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- Kategorie: Down Under 09/10 - Australia - Adelaide Kununurra
Nullarbor Plain – der erste Teil
Von Ceduna bis zur Grenze zwischen South Australia und Western Australia sind es etwa 500 km auf einer sehr gut ausgebauten Strasse. Meistens reicht eine Spur pro Richtung völlig aus, der Verkehr ist nicht sehr dicht, obwohl diese Strasse die einzige Verbindung mit einer Teerstrasse zwischen Western Australia und den östlichen Staaten ist. Weit im Norden gibt es eine weitere Verbindung zwischen Tennant Creek und Cairns oder Brisbane, die verbindet aber nicht wichtige Zentren wie hier im Süden.

Dem Touristen wird mächtig Angst vor der Nullarbor-Plain eingejagt, angeblich soll es von diesem einfachen Laden 1'000 km bis zum nächsten Geschäft sein. Ganz so wild ist es in Wirklichkeit nicht. Etwa alle 100 km steht ein sogenanntes Roadhouse mit oft einer Tankstelle und einigen wenigen Lebensmitteln. Verhungern muss niemand, die Auswahl an Nahrungsmitteln ist allerdings sehr begrenzt.

Zu Beginn der Strecke warnt ein Schild vor den unterschiedlichsten Tieren. Kangaroos und Wombats sind ja zu erwarten, Kamele doch eher ungewöhnlich. Diese Wüstenschiffe wurden im letzten Jahrhundert als Lasttiere eingeführt und sind mittlerweile ausgewildert. Im Dezember mussten in der Gegend von Alice Springs hunderte Kamele abgeschossen werden, weil sie die Stadt unsicher machten. Wegen der grossen Hitze und Trockenheit fanden sie kein Futter mehr und kamen in die Stadt, wo sie zur Plage wurden.

Die Bäume, welche bis etwa 100 km nach Ceduna noch verbreitet waren wurden immer seltener und bald schon waren sie vollständig verschwunden. „Nullarbor“ heisst ja soviel wie „Kein Baum“. Beim Schild, welches den östlichen Rand der Ebene markiert, war die Landschaft nur noch durch einige wenige Büsche gekennzeichnet. Darüber ein endloser, blauer Himmel.

Gegen Ende der heutigen Etappe erlaubten einige Aussichtspunkte einen schönen Blick auf die grandiose Küste. Die Nullarbor Plain ist eine 200'000 km2 grosse Kalkstein Ebene, die ehemals Meeresboden war und durch geologische Bewegungen Dutzende Meter hochgehoben wurde. Der Abbruch sieht spektakulär aus, die Brandung liegt 64 m tiefer!

Einige Delfine vergnügten sich in der Dünung, wie immer hatte ich gerade das falsche Objektiv montiert, trotzdem konnte Brigitte diesen Delfin mitten im Sprung fotografieren!
Morgen überqueren wir zuerst die Grenze zwischen South Australia und Western Australia. Die Aussies machen ein Riesen-Geschiss an den Grenzübergängen. Früche und Gemüse sind verboten und angeblich werden sämtliche Fahrzeuge peinlichst genau durchsucht. Mal sehen, wie es uns ergeht, unsere Vorräte an Grünzeug sind auf jeden Fall aufgebraucht.
