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- Kategorie: Down Under 09/10 - Australia - Osten und Süden
Unterschiedliche Intelligenz
Eines der Tiere, mit denen wir Australien gemeinhin identifizieren, ist der Koala. In einem Aussenbezirk Brisbanes liegt das Lone Pine Koala Sanctuary, wo gut 140 dieser putzigen Tiere leben und studiert werden. Wenn man einen Koala aus der Nähe ansieht und ihm tief in die Augen blickt, hat man den Eindruck „Nobody home“. Dieser Eindruck ist nicht ganz falsch, denn offensichtlich haben Koalas nur ein ganz kleines Hirn. Wir Menschen brauchen gut 20% der durch die Nahrung aufgenommenen Energie zur Versorgung unserer grauen Masse, die Koalas hingegen etwa dieselbe Menge zur Verdauung der Eukalyptus – Blätter, von denen sie sich ausschliesslich ernähren.

Eukalyptus ist giftig und enthält zudem viele Harze und Phenole, die im Magen abgebaut werden müssen. Dazu ist sehr viel Energie notwendig. Die Koalas leben normalerweise hoch in den Baumkronen, wo sie beinahe keine Feinde haben, weshalb sie nicht viel Hirn brauchen. Die Energie, welche sie dank des Denkapparates einsparen, können sie zur Verdauung der Blätter einsetzen. Wäre ich ein Koala würde ich mich wohl eher auf eine der anderen Pflanzenarten spezialisieren und die so gewonnene Energie zur besseren Hirnleistung einsetzen. Trotz ihres kleinen Hirns sind die Koala richtig „herzige“ Tierchen!

Auf dem Weg zum Lamington Nationalpark im Hinterland trafen wir auf eine andere Art der Intelligenz. Ein gewisser Romeo Lahy besass ein Stück Land mit einer 320 Grad Rundsicht über die südöstliche Ecke von Queensland. 1967 beschloss er, seinen Besitz der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen und dort eine Aussichtsplattform zu bauen, welche nun jedermann frei benutzen kann. Altruismus ist eine der nobelsten Formen der Intelligenz, herzlichen Dank für die gute Idee an Herrn Lahy! Ganz offensichtlich brauchte er nicht einen Grossteil der aufgenommenen Energie für die Verdauung.


Der Lamington Nationalpark schützt einen grossen Teil des sub-tropischen Regenwaldes in Ost-Australien. Grasbäume sahen wir heute zum ersten Mal überhaupt, jeder einzelne ist bis zu 3 m hoch und zusammen geben sie dem Wald ein völlig ungewohntes Aussehen.

Strangler-Figs, bei uns Würgefeige, machen genau, was ihr Name vermuten lässt. Die Feigen-Samen werden durch Vogelkot auf die Bäume verfrachtet, wo sie auskeimen. Zuerst „umarmen“ sie ihren Wirt, indem sie von ihren Keimlingen in der Krone des Wirtes feine Wurzeln zu Boden lassen. Diese Würzelchen werden im Laufe der Zeit zu veritablen Stämmen, welche am Ende den Wirtbaum erwürgen. Die Feigen leben anschliessend noch viele Jahrzehnte weiter und produzieren Früchte, welche wieder auf andere Bäume gelangen, worauf der Zyklus von Neuem beginnt.

Heute war der 13. des Monates, zwar nicht Feitag, der 13. aber immerhin die selbe Zahl. Normalerweise sind wir nicht abergläubig, aber heute traf und die 13 wirklich voll, wenn auch am falschen Tag. Zuerst beim Besuch im Lone Pine bei Brisbane. Ein Zoo, wo die Tiere noch richtig altmodisch gehalten werden, zudem waren einige Gehege im Umbau weshalb wir nur einen kleinen Teil der Exponate zu Gesicht bekamen. Am Abend dann eine 2 1/2 stündige Hotelsuche. Die Gold Coast ist DIE Haupttouristen Region im Ost-Australien aber heute war wirklich jedes Hotel/Motel vollständig ausgebucht. Samstag und morgen Sonntag ist Valentines-Day, der in Australien gefeiert wird.
Also auf die Socken zur Bettsuche. Als wir nach langer Zeit endlich fündig wurden war das Restaurant natürlich bereits geschlossen. In etwas mehr als 10 km Entfernung fanden wir schliesslich ein Thai-Restaurant, wo wir den Hunger stillten. Alkohol in Form von Bier und/oder Wein war allerdings nicht verfügbar. Aber für einmal ging es auch so, zumal der Hunger langsam unerträglich wurde und an ein weiteres Suchen wirklich nicht zu denken war.
