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- Kategorie: Down Under 09/10 - New Zealand
Otago, dann Oamaru, dazwischen viel Arbeit für einen Leckerbissen
Vom gegenüberliegenden Ufer geniesst man einen schönen Blick auf de Otago Peninsula und auf die Albatross-Kolonie am äussersten Ende. Unterhalb des Beobachtungspostens, von welchem ich gestern schrieb, sind die Albatross-Nester locker über die Wiese verteilt. Die Albatrosse brauchen sehr viel Abstand zwischen den einzelnen Nestern. Die weissen Flecken auf dem Bild sind jeweils einzelne Albatross, welche ihre Kücken warmhalten.

Ganz anders nisten die Kormorane (Shag heisst die hiesige Variante). Unten rechtes im Bild sind helle Punkte zu sehen. Jeder ist ein Nest eines Kormoran-Paares. Ein sehr beengendes Wohnen!

In diesem Bild sind die einzelnen Türmchen besser zu sehen. Die Kormorane benützen jedes Jahr dieselbe Niststelle und bauen einfach wieder einige Zentimeter dazu. So entstehen mit der Zeit beachtliche Türme.

Am Strand konnte ich eine Möve bei der Zubereitung ihres Mittagessens beobachten. In der Brandung fand sie eine Muschel, deren Inhalt sie natürlich gerne verspiesen hätte. So ganz ohne Werkzeug und vor allem ohne Hände ist das aber offensichtlich nicht so einfach. Die Muschel verschliesst sich fest, so dass der Schnabel der Möve die Schale unmöglich knacken kann.

Doch eine Möve verfügt über eine Fähigkeit, welche ihr bei diesem Problem zu Hilfe kommt. Die Muschel wird im Schnabel festgehalten und die Möve fliegt etwa 5 m hoch, die Muschel im Schnabel und macht so erste Flugerfahrungen.

Oben angekommen öffnet die Möve den Schnabel und lässt die Muschel fallen. Aus 5 m Höhe hält das auch die beste Schale nicht aus und die Möve kommt so an ihren verdienten Leckerbissen. Manchmal sind auch mehrere Flüge notwendig, bevor die harte Schale geknackt ist.

Auch der letzte Rest des Fleisches wandert in den Mövenmagen.

Nach diesem Erlebnis gings für uns weiter in Richtung Norden. Nach etwa 50 km liegen an einem feinen Sandstrand grosse Steinkugeln, jede mit fast 2 m Durchmesser. Diese Sammlung erinnert an die Murmeln, welche wir als Kinder stolz besassen. Einzig die Grösse ist nicht ganz korrekt.

Kurz vor 22:00 geht an einem weiteren Strand die Post ab: Blue Penguins, die mit etwas über 20 cm kleinsten Pinguine überhaupt, kommen hier an Land. In insgesamt 4 Schüben landeten heute 171 der putzigen Tiere und watschelten weiter zu ihren Bauten. Schon vor Sonnenaufgang gehen sie ins Wasser und kommen erst nach dem Eindunkeln wieder an Land. Ein langer Arbeitstag!
Fotografieren ist an diesem Strand streng verboten, die scheuen Pinguine würden sonst nicht mehr ans Land zurückkommen und die Kücken würden jämmerlich verhungern. Also dann lieber keine Bilder.
