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- Kategorie: Winter 19 / 20: Argentina
Weiter in den Norden nach Cafayate
Wir nähern uns langsam unserem Ziel im Norden Argentiniens. Die Provinzen von Salta und Jujuy sind Gebiete mit vielen Naturschönheiten, die wir uns ansehen wollen. Zudem werden wir in einigen Tagen von hier über die Anden nach Chile zurück kehren. Wir hoffen, dass sich die Situation dort noch beruhigt, aktuell gibt es immer noch intensive Unruhen in den grösseren Städten.

In dieser Gegend gibt es sehr viele Instant-Flüsse - nur Wasser zufügen und schon ist es ein richtiger Fluss! Dieses breite Flussbett besteht aus ganz feinem Sand und es fliesst sogar noch ein ganz dünnes Wässerchen.

Für einmal waren heute die Berge zu unserer Linken häufig von Wolken überzogen. Auch der übrige Himmel hatte ab und zu weisse Dekorationen. Was das wohl bedeutet?

An einigen Stellen war die Strasse nahe bei kleinen Bergen, die oft fast vegetationslos waren und mit unterschiedlichen Farben von ihrer ebensolchen Zusammensetzung berichten.

Zum ersten Mal auf unserer Reise in Argentinien sahen wir heute Kühe, Schafe und auch Ziegen auf einer grösseren Weide. Ab und zu waren auch Pferde, Esel sowie Maultiere zu sehen. Ein Gehöft war aber weit und breit nicht auszumachen.
Die RN 40, welche die Hauptverkehrsachse in diesem Teil Argentiniens ist, verläuft meistens zweispurig, breitere Strecken mit Überholspuren sind nur auf Bergstrecken eingerichtet. Zudem verläuft sie praktisch immer mitten durch die Dörfer, Umfahrungen der Ortschaften gibt es kaum. Der Verkehr ist aber sehr, sehr locker, Überholen von Lastwagen ist fast immer problemlos möglich. Grössere Lastwagen sind sehr selten.
Da die Strasse oft parallel zu den Bergen und Hügeln verläuft, muss sie öfter ein Bach- oder Flussbett überqueren. Grössere Flüsse werden mit Brücken überspannt, die kleineren Bäche werden mit betonierten Querrinnen traversiert.

An einer Stelle wurde vor dem Einfahren in eine Rinne gewarnt, sollte dort Wasser stehen. Der feine Sand an beiden Rändern wies ebenfalls auf die mögliche Gefahr hin.

Mitten in der Rinne war ein Schaufelbagger am Werk. Er entfernte den vom Bach liegen gelassenen Sand von der Strasse und schaufelte ihn zu grossen Hügeln auf. Der Bach führte anscheinend vor wenigen Tagen viel Wasser und brachte dann den feinen Sand mit.

In den meisten Ortschaften warnen diese Schilder die Autofahrer vor Schulen, die wie in diesem Fall direkt neben der Hauptstrasse liegen. Hier hält ein Zaun um das Gelände die Kinder vom unkontrollierten Rennen auf die Strasse ab.

Nach fast drei Stunden Fahrzeit fanden wir in der kleinen Ortschaft Santa Maria ein offenes Restaurant, wo wir einen Kaffee trinken konnten. Im Stadtpark gab es diese interessanten Bänke, deren Seitenwände jeweils mit Blechen verziert waren. Der stilisierte Vogel wurde aus einem Blech herausgeschnitten, auf der anderen Seite wurde das Reststück eingesetzt. Es gab ganz unterschiedliche Tiere.

Die Polizei in Santa Maria ist ausgesprochen nett, indem sie die Autofahrer vor Bussen warnt. Man soll Bussen vermeiden, es sei verboten, das Auto an der linken Fahrbahnseite zu stoppen oder gar abzustellen!

In Cafayate gibt es ein Restaurant, welches für eine argentinische Spezialität bekannt ist. Empanadas sind in Teig eingepackte Köstlichkeiten wie gut gewürztes Hackfleisch, Poulet-Stücke oder auch Gemüsemasse als vegetarische Variante. Diese werden anschliessend entweder frittiert oder im Ofen gebacken.

Wir wollten dieses Lokal heute besuchen, wurden aber grob enttäuscht. Unsere Freundin Brigitta aus Wien würde dazu sagen: „Wegen Reichtum geschlossen“! Und so ist es wohl auch. Der Zettel an der geschlossenen Türe meldet, dass „nach einer ausgezeichneten Woche das Team HEUTE eine Auszeit nimmt“. Ein anderes Restaurant in der Nähe würde die Gäste jedoch gerne betreuen.

Wir fanden ein anderes Lokal mit Grillspezialitäten, wo wir ein ausgezeichnetes Rindsfilet vom Grill genossen. Zum Glück hatten wir schon fast ausgegessen, als eine grosse Gruppe von Schülern zusammen mit ihren Lehrerinnen eintraf. Bald war es dann vorbei mit der Ruhe. Ein Sänger unterhielt die Schar mit Liedern, welche offenbar alle kannten und jeweils laut mitsangen. Die ausgelassene Stimmung stand im Zusammenhang mit dem Abschluss der Schule, ab morgen beginnt für diese Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Da darf schon mal etwas lauter gefeiert werden!
Wir verliessen das Lokal dann aber bald, gut gesättigt und mit einem leichten Gehörschaden.
