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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Die Bergbaustadt Broken Hill
Broken Hill ist weit weg von Sydney, der Hauptstadt von New South Wales. So weit sogar, dass sich Sydney in der Vergangenheit weigerte, gewisse Investitionen in die Infrastruktur zu machen. Der Stadtrat entschloss sich dann als Zeichen des Protestes die Zeitzone in jene von Adelaide zu ändern, dh. gegenüber Sydney laufen die Uhren hier um 30 Minuten nach.
Schon 1883 begann in Broken Hill eine völlig neue Zeitrechnung. Damals entdeckte ein junger deutscher Mitarbeiter eines Bauernhofs ein gigantisches Vorkommen an Blei, Silber und Zinn. Zusammen mit Freunden sicherte er sich die Rechte am Vorkommen und die Partner begannen mit dem Abbau der Mineralien. Aus dieser Firma sollte sich später die Broken Hill Proprioritary entwickeln, heute besser bekannt unter dem Kürzel BHP Billiton. BHP ist eine der grössten Rohstoff-Gesellschaften weltweit.

Noch heute zeigt sich der Wohlstand im Stadtbild, auch wenn heute der Himmel bedeckt war und die Temperatur am Morgen bei nur gerade 17 Grad lag. So kalt war es auf unserer Reise noch nie! Das Hauptpostamt ist ein stattliches Gebäude.

Beim alten Bahnhof gibt es ein hübsch gemachtes Museum mit Sachen aus der Eisenbahnzeit sowie auch allgemein zum Leben in der Stadt und der Gegend. Da es offenbar sehr viele alte Werkzeuge gibt, werden diese zu einer Art Stilleben vereint.

Beim Anblick dieses Stillebens schlug mein Herz natürlich höher. Allerdings nur kurzfristig, denn die hier zu sehenden Ikonen der Schweizer Industrie sind in der Zwischenzeit entweder untergegangen oder haben ihre einstige Bedeutung verloren.

Neben Werkzeugen und Maschinen sind auch Jahrmarkt-Sachen ausgestellt. Mit Bällen mussten bei diesem Spiel jeweils 3 dieser Sträflings-Figuren getroffen werden, erst dann erhielt die erfolgreiche Schützin einen Preis.

Wo Bergbau betrieben wird, gibt es leider auch immer wieder grobe Unfälle. In einem kleinen Haus auf dem Gelände des Museums werden einige der medizinischen Geräte ausgestellt. Neben allerlei Krücken gab es auch einen OP-Tisch, eine eiserne Lunge sowie viele Tragen. Lieber nicht krank sein oder gar verunfallen!

In normalen Zeiten liegen hier die Temperaturen bei knapp 40 Grad und deshalb gibt es auch sehr viele Bars und Hotels, wo kühles Bier ausgeschenkt wird. Die heutige Kältewelle liess uns nicht an Bier denken.

Hinter der Stadt liegt ein riesiger Abraum-Hügel aus den Minen. Darauf wurde eine Aussichtsplattform installiert, von wo aus sich die Stadt gut übersehen lässt.

Im Vordergrund sind die Geleise der Indian-Pacific-Bahnlinie zu sehen, welche sowohl Fracht-, als auch Güterzüge von Perth über Adelaide bis nach Sydney verkehren. Der Personenzug verlässt Sydney um 15 Uhr und kommt um 14 Uhr am 4. Reisetag in Perth an. Eine lange Zugfahrt!
