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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Vietnam 11 / 12
Fuss-Rudern in der trockenen Halong-Bay
Was wie ein Widerspruch tönt, ist auch einer. Die sogenannt trockene Halong-Bay liegt etwa 100 km süd-östlich von Hanoi im Landesinnern. Weder ist diese Gebiet eine Bucht, noch ist sie trocken, ganz im Gegenteil. Die Karstlandschaft wird mit kleinen Booten befahren, das Wasser des Flusses ist aber nicht mal einen Meter tief.

Im Frühjahr und Sommer wird im Wasser Reis angebaut, zur Zeit werden die Felder gerade erst bestellt. Der Reis wird erst in einigen Wochen ausgesetzt.

Die Felsformationen sind mit jenen in der Halong-Bucht vergleichbar, allerdings sind sie viel stärker bewachsen. Die Vegetation ist subtropisch mit vielen Bäumen aber auch Bananen und Gemüse werden angebaut.

Die lokalen Frauen verkaufen von ihren Booten aus allerlei Touristen-Notwendigkeiten wie Coca-Cola, Sprite und auch etwas lokale Früchte. Es scheint, als ob Touristen ohne die Ami-Säfte nicht leben können. Die landestypischen Hüte der Frauen sieht man nicht nur in den Touristen-Hochburgen, auch in jedem kleinen Örtchen und auf fast allen Feldern sind sie verbreitet. Nicht nur ein Cliché, sondern tatsächlich in Gebrauch!

Die einzelnen Teile dieser „Bucht“ wären auf dem Landweg nur über die recht hohen und sehr steilen Berge erreichbar, gäbe es nicht drei durchgängigen Höhlen. Aus den Höhlen ergeben sich immer wieder schöne Blicke auf die nächste „Bucht“.

Ganz speziell ist die Rudertechnik der Bootsführer. Meist bewegen sie die Ruder mit den Füssen und lehnen dabei ganz entspannt zurück. Diese Antriebsart sieht mühelos aus, der Ungeübte könnte aber nach den gut sieben Kilometern rudern wohl nicht mehr gehen und die Bauchmuskeln wären noch für lange Zeit von einem gewaltigen Muskelkater befallen. Für uns Warmduscher war schon das Sitzen ohne Lehne für die zwei Stunden sehr anstrengend!

Diese Frau schien sich vom Rudern ebenfalls nicht stark beeindrucken zu lassen, immerhin hat der Einsatz der Füsse den Vorteil, dass die Hände für die Bedienung des Handys frei bleiben. SMS schreiben oder auch telefonieren sind so kein Problem.

Den Abschluss machte heute der Besuch eines Tempels, wo der erste König Vietnams, der um die Jahrtausendwende herrschte, verehrt wird. Er vereinigte das Land und verteidigte es gegen die Chinesen, welche immer wieder versuchten, sich Vietnam untertan zu machen. Die über 1000-jährige Anlage ist gut im Schuss, sie wird anscheinend laufend in Stand gehalten.

Das Symbol in dieser Absperrwand hat für unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Bedeutung. In der lokalen Kultur ist es ein Symbol für Glück und Wohlstand. In einer anderen, uns näherliegenden Kultur ist die Bedeutung eine völlig andere und hat mit Glück nichts zu tun.
