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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Vietnam 11 / 12
Dreitägige Mekong River Cruise
Vom 8. bis zum 10. Januar 12 waren wir von Saigon aus auf dem Mekong unterwegs. Ohne Internet-Zugang war es unmöglich, täglich einen Beitrag zu schreiben, deshal hier ein etwas längerer.
Am Morgen holte uns ein Fahrer vom Hotel ab und brachte uns auf einer kurzen Fahrt zur Ablegestelle unseres Schiffes.

Unser 15-Kabinen Schiff, die Mekong Eyes, fuhr am ersten Tag gute 120 km flussaufwärts zur Anlegestelle während der Nacht. Unterbrochen durch kurze Ausflüge mit kleinen Booten an Land und immer wieder Essen.

Die erste Nacht auf dem Mekong bescherte uns den Vollmond. Der Himmel war leicht bewölkt, was ihm eine mystische Aura verleihte.
Eine unruhige Nacht fand ihr Ende, als morgens um 5:30 der grosse Diesel wieder gestartet wurde. Unruhig war die Nacht, da sich unsere Kabine in der Nähe des Generators befand, welcher während der ganzen Nacht lieft, um die Klimaanlage sowie sämtliche anderen Elektro-Geräte inklusive Licht am Laufen zu halten. Am zweiten Tag wechselten wir dann in die Master - Suite, eine Kabine mit einem kleinen privaten Balkon hinten am Schiff.
Der Morgen begann mit einem Besuch des Floating Markets, eines Marktes auf dem Fluss wo Gemüsebauern ihre Produkte den Händlern der Umgebung anbieten. Sowohl Bauern als auch Händler reisen bis zu 120 km an, um auf diesem Gemüsegrossmarkt ihre Geschäfte erledigen zu können.

Da auf dem Wasser keine Schaufenster machbar sind, hatten die findigen Bauern eine clevere Idee: Sie hängen ihr Angebot an lange Stecken. Hier sind offensichtlich Maiskolben im Angebot.

Die unterschiedlichsten Gemüse stehen hier zumVerkauf. Die meisten Schiffe bieten nur ein einzelnes Gemüse an, hier ist es eine ganze Sammlung.

Einige findige Händler entdeckten ein gutes Geschäft mit den Touristen. Frische und ganz reife Ananas werden zugerüstet, die Schale entfernt und die Augen werden ausgestochen. Die so vorbereitete Frucht wird dann in zwei oder vier Stücke aufgeteilt und dann mit dem Stiel wie ein Glace verkauft und gegessen. Unglaublich schmackhaft und zuckersüss!

Neben dem Gemüsemarkt steht eine feste Markthalle wo Fisch und auch andere Dinge des täglichen Gebrauches feilgeboten werden. Zum Einen auch Eier in allen erdenklichen Farben und Grössen und ebensolch unterschiedlicher Herkunft: Hühner, Enten und Gänse, aber auch Wachteln und anderes Vogelgetier.

Scratch with the Chicken of fly with the Eagle: Kratz mit den Hühnern oder flieg mit dem Adler ist eine englische Redensart. Diese Hühner haben für immer ausgekratzt. Die Werkzeuge werden nun noch als Suppeneinlagen verwendet.

Fisch und andere Wasserbewohner gehören auf jedem vietnamesischen Teller zu den wichtigsten Bestandteilen jeder Mahlzeit. Diese Marktfrau bietet verschiedene kleine Fische an, schön aussortiert und nach Art geordnet. Viel angeboten werden auch Catfish (ein Wels) sowie Tilapia. Beide Fischarten werden im Delta in riesigen Becken mit jeweils sechs Tonnen Tieren ausgiebig gezüchtet.

Ein Bestandteil unserer Cruise war ein Ausflug in die kleinen Kanäle, von denen es tausende gibt. Einheimische Frauen ruderten die kleinen Boote, in denen jeweils zwei Touristen Platz fanden. Eine richtige Allee fanden wir hier vor.

Hier werden Rambutan von den Schiffen auf die Häuser der Händler umgeladen, welche die Früchte ihrerseits dann nach Saigon liefern. Die meisten Nahrungsmittel, die in Saigon konsumiert werden, stammen aus dem Mekong Delta. Im Delta leben um die 14 Millionen Menschen, die meisten in der Landwirtschaft tätig.

Reis ist eines wichtigsten Produkte, drei (!) Ernten finden hier pro Jahr statt. Die meisten Inseln im Delta sind von riesigen Reisfeldern bedeckt. Vietnam ist heute wieder einer der grossen Reisproduzenten und -Exporteuere der Welt. Während der Zeit der Amerikaner musste Südvietnam sogar Reis importieren, da die Produktion zuwenig interessant war.

Dieses Schiff transportiert die Spelzen des Reises, welche bei der Verarbeitung anfallen. Die Spelzen werden nun als Brennmaterial in unterschiedlichen Aufgaben weiter verwendet.

Einzelne Arme des Mekong werden durch moderne Brücken überspannt. Bei vielen der älteren Brücken musste die Mannschaft jeweils die Deckaufbauten umlegen. Eine Arbeit von jedes mal gut zehn Minuten. Andererseits erspart eine Brücke den Einwohnern des Deltas sehr viel Zeit, da die Umwegfahrten entfallen.
