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- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Fahrt in den Süden nach Mariental
Heute begann eine neue Etappe meiner Reise im südlichen Afrika. Ich werde bis am kommenden Freitag nach Johannesburg unterwegs sein, wo ich am frühen Samstag meinen Freund Bruno am Flughafen treffen werde und anschliessend mit ihm in den Krüger Park fahren werde. Ich beginne meine Fahrt mit einem nochmaligen Besuch im Kgalagadi-Nationalpark und fahre anschliessend über Upington zum Ziel.
Ich war mir lange nicht sicher, wie ich heute in den Süden fahren wollte. Mein Ziel war Mariental, eine kleine Ortschaft etwa 270 südlich von Windhoek. Sie liegt an der B1, einer der wichtigsten Teerstrassen in Namibia. Die Strecke ist eher langweilig, dafür schnell zu fahren. Als Alternative stand die C26 über den Gamsbergpass zur Auswahl, dann weiter auf der C14 bis Maltahöhe und schliesslich die C19 bis Mariental. Landschaftlich sehr viel schöner und interessanter, aber mit über 550 km auch sehr viel weiter. Zudem sind die C-Strassen nicht geteert und die Fahrt dauert so viel länger und ist viel anstrengender. Ich entschied mich für den „faulen“ Weg und nahm mir Zeit, noch einige Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu besichtigen.

Das erste Zwischenziel erreichte ich schon nach kurzer Zeit: Heroes’ Acre, ein Monument im Gedenken an die Helden des Freiheitskampfes. Grosskotzig schon der Eingang, genauso wie der Eintritt: 50 Namiban Dollar pro Person! Dies ist etwas mehr als halb so viel wie ein Tag in der Etosha kostet. Lächerlich.

Genau so grosskotzig geht es darin weiter. Ein Obelisk mit einer grossen Statue von Sam Nujoma davor und im Hintergrund einige Schlachtenbilder des Kampfes. Sam Nujoma war der Anführer im Unabhängigkeitskampf und der spätere Präsident des Landes.

Immerhin ist die Sicht auf Windhoek grossartig, es bleibt nur zu hoffen, dass Nujoma mit seiner Handgranate und dem Gewehr nicht bald wieder die Stadt angreift.

Ich war während meines Aufenthaltes der einzige Besucher der grossen Anlage. Mein Auto steht etwas verloren auf dem grossen Platz. Sehr viele Namibier scheinen sich nicht für ihren ehemaligen Präsidenten zu interessieren.

Unterwegs unterquerte ich eine Hochspannungsleitung, welche in dieser weiten Landschaft ein interessantes Bild abgab. Mehrere Masten sind hintereinander zu sehen.

Wenn grössere Bäume in der Landschaft fehlen, nutzen die Sociable Weaver jede sich bietende Gelegenheit für den Nestbau. Stromanschluss haben sie aber auch an diesem Standort keinen.

Bei Rehobot, einer kleinen Stadt unterwegs, wird ein Fluss gestaut. Der Oanob Dam staut seit 1990 den gleichnamigen Fluss sowie den Harab River mit einer 55 m hohen Mauer. Wenn der See voll ist, fasst er 35.5 Mio. Kubikmeter Wasser. 2006 und 2011 war er zu mehr als 100% gefüllt, 1992 dagegen erst zu 4%. Es regnet in dieser Gegend immerhin ca. 250 mm pro Quadratmeter und Jahr. Der gestaute See wird von vielen Bewohnern von Windhoek an Sonn- und Feiertagen zu allerlei Wassersport genutzt.

Es gibt ein Resort mit mehreren Bungalows sowie einem Restaurant. Auch ein Überlauf-Pool ist vorhanden. Das Wasser würde mich hingegen nicht zum Bade animieren.

Mehr Aufmerksamkeit als der Pool findet die Poolbar, die aber erst um 11:00 öffnet und ich war vorher da. Doch auch wenn die Bar geöffnet hätte, wäre ich nicht eingekehrt. Diese Art von Drankwinkel ist mir nicht zuletzt wegen der Wasserqualität suspekt.

In der Nähe von Mariental fliesst der Fish-River, welcher einige 100 km südlich den Fish-River Canyon ausgegraben hat. Das kleine Wässerchen hier soll den imposanten Canyon ausgegraben haben? Bei Ruths und meinem Besuch am Canyon vor knapp 3 Wochen beeindruckte mich das Resultat des Grabens mehr als der Fluss! Hier (Klick mich!) gibt es Bilder von unserem Besuch am Canyon. Der Leser mache sich bitte ein eigenes Bild!

Der Fish-River ermöglicht rund um Mariental eine blühende Landwirtschaft. Der Fluss wird im Hardap Dam gestaut und mit diesem Wasser wird hier bewässert. Sobald genügend Wasser zur Verfügung steht, blüht auch hier die Wüste auf und produziert so allerlei. Luzerne als Viehfutter, einige Gemüse sowie Trauben sind einige der geernteten Produkte. Ohne Bewässerung bestimmt der Boden des Vordergrundes das Landschaftsbild.

Meine heutige Unterkunft ist ein neues Gästehaus, welches für alle Notfälle gerüstet ist. Der Eigentümer kann kontaktiert werden, auch Polizei, Feuerwehr und das lokale Spital stehen bereit. Sollte all dies nicht ausreichen, gibt es immer noch Superman.
