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- Kategorie: Winter 19 / 20: Zwischenstopp Bali
Zwischenstopp auf Bali auf dem Weg nach Australien
Der direkte Flug von der Schweiz nach Australien war uns zu lang, wir beschlossen deshalb, einen Zwischenstopp auf Bali einzulegen. Da unsere beiden Geburtstage in diese Zeit fielen, kam das gerade recht, in tropischer Umgebung feiert es sich einfach besser!
Ein kleiner Wermutstropfen war jedoch, dass mein grosser Koffer irgendwo unterwegs liegenblieb, Ruth’s Gepäck kam hingegen pünktlich an. Am Abend des dritten Tages schaffte es auch mein Koffer ins Hotel. Wer weiss, wo er überall herumirrte.
Ich entschloss mich, mein Tagebuch für den Bali-Aufenthalt auf einen Eintrag zu verdichten, da wir nicht sehr viel unternahmen, sondern ganz einfach die Wärme genossen und etwas Shopping betrieben.

Einmal mehr buchte ich das Belmont Puri Bali in Jimbaran, ein Hotel, welches direkt an einem sehr schönen Strand liegt und welches ich bereits vor etwa 25 Jahren besuchte. Seither war ich hier mehrmals zu Gast. Zum ersten Frühstück genoss ich bereits die wunderbaren tropischen Früchte: Fünf Rambutan, zwei Passionsfrüchte, eine Mangosteen sowie zwei kleine Bananen. Das Paradies!
Allzu viel unternahmen wir auf Bali nicht, ich hatte keine Lust, ein Auto zu mieten und mich in den immer grösseren und wilderen Verkehr zu stürzen. Stattdessen liessen wir uns am ersten Tag per Taxi nach Denpasar und Kuta chauffieren und besuchten diverse Geschäfte an beiden Orten.

Dieser Rollerfahrer hat wie viele der Einheimischen eine innovative Freisprecheinrichtung gefunden. Das Handy klemmt zwischen Helm und Ohr, was offenbar gut funktioniert. Die Hände sind auf jeden Fall frei.
Für einen ganzen Tag organisierte ich ein Auto mit Chauffeur, der uns um 8 Uhr im Hotel abholte und dann zu einigen der Sehenswürdigkeiten der Insel fuhr. Zur Info: Ein Mietwagen kostet etwa 35 US$ / Tag, ein Auto mit Chauffeur kostete 38 US$ für 10 Stunden. Da fällt die Entscheidung leicht.

Der erste Besuch galt Tanah Lot, einem der bekanntesten Tempel auf Bali. An der Westseite Balis auf einer kleinen Insel gelegen, ist der Tempel lediglich bei Ebbe zugänglich, sonst wird er vom stürmischen Meer umtost. An unserem Reisetag war der Himmel zu Beginn bewölkt und ab und zu ging ein kleiner Schauer nieder. Die Temperatur lag aber immer um die 30°, lediglich die Luftfeuchtigkeit variierte mit der Sonneneinstrahlung.

Überall auf Bali finden sich solche kleinen Körbchen, in welchem die Frauen jeden Tag kleine Opfergaben an die Götter ablegen. Blumen, Früchte, Schokolade, Biskuits und ab und an auch eine Zigarette liegen bereit. Auf Fenstersimsen, Türschwellen, Zufahrtswegen und vielen anderen Orten liegen diese Opfergaben.

Der nächste Halt galt dem Lake Beratan Tempel, welcher auf über 1’500 m.ü.M. in einem See liegt. Hier machten zusammen mit uns auch viele Reisebusse einen Stopp, doch mit etwas Geduld war es sogar möglich, Bilder ohne grosse Menschenmassen zu schiessen.

Bali ist nicht zuletzt auch eine Gegend mit viel Reisanbau. Bis zu drei Ernten werden pro Jahr eingefahren. In dieser Gegend lag die Ernte schon einige Wochen zurück und einige der Felder waren schon wieder neu bepflanzt. Der Unterhalt dieser Felder ist sehr aufwändig, die Dämme zwischen den einzelnen Parzellen müssen laufend neu errichtet werden.

Auch hier ist der Reis schon einige Wochen eingepflanzt. Das Wasser wird in den kommenden Wochen verdunsten und schon in drei Monaten wird wieder geerntet.

Der hellgrüne Teppich im Vordergrund besteht aus den frisch ausgesäten Reispflänzchen. Sobald diese eine gewisse Grösse erreicht haben, werden sie in die vorbereiteten Felder umgepflanzt. Eine äusserst mühsame Handarbeit, welche während langer Zeit einen gekrümmten Rücken bedingt.

Noch ein letztes Bild der vorbereiteten Terrassen, welche ihrer Bepflanzung harren.

Zum Schutz vor der intensiven Sonneneinstrahlung hängen hier bereits die Hüte bereit, welche die Arbeiterinnen tragen.

Bali weist über 200 verschiedene Tempelanlagen aus, heute lagen lediglich drei davon auf unserem Weg. Diese Anlage darf von Nicht-Betenden nur auf einem Rundweg um die eigentliche Anlage begangen werden. So ist es auch einfach möglich, ein Bild ohne störende Personen zu machen.

Sobald sich die Sonne durch die Wolken drängte, erschienen die Anlagen in ihren schönsten Farben. Dieses Tor bedeutete die Limite für unseren Besuch, hier gehen lediglich die Betenden während einer Zeremonie hindurch.

An einem Tag war es für mich wieder einmal Zeit für einen Besuch bei einem Coiffeur. Aton kommt aus West-Java, der Nachbarinsel, er arbeitet seit 20 Jahren auf Bali. Er meinte, hier sei es sicherer und das Einkommen auch besser als auf Java. Vom Hotel bis zum Coiffeursalon waren es zu Fuss etwa 1.2 km, mehr als genug um mein Hemd komplett durchzuschwitzen.

Wie ich bereits erwähnte, fielen unsere Geburtstage in unsere Zeit auf Bali. Meiner blieb unbemerkt, Ruth wurde jedoch schon beim Frühstück entsprechend mit einem kleinen Geburtstagstörtchen begrüsst. Vor unserem Bungalow wurde schon während unseres Essens eine typisch balinesische Installation befestigt. Diese hängen normalerweise in den Dörfern beim Geburtstag des lokalen Tempels, hier wird diese Tradition für die Touristen zweckentfremdet.

Ruth’s Geburtstag-Abend genossen wir bei einem feinen Nachtessen im Hotel, wo die Tische auf dem Sand aufgebaut wurden. Die Füsse im warmen Sand, dazu den Sonnenuntergang vor Augen, einfach wunderbar.

An einigen Abenden der Woche findet am Strand beim Hotel eine balinesische Tanzaufführung statt, so auch an unserem letzten Abend. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich die jungen Damen ihre Finger verbiegen können. Mir schmerzen die Glieder schon alleine vom Zusehen.

Dieses Schild, welches ich in Nusa Dua fotografierte, zeigt genau meine Einstellung. Besser könnte ich dies nicht ausdrücken!
Morgen fliegen wir von Denpasar etwa 2’600 km in südlicher Richtung, bis wir nach etwa 3.5 Stunden in Perth in Westaustralien landen werden. Die beiden Flughäfen liegen ziemlich genau auf demselben Längengrad. 8 Grad Süd und 31 Grad Süd sind die jeweiligen Breitengrade.
