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- Kategorie: Winterreise 12 / 13 - Sri Lanka
Geschlüpft, gerochen und gestorben
Auf unserem Weg lag heute eine Schildkröten-Kinderstube. Hier werden die von den grossen Schildklröten gelegten Eier ausgebuddelt und an einem sicheren Ort wieder vergraben. Weg vom Salzwasser und allen möglichen anderen Räubern. Nach 48 Tagen im warmen Sand schlüpfen die kleinen Tierchen aus.

Die frisch geschlüpften Schildkröten werden in einem Wasserbecken „zwischengelagert", bevor sie nach einem Tag in die Freiheit entlassen werden. Dazu übernehmen Freiwillige die Tiere und tragen sie auf Händen ins Wasser. Nur 10% der Babies überleben die ersten Wochen im Meer. Nach 20 Jahren kommen sie zum ersten Mal wieder an Land, um selber wieder Eier abzulegen und so den Zyklus von neuem beginnen zu lassen.

Diese Karett-Schildkörte wird ihr ganzes Leben in Gefangenschaft verbringen müssen. Sie wurde ohne Augen geboren und würde in der freien Natur wohl nicht lange überleben. Hier wird sie mindestens täglich gefüttert.

Diese Schildkröte ist etwa 3 Jahre alt, sie dient als Anschauungsmodell. Auch sie wird täglich gefüttert und bald wird sie in die Freiheit entlassen. Eine andere Schildkröte wird dann ihren Platz im Becken einnehmen.

Albinos kommen bei Schildkröten etwa einmal pro eine Million Jungtiere vor. Auch sie haben in der Natur nicht den Hauch einer Chance. Sie werden sehr schnell gefressen, da sie über keinerlei Tarnung verfügen.

Links und rechts dieses Pfades wachsen kleine Bäume, in diesem Fall eher noch Sträucher.

Die Rinde der Sträucher wird abgeschält und an der Luft getrocknet.

Bei uns wird diese Rinde vor allem zu Weihnachten verwendet, sie ist als Zimt bekannt. In Sri Lanka wird nicht nur die Rinde verwendet, auch die Blätter werden genutzt.

Ganze Berge von Blättern werden in Wasser aufgekocht und anschliessend destilliert. Es wird kein Alkohol gewonnen, sondern ein Zimt-Öl, welches angeblich gut gegen Kopfschmerzen eingesetzt werden kann.

Der Destillationsapparat war heute nicht in Betrieb, da viele Leute momentan in den Weihnachtsferien sind.

Kurz vor unserem heutigen Etappenort Galle (Gaul gesprochen) trafen wir auf diesen schönen Strand. Genau heute vor 8 Jahren, am 26. Dezember 2004 wurde diese Gegend von der schlimmsten Natur-Katastrophe seit Menschengedenken getroffen. Der Tsunami traf unter anderem hier auf Land und in der Folge kamen 35'000 Menschen in Sri Lanka ums Leben.

Eine Gedenkstätte wurde für die Opfer eingerichtet, heute fand hier eine Gedenk-Andacht statt.

Ein Künstler versuchte das Grauen ins Bild zu setzen. Unter anderem wurde nicht weit von dieser Stelle ein vollbesetzter Zug von den Fluten mitgerissen. Von den mehreren Hundert Passagieren überleben nur drei Personen das Unglück.

Die Vegetation überwucherte die meisten der noch stehenden Ruinen fast vollständig. Nur einzelne Häuser stehen noch in der Landschaft. Die meisten Gebäude wurden wieder neu errichtet, nur noch wenig erinnert an das schreckliche Ereignis.

Zum Abschluss des Tages erlebten wir heute den ersten Sonnenuntergang auf dieser Reise. Auch wenn der Himmel nicht wolkenlos war, so schien doch den ganzen Tag über die Sonne. Sie verabschiedete sich in einem fulminanten Feuer bis morgen. Falls nicht wieder ein Tsunami über diese Gegend hereinbricht, werden wir morgen wieder einen Tag mit schönem Wetter erleben.
