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- Kategorie: Winterreise 11 / 12 - Australien 12 - Teil 3: Coral Bay to Sydney
Ein Märchenwald und verschiedene Schnäbel
Wie die Wettervorhersagen gestern lauteten, stand heute schon am frühen Morgen die Sonne am Himmel und blieb während des ganzen Tages auch dort. Die Temperaturen erreichten angenehme 28 Grad, genau richtig für einen geruhsamen Tag am Meer und in den umliegenden Wäldern.

Wir fuhren durch einen grossen Eukalyptus-Wald, der eine ganz spezielle Atmosphäre ausstrahlte. Der Boden war mit vielen grossen Farnen bedeckt und wirkte so sehr dunkel. Die weissen Stämme der Eukalypten wirkten vor diesem Hintergrund noch viel weisser und erzeugten so eine richtig märchenhafte Stimmung.

Grosse Farnbäume verstärkten den märchenhaften Eindruck noch, zumal diese Pflanzenart bei uns nicht vorkommt und so ohnehin schon exotisch anmutet. Farne sind bei uns eher kleine, unscheinbare Gewächse. Hier wachsen sie zu bis zu 3 m hohen Bäumen aus.

Dann änderte sich die Landschaft schlagartig. Eine Lagune war voller Vögel und wir machten uns auf den Weg, diese zu fotografieren. Diesen White faced Heron sahen wir schon öfter, noch nie aber so nahe am Ufer und dazu noch so furchtlos. Sein langer Schnabel wäre bestens dazu geeignet, Fische aufzuspiessen. Was er aber nicht macht, er frisst die Fische ohne sie zuerst aufzuspiessen.

Eine hübsche Möve stand auf einem Baumstrumpf und zeigte ihre roten Beine und den ebenso leuchtend roten Schnabel. Das grau-grüne Auge passt gut zu den leuchtenden Farben.

Ein Australian Pelican kam neugierig vorbei, als ein Fischer zum Tisch kam, wo die Sportsleute normalerweise ihren Fang ausnehmen. Heute allerdings vergebens, denn der Fischer ging leer aus und damit auch die Pelikane. Das gelb umrandete Auge ist typisch für die australischen Pelikane, die Spitze des Schnabels passt farblich genau zum Auge.

Kurze Zeit später landeten weitere Pelikane auf der Suche nach einem gratis Mittagessen. Normalerweise erhalten sie die Eingeweide der Fische sowie die Abfälle, falls der Fang gerade hier filetiert wird. Sobald jemand an den Tisch tritt, fliegen die Pelikane herbei.

Einer der Pelikane zeigte seine grosse Klappe, für mich die Gelegenheit, diesen Akt zu fotografieren. War dies ein Gähnen oder gar ein Betteln um Fisch oder wollte er nur beeindrucken? Auf jeden Fall begann hier das Spektakel.

Hier ist das Maul schon weit aufgerissen, erstaunlich wie weit der untere Teil des Schnabels aufgesperrt werden kann. Damit können auch grössere Fische problemlos geschluckt werden.

Ein eher unvorteilhaftes Bild, sehr schön sieht das nicht aus. Der Unterschied zwischen oberem und unterem Teil des Schnabels ist beachtlich. Die gelbe Umrandung des Auges und die Spitze des Schnabels passen auch hier zusammen. Die rosa Farbe des Kehlsackes sieht aber eher seltsam aus.

Bei diesem Bild kann einem der Vogel nur leid tun. Sorry für das Bild, lieber Pelikan, aber ich konnte nicht anders als abdrücken! Einen Fisch als Futter hatte ich leider auch nicht.
