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- Kategorie: Tanzania 08 - Südparks aber auch etwas Serengeti
Sensationelles Erlebnis
An einem - wie um diese Jahreszeit üblich - sehr heissen Tag im Ruaha Nationalpark waren wir den ganzen Tag unterwegs und nahmen unser Mittagessen in einer Lunchbox mit. Auf der Pirschfahrt entlang des Flusses entdeckte Raju, unser Fahrer, unter einem Baum etwas abseits der Strasse im Schatten liegende Löwen. Vier ausgewachsene Löwinnen und sechs Halbstarke lagen verteilt im Gras.

Ihm fiel auch auf, dass einige der Löwinnen sehr konzentriert das Flussbett beobachteten. Der Fluss war um diese Jahreszeit fast ausgetrocknet und nur wenige Wasserläufe waren im Sand noch sichtbar. Fünf Impalas weideten das frische Grün ab und hatten offensichtlich das Interesse der Löwen auf sich gezogen. Impalas sind nicht die bevorzugte Beute der Löwen, da sie eher klein sind und die hungrigen Bäuche nicht zu füllen vermögen. Doch in der Not frisst der Teufel Fliegen und die Löwen eben Impalas, mindestens als Appetithappen reichen sie allemal aus.

Nach einiger Zeit schlich eine der Löwinnen hinter unserem Auto weg und verschwand im Gebüsch. Etwa zehn Minuten später machte sich eine zweite ebenfalls auf den Weg. Ich nahm an, dass sie nun aus dem Gebüsch einen Überraschungsangriff auf die Impalas machen würden und diese dann im Flussbett fliehen würden. Ich montierte entsprechend meine grosse Linse, um die Aktion im Flusslauf fotografieren zu können.
Völlig überraschend für die Impalas brachen die beiden Angreiferinnen aus dem Gebüsch hervor und die Jagd begann. Unerklärlicherweise (für uns) flüchteten die Impalas aber nicht im Fluss, sondern rannten in unsere Richtung; der lauernden Gefahr der Löwen waren sie sich offensichtlich nicht bewusst.
Ein Impala sprang vom Flussbett beinahe drei Meter hoch und wollte über das Ufer fliehen. Dummerweise war eine Löwin schneller und packte das Impala noch im Flug und riss es zu Boden. Ein zweites Impala fiel der zweiten Löwin zum Opfer. Da sich die Aktion unmittelbar vor unserem Fahrzeug abspielte, war ich mit meinem langen Objektiv natürlich nicht optimal vorbereitet. Zum Wecheln blieb aber keine Zeit!


Schliesslich gab es für die Löwen ein richtiges Festmahl - schön anzusehen war es nicht unbedingt, deshalb nur ein einziges Bild.

Bereits zwei Stunden nach Beginn der ganzen Aktion war von den beiden Impalas bis auf die Hörner und einigen Knochen nichts mehr zu sehen. Zehn Löwen, ein Schakal und einige Geier haben ganze Arbeit geleistet.
Für uns war das ein sensationelles Erlebnis - für die Impalas aber eher weniger.
