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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Ein ruhiger Tag in Carnarvon und doch noch schnell einen Ausflug auf den Mond
Nach den langen Fahrten der letzten Tage leisteten wir uns heute einen Tag in Carnarvon und mussten nur wenige Kilometer zurücklegen.

Wie bei so vielen Orten am Indischen Ozean gibt es auch in Carnarvon einen Pier, der weit ins Meer hinausragt. Vielleicht müsste ich eher sagen, es gab einen Pier, denn dieser ist zur Zeit gesperrt und darf nicht betreten werden. Die ersten paar hundert Meter führt der Pier durch einen Mangroven-Wald, den ersten, den ich auf dieser Seite des Kontinents sah. Weiter nördlich gibt es viele davon.

Offenbar fuhr früher eine Eisenbahn auf den Pier hinaus, heute sind nur noch die Schienen vorhanden, Zug fuhr hier schon lange keiner mehr. Früher wurden von hier Wolle, lebende Kühe und auch Holz in alle Welt verschifft. Nun wird wieder Geld gesammelt, um den 1-Mile-Jetty wieder in Betrieb zu nehmen, zumindest als Touristenattraktion und für die lokalen Fischer, welche früher von hier aus ihre Würmer badeten.

Im Städtchen gab es früher ein Tram, welches zwei Dorfteile miteinander verband. Auch dieses Verkehrsmittel ist ausser Betrieb, heute fahren Autos und Busse an seiner Stelle. Die Brücke ist jedoch für Fussgänger geöffnet. Am Lampenpfahl hing ein weisses Schild …

… welches eine wichtige Mitteilung enthielt: Strand geschlossen, Hai gesichtet. Auch an anderen Stellen in der Stadt waren ähnliche Mitteilungen angebracht.

Carnarvon war für das Apollo-Programm und weitere US-Raumflüge von grosser Wichtigkeit: Von hier aus wurden viele Funksprüche mit den Astronauten ausgetauscht. Diese Antenne, welche hier Zuckerlöffel genannt wird, war Teil der Kommunikationsinfrastruktur. Offenbar ist dies die einzige noch existierende Antenne dieser Bauart, sie wurde aber schon vor langer Zeit ausser Dienst gestellt.

Es gibt ein kleines Museum, wo einige Artefakte der Raumfahrt gezeigt werden. Dieses Steuerpult ist ein Geschenk der NASA, es stammt aus dem Kontrollzentrum der Apollo-Missionen in Huston / Texas.

Auch diese heute steinzeitlich anmutenden Schränke stammen aus den 60-er Jahren, sie enthielten Kommunikationsgeräte für den Austausch der Nachrichten zwischen Boden und den Raumkapseln. Offenbar war es Carnarvon, welches als letzte Erd-Station Kontakt mir den Astronatuen hatte, bevor diese den Erd-Orbit verliessen und in Richtung Mond weiter flogen. Bei ihrer Rückkehr war es wiederum Carnarvon, welches die ersten Kontakte der Mondfahrer aufnahm.
Schliesslich hatte ich die Gelegenheit, in einer Replika der Apollo 11 - Kapsel einen Raumflug mitzuerleben. Mehr dazu gibt es hier (Klick mich!).

Hier der Beweis, ich war auf dem Mond! Leider mit der falschen Kleidung, es war saukalt! Auf der Erde in Carnarvon gute 40 Grad und auf dem Mond, ich sage euch …

Eine weitere der grossen Antennen, welche heute nur mehr Museumsstücke sind, steht am höchsten Punkt des Hügels über Carnarvon.

Von nahem sieht man, dass die Anlage wohl schon viele Jahre still steht. Die grossen Zahnräder sind sogar in der trockenen Luft schon leicht eingerostet. Doch ist die Anlage immer noch imposant.
