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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Rund um Albany
Heute war es eher kühl, ein kalter Wind brachte die Temperaturen auf maximal 18°. Dazu fiel ab und zu ein leichter Nieselregen, kurz, richtiges Sch…wetter. Wir liessen uns davon aber nicht abhalten und machten einen Ausflug rund um Albany zu einigen sehr interessanten Orten.

Im Torndirrup-Nationalpark sind es einerseits die imposanten Felsformationen - meist Gneis - und die Schluchten, in welchen das Meer tobt. Beim sogenannten Gap errichtete die Parkverwaltung eine Aussichtsterrasse, welche über einen tiefen Abgrund hinaus reicht und einen schönen Blick in die Tiefe bot. Das Wetter machte für unseren Besuch gerade mit!

The Gap ist ein riesiger Spalt, das Meer liegt etwa 20 m tiefer und knallt mit voller Wucht auf die Küste. Ein kühler Sprühregen von salzhaltigem Meerwasser befällt sofort die Brille und trübt die Sicht. Von der Terrasse geht der Blick in die Tiefe, der Boden der Terrasse besteht aus einem Gitter mit einem schönen Durchblick.

Eine weitere geologische Spezialität ist diese natürliche Brücke. Dieses Gesteinsstück wurde unterhalb so wegerodiert, dass nur mehr eine recht fragil aussehende Schicht stehen blieb. Das tut sie aber vermutlich schon recht lange.

Auch der Rest der Küste sieht sehr wild aus, das Hochplateau bricht steil ab und der Südozean frisst immer weiter an der Küste. Ein Ort der stetigen Veränderung.

Albany war bis 1978 ein grosses Zentrum des Walfangs in Australien. Heute ist die ehemalige Walfangstation ein Museum, auch das letzte aktive Jagdschiff fand hier seine definitive Ruhestätte.

Ob ein richtiger Wal wohl auch so gelächelt hätte, wenn die Harpune auf ihn gezielt hätte? In den grossen Tanks im Hintergrund wurde das Öl gelagert, welches aus den Walleichen extrahiert wurde. Heute schützt Australien die Wale rundum, die Jagt ist verboten. Geld wird in der Saison mit Walbeobachtungen verdient, und das nicht zu knapp! Da können auch die richtigen Wale wieder lächeln.

Der letzte Besuch galt dann noch dem Goal, dem Gefängnis von Albany. Vor dem Eingang steht eine Replika eines Zwingers, in welchem die Füsse eingeklemmt wurden. Raser und andere Rüppel würden sich hier sicher sehr wohl fühlen, wenn sie ihre Untaten so büssen müssten.

In der Küche des Gefängnisses sah ich diesen primitiven Kühlschrank. Ein Blechgehäuse, welches aussen mit Jute überzogen ist. Auf dem Schrank steht ein Topf, in welchen Wasser eingefüllt wurde, welches dann durch einen kleinen Auslass unten langsam auf die Jute tröpfelte und so schliesslich das ganze Gewebe nässte. Durch die Verdunstungswärme wurde so ein einigermassen kühler Ort geschaffen, in welchem Lebensmittel (Bier?) aufbewahrt wurde. Das Gerät steht zudem in einer Blechwanne, welche einerseits das Wasser auffängt und andererseits die Ameisen vom Eindringen in den Kühlschrank abhält. Genial!
