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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
In Cachagua bei den Pinguinen
Die kleine Ortschaft Cachagua liegt etwa zwei Stunden Fahrzeit nördlich von Viña del Mar, meinem heutigen Standort. Dort gibt es vor der Küste eine kleine Insel, welche ich mir anschauen wollte.

Die Insel ist durch einen Meeresarm von etwa 30 m Breite vom Festland abgetrennt und bietet so ideale Bedingungen für Nistplätze von allerhand Seevögeln. Potentielle Nesträuber wie Hunde, Füchse und andere Räuber erreichen die Nester so nicht. Und so ganz ohne Feinde brütet es sich wohl besser und vor allem erfolgreicher.

Eine Kolonie von Humboldt-Pinguinen lebt auf der Insel. Die putzigen kleinen Kerle faszinieren mich immer von Neuem, wenn sie tollpatschig auf dem Land herumhopsen. Im Wasser sind sie als hervorragende Schwimmer sehr agil, auf dem Land wirken sie mit ihren ausgestreckten Armen eher hilflos. Wenn sie vom Meer auf den Steinen zu ihren Nistplätzen gelangen wollen, brauchen sie ziemlich lange. Hinunter geht es oft schneller, da sie dann grössere Strecken auf dem Bauch rutschen können.

Die ganze Insel ist ziemlich weiss bemalt, da nicht nur Pinguine, sondern auch Kormorane, Pelikane und Seemöwen hier ihre Heimat haben. Da es schon länger nicht mehr richtig geregnet hat, bleibt die Kacke eben liegen und färbt die Steine weiss. Die kleinen Vögel sind an dieser Stelle gut 150 m entfernt, eine Distanz, welche auch für meine lange Linse kaum ausreicht, zumal das Licht heute eher diffus war. Zudem ist die Auflösung der Bilder auf meiner Webseite nicht sehr gut. Einen Eindruck vermitteln die Bilder hoffentlich auch so.

Pelikane ruhen sich ebenfalls von ihren Fressgängen hier aus und aus sie entleeren ab und zu ihrem Därme. Im Hintergrund sind einige Erdlöcher zu sehen, diese werden von den Pinguinen als Schlafhöhlen in den Untergrund gegraben. Die kleinen Pinguine und auch die Möwen sind so nur knapp auszumachen.

Oben auf der Insel sass heute ein ganzer Schwarm von Pelikanen, ich konnte die Anzahl nicht bestimmen, schätze sie aber auf einige hundert Tiere. In den Baumskeletten sassen Kormorane, welche ihr Gefieder trockneten. Ich kann nur über die Herkunft des hellbraunen Bodenbelages spekulieren, meine sie aber zu kennen. Früher wurde dieser Stoff als Guano als Dünger auf den europäischen Feldern eingesetzt. Chile und Peru waren damals wichtige Lieferanten dieses Rohstoffes.

Pelikane im Formationsflug geben immer ein gutes Fotomotiv.

Am Strand waren einige Chilenen am Surfen, die Wellen waren dazu gut geeignet, die Wassertemperaturen hingegen nur mit einem Taucheranzug auszuhalten.

Etwas nördlich von Cachagua liegt eine Feriendestination der reicheren Chilenen: Zapallar. Dort stehen einige grosse, ja protzige Villen mit schönster Meersicht. Die Strände sind jedoch kaum zum Baden geeignet, hier sind es meist Felsenküsten, welche aber ein schönes Fotosujet bilden. Im Hintergrund ist die Pelikaninsel mit ihrem hellbraunen Belag zu sehen.
