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- Kategorie: Veneto 20
Nach vielen Jahren wieder einmal in Venedig
Gestern Mittwoch, 29. Juli 20 fuhren Ruth und ich am späten Vormittag in Richtung Italien los. Unser erstes Ziel war Varese, wo wir in unserem Lieblingshotel am See übernachten und ein ausgezeichnetes Nachtessen genossen.
Am heutigen Morgen ging es dann los in Richtung Venedig, wo wir uns am frühen Nachmittag mit unseren Wiener-Freunden Brigitta und Kurt treffen wollten. Wir verabredeten uns im Hotel, weil wir uns mit der Anreise nicht einem unnötigen Druck aussetzen wollten. Sie fuhren von Wien aus nach Venedig, was etwa 6 Stunden Fahrzeit bedeutete. Unser Weg war um einiges kürzer.
Kaum hatte ich mein Auto im Parkhaus abgestellt und stieg aus, kam Brigitta uns entgegen, sie kamen unmittelbar nach uns im Parkhaus an und ihnen wurde ein Platz nur 5 m von uns entfernt zugewiesen. So ein Zufall!, besser hätten wir es nicht planen können!

Per Vaporetto ging es dann auf dem Canale Grande zum Markusplatz vorbei an vielen teilweise wunderbar renovierten Häusern und Palästen. Einige waren hingegen weniger gut in Stand gehalten, es gibt einfach zu viel Bausubstanz in der Stadt und nicht genügend Geld für die notwendigen Arbeiten. Dank der aktuellen weltweiten Gesundheitssituation sind hier nicht sehr viele Touristen und dementsprechend ist auch der Verkehr auf dem Canale Grande nicht allzu dicht.

Die berühmte Rialto-Brücke unterquerten wir auf unserer Fahrt ebenfalls. Auch hier gab es nicht sehr viele Fussgänger. Wo sonst ein nicht-abreissender Strom von Touristen die Brücke nahezu unpassierbar macht, war heute genügend Platz.

Immer wieder gibt es in Venedig interessante Ansichten. Unter einer der Brücken durchfahren eröffnet oft neue Blickwinkel, wie hier die Sicht auf eine der vielen Kirchen. Diese Häuser sind meist in gutem Zustand, offenbar verfügen diese Institutionen über genügend Finanzmittel.

Entlang des Canale Grande liegen die bekannten und teuren Hotels von Venedig. Auch diese Häuser sind tipp-topp, doch auch sie leiden zur Zeit wohl unter zu wenig Buchungen.

Unser Hotel liegt etwa 500 m von der Anlegestelle des Vaporetto entfernt, der Zugang ist ausschliesslich zu Fuss möglich. Auf dem Weg von der Anlegestelle zur Unterkunft liegen einige Brücken, welche über kleine Seitenkanäle führen, welche in normalen Zeiten voller Gondolas sind. Heute waren nur sehr wenige davon unterwegs. Andererseits fiel mir auf, dass das Wasser in den Kanälen viel sauberer ist, als ich es in Erinnerung habe. Früher war das Wasser häufig braun und verströmte einen eher unangenehmen Geruch. Davon war heute trotz der 35 Grad nichts zu sehen und riechen.

Das berühmte Opernhaus von Venedig, La Fenice, liegt nur einen Steinwurf von unserem Hotel entfernt. Dieses altehrwürdige Haus wurde 1996 durch ein Verbrechen nahezu zerstört. Ein Handwerker, der eine Konventionalstrafe von 10 K€ wegen eines Arbeitsverzuges befürchtete, zündete das Haus an. Mittlerweile erstrahlt das Haus wieder im alten Glanz.

Der Ponte dei Sospiri - die Brücke der Seufzer - liegt in der Nähe des Markusplatzes, ebenfalls nur einige 100 m von unserem Hotel entfernt. Die Legende sagt, dass die Verurteilten auf dem Weg zu ihrem Schicksal von hier aus zum letzten Mal das Tageslicht sahen.

Das eigentliche Wahrzeichen Venedigs ist aber die Basilica San Marco mit dem Campanile. An dieser Stelle wurde eine erste Kirche bereits zwischen 829 und 832 errichtet, später aber durch ein Feuer zerstört. Das aktuelle Gebäude wurde dann zwischen 1063 und 1094 erbaut! Der Marksusplatz mit so wenigen Touristen geniesst Seltenheitswert. Uns hat es gefallen!

Ein älterer Herr liest im Schatten seine Zeitung, nachdem in seinem Kiosk ohnehin nicht viel läuft. Für uns war auch schon bald Zeit für einen Apero und dann ein Nachtessen. Sowohl Restaurants als auch Bars sind meist geöffnet und viele gut besucht.
