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- Kategorie: Winter 18 / 19: 6. Etappe Vietnam und Kambodscha mit Ruth
Stadtspaziergang in Hội An
Heute liessen wir es gemütlich angehen, nach dem Frühstück machten wir uns auf einen Stadtbummel im Ort. Die Altstadt hat viele ältere Häuser und Tempel, welche mit einem gemeinsamen Ticket besucht werden können. Damit erhält man Eintritt in private Häuser und auch sogenannte Versammlungshallen der Chinesen. Ich zähle die Namen der einzelnen Stätten nicht auf, die Bilder sollen für sich sprechen.

Ein interessanter Tempel steht gleich am Anfang der Altstadt. Inmitten von vielen Blumen liegt die hübsche Anlage, auch die kleine Buddha-Figur in der Bildmitte lächelt wie die meisten ihrer Ebenbilder.

In einem der ältesten Privathäuser fanden wir schöne Holzwände, welche auch nach fast 200 Jahren immer noch sehr gut aussehen.

Aus der Nähe betrachtet sind die Wände noch schöner, Teile sind gedrechselt, andere wiederum mit Schnitzereien verziert.

Da am Sonntag-Vormittag noch nicht sehr viel los war, nutzten die Triciclo-Fahrer die Zeit für ein Nickerchen oder mit Anschauen von Filmen auf ihren Handys. Einerseits gibt es im Zentrum ein freies WiFi, welches recht schnell ist, andererseits sind auch die Handy-Abos sehr günstig. Unser gestriger Fahrer sagte uns, sein Abo biete ihm für 90’000 Dong (etwa 3.50 CHF) 120 GB Daten pro Monat! Damit lassen sich problemlos mehrere Stunden pro Tag Filme streamen.

Auch Durian werden in einigen Geschäften angeboten. Die hier zum Verkauf stehenden Früchte sind sehr gross und ihrem Aussehen nach gerade richtig reif. Die meisten Touristen gehen aber mit grosser Verachtung daran vorbei. Für unsere Nasen sind diese Früchte eher gewöhnungsbedürftig. Auch wir liessen diese heute links liegen. Mit 190'000 Dong, etwa 7 CHF pro kg sind sie viel teurer als andere Früchte und trotzdem bei Einheimischen sehr beliebt.

Glacés andererseits werden rege nachgefragt. Verschiedene Aromen sind im Angebot, darunter auch Durian, welche in Vietnamesisch Sầu Riêng heissen. Kein Kommentar meinerseits.

Eine Dame steuert ihr Boot in der für Vietnamesinnen typischen Art auf dem Fluss. Vorne sitzend paddelt sie das Boot gemächlich durchs Wasser.

Entlang des Flusses stehen die alten Häuser, welche teilweise einige hundert Jahre alt sind. Solche Ansichten sind auf vielen Postkarten zu finden, allerdings ohne die Lampions im Vordergrund. Dieser Teil der Altstadt lässt sich ohne viele Touristen im Bild fotografieren, an vielen anderen Stellen sind die Häuser in der Menschenflut fast nur zu vermuten.

Die Dächer haben es Ruth besonders angetan, die meisten Häuser sind eher schmal, dafür aber tief. Fast alle sind heute entweder Hotels, Restaurants oder Souvenir-Geschäfte.

Eine der sogenannten Versammlungshallen der Chinesen in der Stadt. Das Haupttor ist farblich eher gewöhnungsbedürftig. Reiche Händler haben sich solche Anlagen gebaut. Diese dienen sowohl religiösen Verwendungszwecken als auch als Begegnungsräume für die Personen mit gleichem geografischem Hintergrund. Die chinesischen Händler waren sehr wohlhabend, wie sich aus diesen Anlagen unschwer herauslesen lässt.

Auch im Innern der Anlage gibt es viele Blumen. Bougainvillea, Bonsai in vielen Varianten und auch Desert-Roses (Adenium obesum) mit den wunderbaren rosa Blüten. Mit diesen Pflanzen habe ich nie Glück, schon mehrfach versuchte ich, diese zu Hause zu züchten, aber jedesmal endete der Versuch nach einigen Monaten im totalen Desaster für die Pflanzen.

Da die Versammlungshalle auch eine Art Tempel ist, gibt es auch Bilder, welche die Ängste der Besucher wiedergeben. So ist die Schiffsreise von hier nach Festland-China offenbar gefährlich, grosse Wellen können die Schiffe überspülen und stellen so eine grosse Gefahr für Mensch, Schiff und Ladung dar. Da nützen anscheinend auch die beiden Figuren auf der linken Seite wenig.

In vielen der chinesischen Tempel in Vietnam traf ich schon auf diese Räucherspiralen, welche jeweils von der Decke hängen. Am unteren Ende werden diese angezündet, sie brennen dann langsam im Kreis ab und verströmen dabei Wohlgerüche. Die gelben Zettel sind mit den Wünschen an die Gottheit beschrieben und sollen mit dem Rauchopfer zu deren Beachtung gebracht werden.

Wo früher noch Kodak, Ilford und andere Filme verkauft wurden, sind es heute Memory-Cards und Batterien für die Smartphones und Digital-Kameras. Bier und andere kühle Getränke sind in der Hitze und Feuchtigkeit sicher auch ein gutes Geschäft. Der eine Markt geht zu, ein anderer öffnet sich und das Geschäft kann weiter gehen.

Als wir auf dem Weg zu unserem Nachtessen waren, sassen diese Damen bereits beim Essen. Mein Fotografieren wurde mit einem Lächeln sowie dem obligatorischen Victory-Zeichen quittiert. Auch viele Vietnamesen essen in diesen tragbaren und mobilen Restaurants. Die Stühle trägt die Köchin jeweils mit, wenn sie ihr "Lokal" verschiebt. Sind diese Sitzgelegenheiten deshalb so klein?
