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- Kategorie: Puglia 17
Apulien mit unseren Wiener Freunden
Vom 17. bis zum 24. Juni 17 waren wir mit unseren österreichischen Freunden in Apulien unterwegs. Nach einem Flug am späteren Samstag landeten wir in Neapel und begannen unsere Reise mit einem gemeinsamen Nachtessen bei Mimì alla Ferrovia, welche in der Nähe unseres Hotels lag. Ein schöner und geschmackvoller Start unserer Reise.

Kurz vor der Landung in Neapel ging ein Gewitter über der Stadt nieder, der Vesuv zeigte sich trotzdem noch am Horizont.

Unser erster Ausflug galt dem Castel del Monte in der Nähe von Trani an der Adria-Küste. Dieses Juwel besuche ich jedesmal, wenn ich in der Gegend bin. Es wurde zwischen 1240 und 1250 im Auftrag des Staufenkaisers Friedrich II errichtet. Es liegt auf einem Hügel und verfügt so über eine wunderbare Rundsicht über weite Teile Apuliens.



In der Nähe des Schlosses liegt die kleine Hafenstadt Trani, deren schönste Kirche - die Kathedrale San Nicola Pellegrino - zur Zeit leider gerade in Renovation ist. Der Turm ist eingerüstet.


Ein weiterer Ausflug brachte uns in die Stadt Matera, deren Altstadt durch sehr viele Höhlenwohnungen bekannt ist. Sie zählt zum Unesco-Kulturerbe und wird 2019 die Kulturhauptstadt Europas sein.










Ein Souvenirgeschäft in Matera geht offenbar mit der Zeit. Neben vielen lustigen Figürchen gibt es auch einige voll-verschleierte Frauenfiguren zu kaufen. Ob diese unter ihren Schleiern wohl auch Sprenggürtel trugen?

Wie immer in Italien geht es auch im Süden ums Essen. Ältere Damen bereiten auf der Strasse frische Teigwaren zu, welche in der warmen Sonne getrocknet werden.
Ein Besuch in dieser Weltgegend ist ohne eine Besichtigung von Alberobello nicht vollständig. Hier gibt es eine grössere Ansammlung sogenannter Trulli, Häuser mit den charakteristischen Rund-Dächern. Mit etwas Geduld liessen sich sogar Bilder ohne riesige Touristenmengen machen, obwohl bei unserem Besuch sehr viele die engen Strassen bevölkerten.






Glücklicherweise ist dies nur ein Modell eines kleinen Fiat 500, bei uns auch despektierlich „Tschinggenrucksack“ genannt. Es ist immer wieder faszinierend, diese kleinen Fahrzeuge vollbepackt auf den Strassen zu sehen.

Die eigentliche Spitze des Absatzes des italienischen Stiefels heisst Leuca, ein Ort, den wir selbstverständlich besuchen mussten. Alle Extreme ziehen Touristen und so auch uns an!

Die Basilica Santa Maria de Finibus Terrae markiert hier wenn nicht wirklich das Ende der Welt, zumindest jenes des Stiefelabsatzes.




Für ein Nachtessen fuhren wir an die Küste etwas nördlich unseres Hotels, dort werden die Fische fangfrisch serviert! Allerdings nicht jene dieses Fischers, der sie für den Eigenbedarf behielt.

Kurz vor dem Hauptgang ging die Sonne blutrot im Mittelmeer unter. Eine weitere Aufnahme, die ich einfach machen musste.

Fischerei ist ein Erwerbszweig, welcher in dieser Gegend sehr wichtig ist. Die zur Zeit nicht gebrauchten Boote liegen am Pier, wo sie interessante Motive abgeben.

Einen Nachmittag verbrachten wir am Strand bei Gallipoli, meine Reisebegleiter wagten sich sogar ins Wasser. Als Warmduscher wollte ich nicht ins kalte Nass springen. Stattdessen ging ich einige Schritte dem Strand entlang und kam so mit den Füssen ins Wasser.

Dann muss ich leider noch von einem schlimmen Erlebnis berichten: 2013 trat in der Nähe von Gallipoli zum ersten Mal in Europa das Bakterium Xylella auf, welches nun schon beinahe alle Olivenbäume in Apulien befallen hat. Bisher gibt es keine Gegenmittel gegen das Bakterium, davon befallene Olivenbäume sterben einfach ab. Eine Katastrophe für ein Gebiet, in welchem die Oliven einen grossen Teil des bäuerlichen Einkommens bilden. Eigentlich müssten alle Oliven in Apulien gefällt werden, doch weigern sich die Bauern aus verständlichen Gründen. Leider aber verbreitet sich das Virus so nahezu unbegrenzt auf weitere Gebiete Italiens. Für Interessierte gibt es hier (Klick mich!) viel Hintergrund-Information zu diesem leidigen Thema.



Auf der Rückfahrt von Gallipoli in Richtung Salerno verpassten wir auf der Autobahn die letzte Tankstelle und mussten dann abseits der Strasse in einer kleinen Ortschaft auftanken. Eine frühere Tankstelle war uns zu teuer, weshalb wir weiterfuhren. Die Strasse ging von der Autobahn etwa 8 km einen Berg hoch in eine Ortschaft, wo gemäss unseren Navis eine Tankstelle sein sollte.

Diese fanden wir dann tatsächlich am angegebenen Ort, doch Benzin und Diesel wurden hier schon lange nicht mehr verkauft. Die nächste Ortschaft mit einer Tankstelle lag 7 km entfernt und wir waren buchstäblich auf dem letzten Tropfen. Die Strecke bergabwärts fuhren wir im Leergang, um möglichst wenig Treibstoff zu brauchen, immer in Erwartung eines leisen Seufzers des Motors, wenn er vergeblich nach Flüssigem verlangte.

Gross war dann Kurt’s Erleichterung, als diese Tankstelle das ersehnte Nass hergab! Über den viel höheren Preis regten wir uns nicht auf ... Und die Moral von der Geschicht? Ich überlasse die Antwort dem geneigten Leser.

Vor der Rückfahrt ins Tal belohnte uns eine schöne Aussicht über die Berge in diesem Teil Italiens für die Aufregungen. Mit vollem Tank fährt es sich definitiv entspannter als mit leerem!
