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- Kategorie: Down Under 09/10 - New Zealand
Die Natur ist vergesslich
Vorgestern vergass die Sonne, unseren Weg beim Forgotten Highway zu bescheinen, damals eher zu unserem Nachteil. Heute vergass der angekündigte Wind in Wellington zu blasen. Diesmal zu unserem Vorteil.
Wellington ist bekannt als Stadt mit sehr, sehr viel Wind. Ich las bei einer Informationstafel, dass hier während 174 Tagen im Jahr der Wind mit mehr als 60 km/h bläst. Sehr häufig regnet es hier noch zusätzlich. Heute war beides völlig anders. Bereits im Laufe des Morgens wich der Nebel und die Sonne schien intensiv vom tiefblauen Himmel. Jede Stadt wirkt sehr viel besser, wenn die Sonne scheint, die Farben wirken sofort viel stärker.


Vom Mount Victoria (197 m.ü.M.) aus hat man eine gute Rundsicht über die Stadt und das umliegende Land. Wellington liegt am Ende einer natürlichen Hafenbucht und verfügt so über einen recht grossen Frachthafen. Auch die Fähren zur Südinsel legen hier ab.
Morgen machen wir uns mit einer von ihnen auf den 3 ½ stündigen Weg nach Picton, dem Hafen auf der Südinsel. Bereits heute sahen wir das Schiff, welches kurz nach Mittag aus dem Hafen auslief. Die Wetterprognose für morgen ist gut, hoffentlich hält sich diesmal die Natur daran, damit wir nicht seekrank werden.

In einer Apotheke deckten wir uns schon mal mit den entsprechenden Tabletten ein. Im Geschäft genügt das Wort Fähre und schon erscheint ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht der Verkäuferin, die Tabletten liegen gerade griffbereit. Offensichtlich sind wir nicht die einzigen Touris, die dieses Mittelchen brauchen.
Die Kiwis nennen das Parlamentsgebäude des Landes hier in Wellington „Beehive“, zu Deutsch Bienenstock. Die Form könnte natürlich ein Grund für den Namen sein, vielleicht ist er aber auch ein Sinnbild für den Sitz einer dicken Königin (Regierung), welche von ihren Arbeiterinnen (Parlamentarier) emsig gefüttert (Steuern) wird.

Im Laufe des Nachmittages kam der Nebel vom offenen Meer her wieder in Richtung des Hafenbeckens; beim Flughafen entstand so eine recht mystische Stimmung.

