- Details
- Kategorie: Down Under 09/10 - Australia - Osten und Süden
Ein Rätsel vermeintlich gelöst
Wir besuchten den höchsten Baum von NSW, einen grossen Eukalyptus (Eucalyptus grandis, flooded gum). Mit nur gerade 400 Jahren erreicht er schon 76 m Höhe und an der Basis einen Stammumfang von gut 11 m. Der erste Ast erscheint erst auf 25 m Höhe.

Eindrücklich, wie schnell Eukalypten wachsen, wenn Boden, Regenfall und das sonstige Klima stimmen. Wenn der Mensch in Form der Europäer nicht stört, können sie sogar zu noch grösserer Höhe und Mächtigkeit heranwachsen. Leider aber wurden in der Vergangenheit viele der mächtigen Urwaldriesen gefällt, dieser Teil der Küste steht erst seit Ende der 1970-Jahre unter Naturschutz und die Holzfällerei wurde gestoppt. Der mächtige Baum war für sämtliche unsere Objektive zu gross, wir konnten unmöglich den ganzen Riesen auf ein Bild bannen.

Auf dem Weg zum Giganten fuhren wir durch einen richtigen Märchenwald. Weisse, rindenlose Stämme stehen überall im Wald.


Teilweise sehen die Stämme aus, als seien sie mit einem weissen Tuch überzogen worden, die ehemaligen Astansätze sind nur noch schemenhaft auszumachen.

Spätestens, als wir das Schild sahen, welches von Känguruhs und Koalas warnte, war mir klar, wie diese Bäume zu ihrem speziellen Aussehen kommen. Die Koalas nagen die Rinde ab, dank ihren kleinen Zähnchen sieht man auf der Haut des Baumes nicht mal die kleinsten Eindrücke! Endlich hat sich mir ein Rätsel der Natur auf recht einleuchtende Art erschlossen.

Oder mindestens meinte ich dies, denn schon bald bemerkte ich einen Baum, der sich gerade häutet. Ähnlich den Reptilien stösst diese Baumart offensichtlich nach einer gewissen Zeit und einem gewissen Dickenwachstum die äusserste Schicht der Borke ab und steht dann wieder für längere Zeit als weisse Säule im Wald.

Zurück am Pazifik wurden wir von Pelikanen begrüsst, einer ging gerade zur Landung über und liess uns wissen, dass es auch für uns Zeit sei, einen Landeplatz zu suchen. Was wir in Nelson Bay dann auch machten.
