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Kategorie: Winter 18 / 19: 1. Etappe Johannesburg - Windhoek mit Paul
28. Oktober 2018

Ein interessantes Böötli aus lange vergangener Zeit

Mossel Bay war uns heute einen Zwischenhalt wert. Es gibt hier ein Museum zu Barolomeo Diaz, einem portugiesischen Seefahrer, der hier schon 1488 als erster Europäer an Land ging. Das Schiff, welches er damals segelte, wurde 1988 zum 500-jährigen Jubiläum der Fahrt in Lissabon nachgebaut und anschliessend von dort hierhin gesegelt. Nun steht es im Museum und gibt einen guten Einblick in den damaligen Komfort der Seeleute.

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Die schöne Bucht von Mossel Bay ist dieser Tage eine beliebte Feriendestination. Als wir dort waren, lichtete sich der Nebel und die Sonne wärmte schön angenehm. Am Morgen war der Nebel am Meer sehr dicht, die Temperatur lag bei nur 18°.

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Der Nachbau der Karavelle im Museum kann betreten werden. Der Einblick in das Schiff war sehr interessant, ich war noch nie auf einem solchen Segelschiff.

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Das ganze Boot misst 23.5 x 6.65 m und trägt insgesamt 130 t Fracht, davon waren 37 t Steine und Geröll als Ballast. Die Fläche der beiden Segel mass insgesamt 219 Quadratmeter. Ursprünglich hatte das Schiff eine Besatzung von etwa 33 Mann, die Replika kam mit 15 Personen aus. Diaz brauchte für die Reise 6 Monate, seine Nachfolger legten dieselbe Strecke in 3 Monaten zurück. Die schnellere Reise hat sicher verschiedene Ursachen: Moderne Navigation, besseres Essen, Wettervorhersagen und nicht zuletzt eine Fahrt in einer bekannten Gegend. Diaz reiste damals zum ersten Mal zu diesen neuen Ufern.

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Den grössten Luxus hatte der Kapitän, seine Einzelkabine lag direkt neben dem Steuerhaus. Gross durfte er aber nicht sein, sonst hätte man ihm vor dem Zubettgehen die Knie brechen müssen.

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Die Mannschaft hatte es nicht viel bequemer. Alle Mann in einem Raum, die einzelnen Kojen nicht sehr gross. Privatheit gab es hier nicht.

Im Vergleich zur ersten Reise ist aber auch das sehr komfortabel. Früher gab es offenbar keine Kajüten unter Deck, dort war lediglich Stauraum für die Ausbeute der Fahrt, die Mannschaft schlief auf Deck und deckte sich als Schutz vor den Elementen mit Segeln zu.

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Ein WC kombiniert mit einer Dusche gab es im Original-Schiff ebenso wenig. Dies war hier immerhin ein kleiner Tribut an die moderne Zeit.

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Für 15 Mann wurde hier gekocht. Eine sehr grosse Auswahl gab es wohl kaum.

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Zur Zeit der Reisen der Portugiesen und Spanier gab es noch keine Steuerräder, die Schiffe wurden mit einer Pinne gesteuert. Deren Bewegung muss sehr anstrengend gewesen sein, da das Wasser mit enormem Druck auf das Ruderblatt einwirkte. Mit Flaschenzügen konnte die Pinne aber etwas einfacher bewegt werden.

Meine kürzliche Erfahrung auf der Atlantik-Überquerung an Bord der Queen Mary II hat mit dieser Seefahrerei nicht viel zu tun. Ich ziehe die erste Variante eindeutig vor.

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Je näher wir unserem heutigen Etappenziel kamen, desto mehr Getreide sahen wir. Wir sind in Swellendam, einer Agrarstadt mitten in endlosen Feldern, die teilweise bereits abgeerntet sind. Auf einigen Feldern steht der Weizen hingegen noch kniehoch.

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12 grosse Getreidesilos stehen in der Nähe eines Bauernhofes. Die einzelnen Silos sind etwa 25 m hoch und anscheinend schon ziemlich gut gefüllt. Die Lüftungsgebläse laufen auf jeden Fall schon auf Hochtouren. Viel Getreide für Brot und Teigwaren!

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