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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Dritte Etappe: Thailand 17
Im Norden von Khao Lak
Den auf dieser Reise letzten Tag in Khao Lak benützte ich heute, um mit meinem Roller in den Norden zu fahren und noch mehr schöne Strände und sonstige Sehenswürdigkeiten auszukundschaften.

Einmal mehr spielte heute der Tsunami von 2004 eine grosse Rolle, da diese Küste die in Thailand am Schlimmsten betroffene Zone war. Heute gibt es alle paar Kilometer entlang der Küste solche Tsunami-Shelter, wohin man flüchten kann, sollte wieder eine solche Katastrophe eintreffen. Die Wellen beim letzten Tsunami erreichten stellenweise maximal 10 m Höhe, auf diesen Strukturen sollte man also sicher sein - wenn die Wellen beim nächsten Mal nicht höher wären.

Zuerst jedoch schaut ich mir noch einige andere Sachen an. Sobald ich von der Hauptstrasse weg war, sah ich die ersten traditionellen Thai-Häuser dieser Gegend. Aus Bambus geflochtene Matten dienen als Wände. Tpyisch sind auch die tönernen Wasserbehälter, welche das Wasser auch in der grössten Hitze kühl halten. Heute, mit den modernen Kühlschränken in jedem Haus, sind diese Töpfe kaum mehr zu sehen.

In einer kleinen Ortschaft, Banb Muang, besichtigte ich eine Fischerhafen. Zuerst aber fiel mir dieses Schild auf. Eine seltsame Werbung. Ein Taxi-Service mit einem Dating-Service, hä?

In einer gedeckten Halle wurden die von den Fischerbooten angelandeten Fische sortiert. Geübte Frauen zerlasen die Beute und legten die Fische je nach Art und Grösse in unterschiedliche Körbe. Diese wurden dann zusammen mit Eis in grössere Kühlkisten verpackt und zu den Verbrauchern versandt.

Unter den Sortiertischen bemerkte ich eine Vielzahl von Quallen, welche offensichtlich nicht verwendet werden. Mein Freund Thomas, mit dem ich 2014 im südlichen Thailand unterwegs war, kann von diesen Viechern ein Lied singen. Er wurde im Meer von einer Qualle berührt und hatte noch lange Zeit höllische Schmerzen am linken Oberarm. Dann doch besser unter dem Tisch liegen lassen!

Einzelne Frauen kauften sich solch kleine Fische und nahmen diese aus. Die geköpften Tiere wurden auf Sieben zum Trocknen an die Sonne gelegt. Ausser einem schönen Bild kann ich mit diesen getrockneten Meeresbewohnern aber nichts anfangen. Dafür riechen sie mir zu stark nach Fisch.

Ausserhalb der Ortschaft holte mich der Tsunami dann wieder ein. Es gibt hier eine grosse Gedenkstätte, das Ban Nam Khem Tsunami Memorial Center, für die je nach Quellen 1’700 bis 3’500 Opfer, welche hier zu beklagen waren. Eine mit dem Rücken dem Meer zugewandte Buddha-Figut gedenkt diesen Opfern. Dasselbe tun auch viele Thais, sowie Angehörige ausländischer Opfer.

An dieser Stelle war die Welle 5 m hoch, wie an dieser Messlatte abzulesen ist. Das Datum des Dramas war der 26. Dezember 2004 nach unserem Kalender, der buddhistische Kalender schrieb damals den 26. Dezember 2547. Dieses Datum ist auf der einen Seite der Messlatte eingetragen, auf der anderen steht unser Datum.

Diese symbolischen Wellen sind auf der rechten Seite mit 1’700 Namen der Opfer beschrieben. Darunter waren sehr viele Ausländer, Holländer und auch sehr viele Deutsche. Diese Anlage wurde von Thyssen-Krupp aus Deutschland finanziert. Mich beschlich ein seltsames Gefühl, als ich zwischen diesen beiden Beton-Wellen durchging, obwohl ich mir bewusst war, dass dies harmlos ist.

Ein Modell eines Fischerbootes ist Teil der Anlage, auf ihm kam ein Enkel des Königs von Thailand ums Leben, als er damit auf dem Meer war.
Im Vergleich zur Anlage in Khao Lak, die sehr schäbig ist, sieht hier alles viel gepflegter aus. Doch liegt die Gedenkstätte mehr als 20 km nördlich von Khao Lak, Touristen verirren sich eher wenige hierher. Es gibt auch keine Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hierhin zu kommen. Mit meinem Roller war das absolut kein Problem.
