss mich, nochmals ins selbe Hotel zu gehen, wo ich schon 3 Nächste vertrachte. Im Feierabendverkehr in Cartagena zu fahren ist noch um einiges anstrengender als die Fahrt in Neapel oder Palermo. Neben vielen kleinen Autos und Bussen und Motorrädern und Velofahrern rennen ihmmer wieder Fussgänger hinter Autos hervor und über die Strasse. Dass hier nicht mehr Unfälle passieren grenzt an ein Wunder!
