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- Kategorie: Cruise rund um Island und Grönland 23
Tour entlang der Südküste - Wasserfälle und Gletscher
Die heutige Tour führte mich in den Süden der Insel. Etwa 160 km ging die Reise entlang der Küste zum Wendepunkt und dann wieder zurück. Einmal mehr begleitete mich wunderbares Wetter mit ab und zu einigen kleinen Wolken am Himmel, um diesem die für die Fotos notwendige Tiefe zu geben.

Um 8 Uhr ging es los und da die Luft am frühen Morgen noch recht kühl war, sahen wir überall Dampffontänen aufsteigen. Hier, etwa 20 km von Reykjavik entfernt, liegt das grösste Termalkraftwerk Islands. Hier wird mit Tiefenbohrungen heisses Wasser aus der Erde geholt und mit dem Dampf werden Turbinen angetrieben, welche wiederum Strom produzieren. Angst vor Erdbeben wegen der Bohrungen? Die gibt es ohnehin. Clean Energy at its best!
Das heisse Wasser, welches für die Heizung aller Häuser Islands eingesetzt wird, kommt übrigens nicht direkt ab Quelle in die Leitungen. Das Wasser hat einen zu hohen Mineralgehalt und würde die Leitungen schnell korrodieren. Stattdessen wird das heisse Wasser durch einem Wärmetauscher geleitet, wo es normales Wasser aufwärmt. Dieses wird dann in die Häuser geleitet.

Dies ist einer der typischen isländischen Wälder, in denen man sich nicht verlaufen kann. Die höheren Bäume sind knapp 2 m hoch, die meisten aber noch viel kleiner. In einigen Jahren wird hier aber ein ausgewachsener Wald stehen.

Die Südküste ist die regenreichste Gegend Islands. Deshalb sind die Felder bis weit in die Berge hinauf sehr grün. Am Fuss der Bergkette liegt ein Bauernhaus, welches in seiner Abgeschiedenheit typisch ist. Hier würden sich sogar die Füchse und Hasen gute Nacht sagen, wenn es die denn gäbe.

Ein grösserer Gutsbetrieb vor dem grossen Vulkan Eyjafjallajökull, der 2010 ausgebrochen ist und damals den ganzen Flugverkehr in Europa während Wochen behindert hat. Heute sieht er unter seinem Gletscher harmlos aus. Wenn die Vulkane jedoch ausbrechen, schmelzen die Gletscher sehr schnell und es ergiesst sich eine Springflut ins Tal, welche hier im Süden sehr gefürchtet ist. Insgesamt soll es in Island um die 300 Vulkane geben, 32 sind aktiv und einige davon sehr gefährlich.

Der erste Halt galt einem Wasserfall, dem Skagafoss. Der Fluss Skaga fällt hier auf einer Breite von 25 m ganze 60 m in die Tiefe. Ein imposanter Anblick. Auf der rechten Seite führt ein Weg hoch zu einer Aussichtsplattform. Diesen konnte ich aus Zeitmangel nicht hochgehen.

Stattdessen ging ich entlang des Flusses zum Fall, genau so, wie es viele meiner Mitreisenden auch taten.

Ganz vorne beim Fall gab es sehr viel Gischt, was ein zweischneidiges Schwert war. Einerseits wurde ich ziemlich feucht, andererseits gab es für den Fotografen aber auch einige hübsche Regenbogen. Alles hat seinen Preis.

Die Gletscher-Zunge Sólheimajökull des Mýrdalsjökull-Gletschers kommt bis auf etwa 90 m.ü.M. hinunter und ist vom Parkplatz aus gut zu erreichen. Die schmutzige Erscheinung der Zunge rührt daher, dass die Vulkane in der Gegend immer mal wieder aktiv sind und dann viel Asche ausstossen. Diese wiederum landet auf dem Gletscher. Unter dem Gletscher liegt der grosse Vulkan Katla, einer der aktivsten Vulkane Islands.

Der Reynisfjara-Strand, auch Black Sand Beach genannt, ist ein Strand aus tiefschwarzem, feinen Sand. Selbstverständlich legten wir auf der Rückfahrt hier einen Stopp ein. Baden ist hier nicht nur wegen des kalten Wassers nicht erlaubt, es soll hier starke Strömungen geben, welche sehr gefährlich werden können.

Dieser Felsen ist eine weitere Attraktion dieses Strandabschnitts. Aus der Ferne sieht er nicht sonderlich speziell aus …

… wenn man sich ihm jedoch nähert, werden die Basalt-Säulen sichtbar. Diese sind zwar nicht mehr schwarz, da sie schon seit Jahrtausenden dem Wetter ausgesetzt sind, doch beeindruckend sind sie immer noch.

In einer Höhle werden die Säulen quasi von unten sichtbar. Die ganze Höhlendecke besteht aus Basalt.

Ob mir diese Strukturen wohl gefallen?

Bis in die 40-er Jahre des letzten Jahrhunderts wohnten die meisten Leute an der Südküste Islands in solchen einfachen Steinhütten. Von denen stehen noch einige Ruinen herum, heute mag hier niemand mehr leben.

Mit seinen 66 m Fallhöhe ist der Seljalandsfoss ebenfalls recht eindrücklich. Zwar nicht ganz so wie der erste des heutigen Tages, aber immerhin. Die Attraktion dieses Falls ist es, dass man hinter dem Fall durchgehen kann. Allerdings auf sehr schlüpfrigen Steinplatten und daher für mich ungeeignet. In Island gibt es übrigens das Sprichwort, dass jeder Isländer seinen eigenen Wasserfall hätte. Es gibt jedenfalls unzählige davon.

Am Sonntag-Abend berichtete ich von einem 5.1-er Erdbeben, welches die Gegen erschütterte. Am gestrigen Montag brach etwa 20 km östlich der Hauptstadt ein Vulkan aus. Von der Ringstrasse aus ist die Asche- und Rauchfahne zu sehen.