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- Kategorie: Paris 22
Stadtwanderung Paris, Tag 3 - Von Tempeln
Für den heutigen letzten, ganzen Tag in Paris nahmen wir uns einige Höhepunkte vor, die wir unbedingt ansehen wollten. Mit der Metro ging’s zuerst einmal in Richtung Jardin du Luxembourg.

Das Palais du Luxembourg wurde 1620 fertiggestellt und diente zuerst als Stadtwohnsitz des Königs und seit 1800 ist es der Sitz des Senats, der zweiten Parlamentskammer der französischen Republik. Auf dem künstlich angelegten See können Kinder kleine Segelboote mieten und auf dem Wasser herumfahren lassen. Weiter gibt es eine grosszügig angelegte Gartenanlage mit vielen Blumen und Sitzgelegenheiten.

Die nächste Station dann das Pantheon, der Ort, an welchem viele berühmte Französinnen und Franzosen ihre letzte Ruhestätte fanden. Ursprünglich wurde dieser Bau als Kirche konzipiert, doch bei der Eröffnung war die Revolution schon in vollem Gang und der auftragegebende König nicht mehr ansprechbar. Es wurde entschieden, das Gebäude fortan als Begräbnisstätte bedeutender Zeitgenossen zu nutzen.
Einer der ersten, dem diese Ehre zuteil wurde, war 1885 der Schriftsteller Victor Hugo. Ihm folgten insgesamt bis 2021 75 Männer und 6 Frauen nach. Voltaire, Jean-Jacques Rousseau, Emile Zola, Louis Braille, Antoine de Saint-Éxupery, Pierre und Marie Curie, Simone Veil und Josephine Baker sind einige der (mir) bekannten Namen grosser Französinnen und Franzosen.
1851 errichtete der Physiker Léon Foucault im Gebäude sein berühmtes Foucaultsches Pendel, mit welchem er die Erd-Rotation nachwies.

Das grösste, nicht kirchliche gotische Bauwerk weltweit ist die sogenannte Conciergerie. Der Salle des Gens d’armes wurde 1313 eröffnet. Hier fanden während der Revolution die gefürchteten Prozesse statt, während derer insgesamt 2’780 Menschen zum Tod verurteilt wurden. Darunter auch die Königin Marie-Antoinette und Maximilien de Robespierre.

Die Säulenhalle wirkt auch heute noch sehr kalt, grässlich muss es hier zu und her gegangen sein, als hier das Gericht tagte.

Im selben Gebäudekomplex liegt auch die Sainte Chapelle, welche zwar auch gotisch ist, jedoch alles andere als düster und kalt. 1248 wurde die Kapelle geweiht. Die Kapelle verteilt sich auf zwei Geschossen, das Untergeschoss ist schon intensiv dekoriert.

Seltsam mutet an, dass es hier auf der ganzen einen Längsseite Verkaufsstände gibt, wo allerhand religiöser Tand verkauft wird. Eigentlich schade für diesen schönen Raum.

Über eine ganz schmale Wendeltreppe gelangt man ins Obergeschoss, wo die „richtige“ Kapelle wartet. Die seitlichen Fenster sind von zuunterst bis zuoberst mit farbigen Scheiben ausgefüllt. Auch die Decke ist tiefblau bemalt. Ein wunderbarer Ort, hier zum Glück auch ohne Verkaufsstände.

Eine etwas andere Ansicht des Raumes. Die Anzahl gleichzeitiger Besucher ist limitiert, so dass sich die Leute nicht gegenseitig auf den Füssen herum stehen. Andererseits mussten wir vor dem Eingang gute 30 Minuten herumstehen, was für mich sehr mühsam war. Es lohnte sich aber definitiv.

Sowohl die Sainte Chapelle als auch die Conciergerie sind Teil des Palais de Justice auf der Île de la Cité. Heute sollte am späteren Nachmittag das Urteil im Terrorismus-Prozess rund um das Attentat 2015 auf den Bataclan-Nachtclub fallen. Damals wurden 130 Personen erschossen und ein überlebender Täter stand in Paris vor Gericht. Deshalb war heute ein riesiges Polizeiaufgebot hier, alle Besucher wurden untersucht und alle mussten sich ausweisen.

1823 wurde die Galerie Vivienne erbaut, eine der ersten gedeckten Ladenpassagen in der Stadt. Heute steht sie unter Denkmalschutz. Viele kleine Läden fanden hier ihr Lokal in stilvoller Umgebung.

Zu jener Zeit wurde noch viel Zeit und Aufwand in die Gestaltung der Konstumtempel investiert. Schöne Mosaike bilden den Fussboden, die Wände sind mit Friesen bedeckt und das Licht fällt durch schöne Glaskuppeln ins Innere.

Ein Tempel ganz anderer Art ist die Pariser Oper. 1875 eröffnet war sie bis 1989 Spielort vieler Opern in Paris. 1989 wurde die neue Oper Bastille eröffnet und hier finden nun hauptsächlich Ballettaufführungen statt.

Unsere heutige Stadtwanderung endete an einem weiteren Konsumtempel, der berühmten Galerie Lafayette. Der imposante Innenraum wird von einer grossen Glaskuppel überdacht und auf insgesamt 6 Etagen ist eines der grössten Warenhäuser zu Hause. Meistens Shop-in-Shop Geschäfte aller grossen internationalen Marken.

Auf der 7. Etage gibt es eine grosse Terrasse, welche frei zugänglich ist. Von hier aus liegen grosse Teile der Stadt zu Füssen, auch der Eiffelturm zeigt sich noch einmal.
Morgen kurz vor Mittag fahren wir mit dem TGV über Basel zurück nach Lieli. 5:05 dauert die Fahrt inklusive Bus bis Lieli.
