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- Kategorie: Cruise Dubai - Rom durch den Suez Kanal 22
Abu Dhabi, die Hauptstadt der Emirate
Für den einen Tag in Abu Dhabi buchte ich einen Hop-On-Hop-Off Bus, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklapperte. Die Tour begann gerade ausserhalb des Cruise-Terminals und endete auch wieder dort. Eine erste Rundstrecke zeigt die wichtigsten Stationen in der „Altstadt“, die zweite Strecke führte zu einer der grössten Moscheen in Arabien.

Entlang des Meeres nennt sich die Uferstrasse grossmäulig Corniche in Anspielung an dieselbe Strasse zwischen Cannes und St. Tropez. Viel Stahl und Glas dominiert die Häuser. Fussgänger sieht man kaum unterwegs, Autofahren ist hier angesagt. Architektonische Highlights sucht man hier ebenfalls vergebens. Viele 08:15 Gebäude, oder Copy/Paste Architektur.

Unter der brauen Kuppel befindet sich das Abu Dhabi Louvre - an der Avenue Chaques Chirac - ein Museum erbaut von Jean Nouvel. Ein weiteres Museum wird gerade gebaur, der Architekt hier ist Norman Foster. Schliesslich bauen auch Frank Ghery sowie Zaha Hadid und Tatar Ando hier Musen und Kunsttempel. Mindestens die Namen der Architekten sind grandios, ob dann auch die Bauten und vor allem deren Inhalt so sein werden, bleibt abzuwarten. Geld zumindest ist hier unbegrenzt vorhanden. Und das scheint berühmte Architekten anzuziehen, wie der Mist die Fliegen.

Hier entsteht das Guggenheim Abu Dhabi von Frank Ghery. Überhaupt sind Baukranen und riesige Baugruben ein häufiger Anblick in Abu Dhabi, die Stadt wird gerade gebaut. Noch vor wenigen Jahren war hier ausser einem kleinen Fischerhafen nichts als Wüste. Öl änderte alles.

Weiter entlang der Corniche gibt es Hochhäuser und noch mehr Hochhäuser. Ich vermisste einen älteren Stadtteil wo nicht nur Stahl und Glas dominierten. Fand ich aber leider nicht.

Ein grosses Hotel liegt beim Jachthafen. Links davon gibt es einen Vergnügungspark mit einem Riesenrad und eine grosse Shoppingmall. Dort ist offenbar auch eine Ikea eingemietet, sonst allerdings scheint sie eher leer zu sein. Ich besuchte sie nicht. Ich verspürte keinen Drang, dort ein Billy-Regal zu kaufen.

Noch nicht genug von Stahl und Glas? Ich kann noch mehr bieten! Meistens sind dies Hotels, in der Mitte das Hyatt, links das 4 Seasons.

Dieser Tempel ist das Emirates Palace, das grösste und luxuriöseste Hotel in Abu Dhabi. Angeblich soll es 114 Kuppeln aufweisen, über 1.3 km privaten Strand verfügen und 1002 Svarowski-Kristallleuchter sollen die Hallen, Gänge und Zimmer beleuchten. Auch der Aufgang zum Eingang sieht recht grosskotzig aus. Ein Ölscheich weiss offenbar, was er will.

Mich faszinierten auf der Rundfahrt die Hochhäuser, da nahezu alle ab dem ersten oder zweiten Geschoss in die Breite gingen. Die Grundfläche am Boden war so immer kleiner. Hängt das mit den Steuern zusammen, welche nach Bodenfläche berechnet werden? Ich kann mir keinen anderen Reim darauf bilden, fand aber nirgends Informationen darüber.

Auch in den Emiraten zieht die moderne Zeit ein! In der grossen Mall im Stadtzentrum werden Elektro-Ladestationen installiert. Ich sah auch einige elektrische Fahrzeuge unterwegs, die meisten Autos sind aber immer noch die grossen Gas-Guzzler mit ihren 8 Zylinder Motoren.

Den Nachmittag nutzte ich dann um die Sheihk Zayed Moschee zu besuchen. Diese wurde vom Scheich selber entworfen und ist nun auch sein Mausoleum. Nur Superlative, ich zähle hier nicht alle auf, nur einige: 40’000 Gläubige sollen hier Platz finden, mehr als 80 Marmorkuppeln soll es geben, mehr als 1000 Säulen braucht es, um diese zu tragen. Die vier Minarette sind je 107 m hoch.

Die Besucher müssen zuerst einem grossen Glasdom eintreten und werden dort mit Rolltreppen oder Liften ins Untergeschoss befördert.

Dort erwartet sie eine Tiefkühltruhe mit Restaurants, Modegeschäften und vielen Souvenirläden. Immerhin gibt es auch gutes und schnelles WiFi hier, ohne dass man sich zuerst einen Sermon anhören muss.

Nach einer unterirdischen Wanderung von einigen hundert Metern kommt man wieder an die Oberfläche und sieht die imposante Anlage aus der Nähe. Fotografieren ist nur an ausgewählten Punkten erlaubt, diese sind jeweils mit Schildern ausgezeichnet.

Sobald ich durch das Haupttor auf den grossen Platz im Zentrum trat, lag das Hauptgebäude vor mir. Der ganze Boden und auch die meisten anderen Strukturen bestehen aus 90’000 t weissen Marmors aus Mazedonien.

Auch die Säulen sind mit vielen Halbedelsteinen und Gold verziert.

Der Blick zurück auf das Haupttor zeigt die Verzierungen im Marmor-Boden. Halbedelsteine wurden hier eingesetzt, um das blendende Weiss etwas zu brechen.

Ein anderer Blick, diesmal in Richtung des Hauptgebäudes. Auch hier viel schöne Einlegearbeiten.

Glitzern muss alles! Selbst in Nebenräumen hängen grosse Kronleuchter.

Der Hauptgebetsraum wird von einem Kronleuchter erhellt, welcher angeblich 11 t wiegen soll und aus Svarowsi-Kristallen und etwa 40 kg Gold bestehen soll.

Weiter solche Leuchter hängen in anderen Räumen, der Boden des Gebetsraums ist mit dem angeblich weltweit grössten Orientteppich belegt. Auch hier Gigantismus pur: 1’200 Teppichknüpfer sollen während zwei Jahren die 5’700 m2 geknüpft haben. Noch ein Superlativ? Klar, here you go: Es sollen 2.268 Milliarden Knöpfe sein. Oder etwas mehr oder etwas weniger, wer zählt schon nach.

Am Schluss des Besuchs steht beim Ausgang der Visitor Happines Desk. Hier könnte man sein Befinden ausdrücken. Ich unterliess es, möchte aber meinen Lesern mein Fazit nicht vorenthalten.
Hat mit Abu Dhabi gefallen? Viele Superlative und offenbar unbeschränkte Geldmittel für die einen, die anderen, die unzähligen Bauarbeiter aus anderen Ländern sowie das Personal in den Hotels und Restaurants, die Müllabfuhrmänner, das notwendige Hilfspersonal sieht man nicht, zumindest nicht, wenn sie Feierabend haben. Eine schöne Stadt ist anders, als einmaliges Erlebnis war der Besuch OK, zurück kommen muss ich aber nicht. Dann schon viel eher nach Dubai.
