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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Zweite Etappe: Namibia
Rundu am Okavango
Rundu liegt am Okavango, dem Grenzfluss zwischen Namibia und Angola. Für mich war Rundu heute der Etappenort, von wo aus ich morgen in den Caprivi-Streifen aufbrechen werde. Ich war schon kurz nach Mittag hier und suchte mir zuerst ein Hotel. Ich hatte eine Idee, wo ich absteigen wollte, aber zuerst schaute ich mir noch die Ortschaft an.
Der erste Blick auf den Okavango bot sich mir schon kurz nach der Ankunft. Der Fluss hat ein sehr breites Flussbett, doch zur Zeit führt er nicht sehr viel Wasser. Erst wenn im Januar die grossen Wasserfälle im Norden von Angola eintreffen, wird der Pegel rapide steigen.
Im Zentrum von Rundu fand ich ein Hotel, welches für mein Budget gut gepasst hätte. Die portugiesische Beschriftung wiest auf die Nähe der Grenze zu Angola hin, auf der anderen Flussseite wird portugiesisch gesprochen. Der Eingang durch die Metalltüre war mir dann aber doch zu einfach, so dass ich weiter suchte.
Meine erste Wahl war dann doch das Hotel, welches ich schliesslich wählte: Die Kavango River Lodge, etwas ausserhalb des Städtchens gelegen mit einem schönen Blick auf den Fluss.
Das gelbe Haus ist ein Teil des Hotels, darunter liegt das Restaurant mit einer schönen Terrasse direkt auf den Fluss. Mein Zimmer liegt auf der anderen Seite mit direktem Blick auf den Okavango.
Den Nachmittag nutzte ich für etwas Sightseeing in der Stadt, insbesondere der zentrale Markt zog mich an. Solar-Energie ist auch hier ein grosses Thema. Beim vielen Sonnenschein so nahe beim Äquator ist das ja gut verständlich. Dieser Händler hat eine einfache Installation aufgebaut: Eine Sonnenzelle erzeugt Strom, mit welchem eine kleine Pumpe betrieben wird, welche Wasser vom unteren Tank in den oberen pumpt, von wo aus dann die Schwerkraft das Wasser wieder in den unteren Tank fliessen lässt. Eine auch für Laien leicht verständliche Anlage! Neben Photovoltaik-Anlagen verkauft das Geschäft auch Solarpanel zur Warmwasser-Erzeugung. Noch gibt es nicht viele solcher Anlagen in Namibia, doch auch hier ist der Trend nicht aufzuhalten.
An sich wäre bei mir bald wieder ein Haarschnitt fällig, doch ob dieser African Beauty Salon mit meinen wenigen Haaren zurecht gekommen wäre, wollte ich lieber nicht testen. Und Chruseli möchte ich schon gar nicht haben.
Alle Sorten von Hülsenfrüchten und Mais wurden im Markt angeboten. Einige kamen mir bekannt vor, von anderen habe ich noch nie gehört. Ich fragte die Verkäuferin nach den Namen der Produkte, aber die lokalen Namen halfen mir nicht wirklich weiter. Immerhin gab es ein interessantes Bild, auch ohne genaue Benennung.
Die Knüppel im Vordergrund sind vorbereitete Stile für die Beile oder Hacken im Hintergrund. Die Klingen werden geschmiedet und dann in die Hölzer eingepasst.
Ebenfalls aus Holz ist dieser Plug hergestellt. Dieses Gerät wird von Ochsen durch das Feld gezogen, der Bauer steht auf dem Pflug, um ihm genügend Gewicht zu verleihen.
Millet, eine in Afrika verbreitete Getreideart, wir hier in unterschiedlichen, im Voraus abgepackten Mengen verkauft. Die Ware ist in Säcke zu 100 bis zum 500 Nabib-$ abgefüllt und wird auch so verkauft. 100 Namib-$ sind zur Zeit etwa 7 CHF. Interessant fand ich zu sehen, dass es an dieser Stelle etwa 8 Händlerinnen gab, welche alle dieselbe Ware in derselben Verpackung zu denselben Preisen verkauften. Ich fragte eine der Damen, wieso ich ausgerechnet bei ihr und nicht bei ihrer Nachbarin kaufen sollte, die Produkte seien ja alle identisch. Sie meinte, jede hätte eben ihr eigenes Geschäft. Als ich dann fragte, ob ich bei ihr kaufen sollte, weil sie hübscher als ihre Konkurrentin sei, brach ein heiteres Lachen aus. Alle Händlerlinnen beteiligten sich, von Konkurrenz keine Spur. Gekauft habe ich schliesslich von niemandem.
