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- Kategorie: Winterreise 16 / 17: Fünfte Etappe - Vietnam 17
In den Norden von Phu Quoc
Ich traf vorgestern in Can Tho einen Engländer, der seit 40 Jahren in Frankfurt lebt, er fuhr ebenfalls auf die Insel und wir verabredeten uns hier für eine gemeinsame Tour. Heute brachte er einen weiteren Bekannten mit, der uns auf unserem Ausflug begleitete.

Links ist Larry, ein Amerikaner aus San Diego und rechts Pete. Wir stehen hier auf der Piste des ehemaligen Flughafens, der heute stillgelegt ist. Der Verkehr nutzt ihn als Abkürzung durch die Hauptstadt.

In der Insel-Hauptstadt gibt es einige chinesisch angehauchte Tempel, dieses Tor faszinierte mich, da offenbar auch hier Männer und Frauen unterschiedliche Wege gehen. Links mit Nu sind die Männer angeschrieben, während die Frauen bei Nam durchs Tor gehen.

Bei diesem Tempel faszinierte mich die Verbindung zwischen Religion und dem durch die Landes-Flagge repräsentierten Sozialismus. Beides passt in Vietnam irgendwie zusammen.

Im Innern einmal mehr ein grimmig dreinblickender, roter Angebeteter. Sehr farbenfroh, aber dennoch immer daran erinnernd, dass der Besucher doch bitte nicht vom rechten Weg abkommen soll, sonst ... Irgendwie nicht viel anders als die christliche Drohung mit dem Fegefeuer.

Pfeffer ist eines der wichtigsten Exportgüter von Phu Quoc. Im Norden der Insel gibt es viele Farmen, wo die Pflanzen wachsen. In dieser Plantage war der Pfeffer bereits geerntet, es blieben nur mehr die an Stangen bis zu 4 m hoch wachsenden Ranken in Reih und Glied. Zweimal pro Jahr kann geerntet werden. Vietnam ist der weltweit grösste Pfefferproduzent, hier wurden 2014 fast 152'000 Tonnen hergestellt, der nächstgrössere Produzent ist mit etwas mehr als 87'000 Tonnen Indonesien. Weltweit ist Vietnam mit knapp 33% der mit Abstand grösste Produzent dieses Gewürzes. Für am Detail interessierte gibt es hier noch viel mehr interessante Zahlen zum Pfeffer.

Die Körner in unterschiedlichem Reifegrad lagen hier zum Trocknen in der Sonne. Schwarzer, brauner und auch noch dunkelrote Körner waren schön nach Reifegrad sortiert. Ganz hinten links sind noch einige Ähren grünen Pfeffers zu sehen. Beim grünen Pfeffer werden die Körner offenbar nicht von den Stilen getrennt. Die Rispen werden als ganzes getrocknet.

Beim nördlichen Wendepunkt gab es ein kleines Fischrestaurant, wo wir zu einem Getränk einkehrten. Immerhin waren bis hierhin schon gut 25 km auf dem Roller unterwegs. Insbesondere Larry hatte Probleme mit dem Sitzen. Eine Pause schaffte Abhilfe und wir waren wieder fit für die Rückkehr.

Nach unserer Rückkehr verabredeten wir uns zum Nachtessen, wo jeder nach seinem Gutdünken bestellte. Larry war mutig und ass diese frittierten Hühnerfüsse. Immerhin waren die Zehennägel schon vor dem frittieren entfernt worden. Ich hätte Mühe mit dieser Mahlzeit, Larry schien die wahren Mistkratzer zu mögen, meinte aber, sie hätten nicht sonderlich viel Geschmack.
