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- Kategorie: Cruise Dubai - Rom durch den Suez Kanal 22
Stadtwanderung in Muskat, Oman
Unser Schiff legte um 7 Uhr im Hafen von Muskat an und ab 8 Uhr konnte man an Land gehen. Von der Anlegestelle aus ging es zuerst mit kleinen Bussen zum Hafengate und von dort aus dann zu Fuss in die Stadt. Muskat ist in drei Teile getrennt: Einerseits beim Hafen der Stadtteil Mutrah mit dem Markt und vielen Wohnhäusern, sodann verbunden über eine Uferstrasse - auch hier Corniche genannt - den eigentlichen alten Teil, der heute aber vor allem viele Regierungsgebäude aufweist. Schliesslich gibt es noch einen modernen Teil ausserhalb, wo auch die grösste Moschee von Muskat liegt. Diesen Teil liess ich heute aus.

Entlang des Hafenbeckens stehen schön renovierte Häuser, fast alle in blendendem Weiss. Wohnhäuser, aber auch Hotels sowie einige Restaurants gibt es hier.

Hölzerne Balkone in den Obergeschossen verfügen sogar über weiss gestrichene Blechdächer!

Beim Eingang zum Markt gab es einen grossen Platz mit einem feuerroten Hydranten in der Mitte. Feuer muss schnell gelöscht werden können, da sonst in den engen Gassen des Souk rasch grosse Schäden verursacht werden. Im Hintergrund steht auf einem Hügel eine der vielen Burgen und Wachttürmen, welche in früheren Zeiten erbaut wurden.

Das Haupttor zum Markt auf der dem Meer abgewandten Seite ist eindrücklicher als jenes an der Hafenpromenade. Die Moschee wiederum ist direkt in den Markt integriert.

Ob dieser Schmuckhändler sein Englisch wohl ausreichend beherrscht? In einem englisch-sprechenden Land würde er so kaum Kunden finden, ausser sie seien auf der Suche nach billiger chinesischer Ware. Seine Auslage sah aber nicht nach billiger asiatischer Ware aus.

Als ich diesen Turm sah, dachte ich, er gehöre zu einem Hindu-Tempel für die etlichen indisch-stämmigen Händler von Muskat. Doch weit gefehlt, es war ein Minarett einer kleinen Moschee. Das Innere durfte ich als Nicht-Muslim natürlich nicht betreten.

In der weiter vom Meer entfernten Gegend hinter dem Markt gab es viele Wohnhäuser, von denen die meisten im Erdgeschoss wiederum kleine Geschäfte und auch vereinzelte Restaurants hatten.

Im Markt selber fand ich einige Stände, welche Weihrauch verkauften. In früheren Zeiten war Oman der Herkunftsort fast allen Weihrauchs, der in den katholischen Kirchen verbrannt wurde. Obwohl ich in jugendlichen Jahren einige Zeit als Ministrant gedient hatte, konnte ich dem Drang zum Kauf dieses Harzes widerstehen. Der wohlbekannte Duft ist im ganzen Markt präsent, da die Händler rauchende Gefässe vor ihre Geschäfte stellen um so Kunden anzulocken.

Die Omani sind angeblich sehr stolz auf ihre Krummdolche, welche auf dem Markt an Touristen verkauft werden. Ich sah keinen einzigen Einheimischen mit einem Dolch, war aber auch nur etwa 8 Stunden im Land. Daneben gab es auch verzierte Gehstöcke, Glocken aus Messing und sonstige Souvenirs.

Ein Blick zurück auf der Corniche in Richtung Mutrah. Von hier aus waren es knappe 8 km bis zum alten Stadtteil, alles entlang des Meeres. Alle paar 100 m gab es eine Bank, wo man sich ausruhen konnte.

Der alte Stadtteil, das eigentliche Muskat liegt zwischen hohen Bergen mit steilen Flanken. Die flachen Stellen dazwischen waren mit Stadttoren gesichert. Noch bis in die 1970-er Jahre wurde dieses Tor jede Nacht geschlossen, um die Stadt abzusichern.

Vom Meer her kamen früher auch Angreifer, diese wurden mit solchen Forts gesichert. Das Al Mirani-Fort wurde von den Portugiesen im 16. Jhdt. erbaut. Es kann nicht besichtigt werden. Immerhin gibt es eine hübsche Geschichte zum Fort, die ich gerne erzähle.
Der portugiesische Kommandant verliebte sich in die Tochter eines indischen Lieferanten und wollte diese unbedingt heiraten. Der Inder war aus religiösen Gründen aber gegen diese Verbindung worauf der Portugiese ihm mit dem kompletten Ruin drohte, sollte er nicht einwilligen. Der Inder gab vordergründig nach und wollte im Hinblick auf die Feiern die Vorräte im Fort entsprechend ergänzen und erneuern. Ein Jahr dauerten die Vorbereitungen und der Inder nutzte die Zeit, um sämtliche Munition und sonstigen Waffen aus dem Fort zu entfernen. Als er damit fertig war, informierte er die Omani, welche das Fort angriffen und die Portugiesen vertreiben konnten. Die Hochzeit fand nicht statt. Eine hübsche Geschichte.

Die Rückfahrt vom alten Muskat zum Hafen geriet noch zu einem Abenteuer, da ich kein lokales Geld hatte und der Taxifahrer keine Kreditkarte wollte. Und kein Englisch sprach. Die Sache ging aber gut aus (Klick mich!).
Schon kurz vor 17 Uhr machten wir die Leinen los und fuhren aus dem Hafen aus, Gelegenheit für einen letzten Blick zurück auf Mutrah und die Corniche.

Als wir vor dem alten Teil von Muskat vorbei fuhren, zeigten sich die Festungen nochmals vom Meer aus. Rechts im Bild das Al Mirani-Fort und links das Al Jalali-Fort, ebenfalls ein Bau der Portugiesen aus dem 1580-er Jahren.
