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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Erste Etappe bis zum Anfang der Nullabor
Die ersten 300 km liegen hinter uns. Von Ceduna ging es zuerst zu einem kleinen Kaff, Penong, und dann weiter in Richtung des Nullarbor-Roadhouse, knapp hinter dem Eingang in den gleichnamigen Nationalpark.

In Penong gibt es als Hauptattraktion ein Museum für Windmühlen zu sehen. Einige Einwohner zusammen mit der Gemeindeverwaltung kauften alte, unbenutzte Windräder und restaurierten sie. Anschliessend wurden alle nahe beieinander wieder aufgestellt. Die meisten drehen leer, nur das grösste fördert noch Wasser. Das Rad misst 10.6 m im Durchmesser und mit ihm vermag die Anlage pro Tag aus 152 m Tiefe mehr als 1 Mio. Liter Wasser zu fördern.

Ebenfalls in Penong versucht ein Laden den Reisenden Angst einzujagen. Es sei der letzte Shop für 1’000 km und man solle alles hier organisieren. Das stimmt so nicht ganz, in jedem Roadhouse kriegt man das Notwendigste. Früchte und Gemüse darf man ohnehin nicht über die Grenze nach Western Australia mitnehmen.

Die Strecke ist oft recht langweilig: Endlos gerade Teerbahnen bis zum Horizont und sobald dieser erreicht ist, wartet die nächste Gerade dahinter. Dieser Belag sorgte immerhin für etwas Abwechslung. Wir fragten uns, ob wohl zuerst der graue Belag gelegt wurde und dann der rote darüber, oder ob der rote zuerst lag und dann links und rechts wohl der graue hingelegt wurde …

Bei einem kleinen Roadhouse gab es für uns einen Kaffee, das Bier überliessen wir den einheimischen Tieren.

Kurz vor unserem Tagesziel erreichten wir die östliche Grenze der Nullarbor-Plain, der grossen, baumlosen Ebene. Mehr davon werden wir morgen durchqueren.

Bäume hat es hier wirklich keine mehr. Etwas Gestrüpp ist das Höchste der Gefühle, sonst meint man, man sähe die Erdkrümmung. Grössere Siedlungen gibt es hier ohnehin keine mehr.

15 km vor dem Nullarbor-Rroadhouse zweigt eine Strasse zu einem Aussichtspunkt an die Küste ab. Beim Head of Bight gibt es im australischen Winter die Möglichkeit, viele Wale direkt vor der Küste zu beobachten. Heute gab es das zwar nicht, doch wir nutzten die Gelegenheit, die Küste anzusehen. Eine willkommene Abwechslung von der öden Ebene. Holzwege führen an verschiedenen Stellen auf die Klippen.

Hier bricht der Kontinent ab, von hier aus gibt es in Richtung Süden nichts mehr, bis man nach knapp 4’000 km auf die Antarktis als erste Landmasse trifft. Von dort schwimmen auch die Wale im Winter bis hierhin, um in diesen Buchten ihre Jungen auf die Welt zu bringen.

Bei unserem Campground gibt es einige Dingo, die australischen Wildhunde. Diese sind eher scheu und halten einen gehörigen Abstand. Für ein Foto reicht es aber allemal.

Ein Strassenschild warnt vor allerhand Tieren auf der Strasse. Wir sahen jedoch weder ein Kamel, noch ein Wombat und auch kein Känguru. Das kann morgen ja noch werden.
